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»Ab nächstem Jahr müsst ihr euch einen neuen Bürgermeister suchen« Viele Diskussionsbeiträge auf Schönauer Bürgerversammlung

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Jetzt hat er es offiziell kund getan. Die 30-jährige Bürgermeisterzeit von Stefan Kurz endet im nächsten Jahr. Anzeiger-Foto

Schönau am Königssee - Nach 30-jähriger Amtszeit wird für Bürgermeister Stefan Kurz im nächsten Jahr Schluss sein. Das kündigte der Rathauschef in Schönau am Königssee am Donnerstag auf der Bürgerversammlung im Gasthof »Unterstein« an. Die entsprechende Frage hatte ihm im Rahmen der Diskussion ganz direkt Horst Kastner gestellt.


Als hauptamtlicher Bürgermeister könnte Stefan Kurz ohnehin nicht mehr kandidieren, nachdem zuletzt auch ein Gericht die Altersgrenze von 65 Jahren bestätigt hatte. Kurz hatte allerdings in einem Interview mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« vor einiger Zeit angedeutet, dass er theoretisch als ehrenamtlicher Bürgermeister weitermachen könnte. Das ließ er bis zuletzt offen. Am Donnerstag aber ließ er Horst Kastner und die Öffentlichkeit erstmals wissen: »Nächstes Jahr müsst ihr euch einen neuen Bürgermeister suchen!« Damit war das Thema Kommunalwahlen auch schon wieder beendet.

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Auch mit seiner zweiten Anfrage könnte Horst Kastner Erfolg haben. Er bemängelte nämlich, dass es in der ganzen Oberschönau keine einzige öffentliche Toilette gebe. Da gab ihm Bürgermeister Kurz Recht. Er versprach, den Vorschlag weiterzuverfolgen.

Weniger Erfolg hatte Georg Renoth mit seinem geplanten Statement. Zwar hatte Bürgermeister Kurz dem einstigen Schönauer Redeerlaubnis erteilt, doch der Regierungsbaumeister aus München deutete einen längeren Redebeitrag in puncto Königsseer Hotelprojekt an. Weil Stefan Kurz kein Statement hören wollte, sondern nur Fragen zuließ, war das Thema schnell beendet.

Eine gute finanzielle Situation bescheinigte Landrat Georg Grabner nach weiteren Wortmeldungen von Bürgern der Gemeinde Schönau am Königssee. In den letzten Jahren sei viel und beispielhaft investiert worden, dennoch gebe es immer noch genügend Raum für Investitionen aus eigener Kraft. »Der Gemeinderat betreibt Politik mit Augenmaß und löst entsprechend die Zukunftsaufgaben«, sagte Grabner. Der äußerte sich auch zum Ladenschlussgesetz, das vielen Geschäftsbetreibern am Königssee eine sonntägliche Öffnung untersagt. »In Österreich ist es selbstverständlich, dass man sonntags einkaufen kann, wo sich Tausende von Menschen bewegen«, sagte der Landrat. Niemand verstehe, warum bei uns gewisse Waren verkauft werden dürfen, andere dagegen nicht. Grabner: »Wir sind mit Nachdruck dabei, das Problem zu lösen. Aber es ist mühsam, das Ganze in die Köpfe der Entscheidungsträger hineinzubringen. Ich hoffe zumindest auf eine baldige Übergangslösung«.

Das Lob von Polizeichef Günther Adolph bezog sich dagegen auf die Sicherheitslage in der Gemeinde. »Auf den Straßen von Schönau am Königssee kann man sich weiterhin sicher bewegen«, betonte Adolph. Im letzten Jahr gab es hier insgesamt drei Unfälle weniger als im Jahr zuvor und es war kein tödlicher dabei. Als Geschenk an den Bürgermeister hatte der Polizeichef eine von Wachtmeister Schön im Jahr 1903 handschriftlich verfasste Gemeindechronik mitgebracht, die Adolph in den Räumen der Polizeiinspektion gefunden hatte. Darin sind viele spannende und humorvolle Anekdoten vermerkt. So erfährt man beispielsweise, dass die Schönauer und Königsseer in früheren Jahren »Wilderer der gröbsten Art« waren. UK