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Abenteuerturm wird nicht realisiert

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Auf dem unteren Sieglfeld wollte Marco Kruis einen »King Tower«, einen Erlebnisturm, realisieren. Das Projekt scheiterte mit 3:16 Stimmen am Schönauer Gemeinderat. Foto: Anzeiger/Pfeiffer

Schönau am Königssee – Die Verwirklichung der großen Holzrahmenkonstruktion im Sieglfeld, acht auf sechs Meter groß, hätte für Marco Kruis und seinen Geschäftspartner die Verwirklichung eines Traums bedeutet. Unweit des Königssees gelegen, bestmöglich frequentiert. Den Gemeinderatsmitgliedern passte der »Abenteuerturm mit Nervenkitzelgarantie« nicht ins Konzept, zumindest nicht an dieser Stelle. Nur der Grünen-Gemeinderat Luca Guscelli und zwei weitere Gemeinderäte fanden uneingeschränkt positive Worte für das ambitionierte Projekt.


»King Tower«, so nennt sich die Holzrahmenkonstruktion, die Marco Kruis im unteren Sieglfeld realisieren wollte. Was ein »King Tower« ist, wusste zu Beginn der Gemeinderatssitzung kaum einer im Saal. Marco Kruis erhielt Gelegenheit, den vielseitig einsetzbaren Turm näher zu erklären, der auf dem Sieglfeld »zwar sichtbar, aber nicht störend« sei, zumal die Konstruktion in grüner Farbe erstrahle, die kaum auffalle.

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Der »King Tower« könne Riesenschaukel sein, Bungee-Sprungturm oder Hochseilanlage zugleich. Anhand von Fotos demonstrierte Kruis die Möglichkeiten, die man mit dem Holzobjekt hat. Familiengeeignet sei der »King Tower«, auf einem Hochseil zu balancieren sei ebenso möglich, wie aus acht Metern in die Tiefe zu springen, um in einem großen Luftkissen aufgefangen zu werden. Als »Innovation« bezeichnete Kruis den Turm, als etwas, »was es bei uns in der Gegend noch nicht gibt«.

Bürgermeister Hannes Rasp gefalle »so etwas schon, vom Grundsatz her finde ich es gut«, aber immerhin habe Schönau am Königssee bereits einen Hochseilgarten, sagte er. Ob es da noch einer weiteren Attraktion bedürfe? Auf jeden Fall, meinte Marco Kruis. Immerhin seien die beiden Attraktionen nicht miteinander zu vergleichen, außerdem sei sowieso die Lage entscheidend. Und diese ist unweit des Königssees besonders vielversprechend. Rund um den Großraumparkplatz gibt es bereits mehrere Freizeitbeschäftigungen, unter anderem einen Minigolfplatz. Hannes Rasp ist der Meinung, dass es besser sei, »Attraktionen zu bündeln«.

Gemeinderat Luca Guscelli (Grüne) begrüßt hingegen den Freizeitturm, »das muss gefördert werden«. Außerdem habe der Gemeinderat in der Vergangenheit das Explorer-Hotel, das aktuell in Schönau am Königssee gebaut wird, genehmigt. Warum also nicht auch den »King Tower«? Denn immerhin seien Gäste des Hotels auch potenzielle Kunden für den Abenteuerturm. »Der Standort würde mich nicht stören«, meint Guscelli. »Nebenan befindet sich sowieso nur der Parkplatz.«

Gemeinderätin Christa Brandner erkundigte sich beim Bauwerber, ob es sich beim geplanten Bauplatz um landwirtschaftliche Nutzfläche handle. »Wie viel Platz würde man zur Umsetzung benötigen«, lautete ihre Frage. »20 auf 20 Meter« «, antwortete Kruis, je nachdem, wie der Turm letztlich genutzt werde.

Beppo Maltan (FW) sagte, dass er generell zwar offen sei, »aber an diesem Punkt«? »Fun-Tourismus« direkt am Königssee sei nicht erwünscht, »es gibt genug Leute, die hierher kommen und ihre Ruhe haben und die Natur genießen wollen«. An »jedem Eck« etwas Neues anzufangen, sei der falsche Weg und verunstalte die Landschaft.

Marco Kruis, der sich aus dem hinteren Teil des Sitzungssaals zu Wort meldete, entgegnete, dass auch »der McDonald nichts Schönes« sei, aber trotzdem in der Nähe des Königssees verwirklicht wurde. »Wir haben keinen Einfluss, wie eine Gaststätte aussieht«, sagte Hannes Rasp.

Keine Bedenken wegen einer möglichen Realisierung der Holzkonstruktion im Sieglfeld hatte Johann Hölzl (FW). Und auch Thomas Janzen (FW) überzeugt der »King Tower«: »Wir brauchen junge Geschäftsleute.« Kilian Pfeiffer