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Abgetrennte Rehköpfe sorgen für Streit: Anzeigen gegen Forstbetrieb Berchtesgaden

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Berchtesgaden: Anzeigen gegen Forstbetrieb nach Fund von Rehköpfen bei Traunstein
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Abgetrennte Köpfe, Innereien und andere Überreste von Rehen fanden Kinder Ende Oktober in einem Waldstück bei Traunstein – jetzt schaltet sich der Verein Wildes Bayern ein und erstattete mehrere Anzeigen. (Foto: Symbolbild/pixabay)

Berchtesgaden/Surberg – Nach seiner Anzeige gegen Nationalparkleiter Dr. Roland Baier legt sich der Verein Wildes Bayern jetzt auch mit dem Forstbetrieb Berchtesgaden an. Nach dem Fund von mehreren abgetrennten Rehköpfen in einem Waldstück in der Gemeinde Surberg hat 1. Vorsitzende Dr. Christine Miller nun bei der Unteren Jagdbehörde Anzeige gegen Unbekannt und gegen Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller erstattet. Außerdem reichte die Wildbiologin bei den Bayerischen Staatsforsten eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Müller ein.


Jugendliche hatten Ende Oktober in einem Revier des Forstbetriebs in der Gemeinde Surberg, unweit einer Kühlzelle zum Lagern von Wildpret, mehrere Haufen mit sogenanntem Aufbruch entdeckt und die Polizei informiert.

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Eigentlich sei es nicht ungewöhnlich, dass nach der Jagd Innereien, Magen und Darm an einer unzugänglichen Stelle im Wald zurückgelassen werden, erklärt Dr. Christine Miller. Fuchs und Dachs, Raben und andere Aasfresser würden sich darüber freuen. »Doch in dem Revier in Traunstein lagen auch die Köpfe von Rehböcken, ältere und auch jüngst geschossene«, weiß die Vorsitzende des Vereins Wildes Bayern. Das sei ein klarer Verstoß gegen die Vorlagepflicht dieser Trophäen bei den jährlichen Hegeschauen.

»Diese Veranstaltungen sind eigentlich dazu gedacht, dass sich die Bevölkerung ein Bild davon macht, was die Jäger draußen in den Revieren tun. Und die Behörden kontrollieren dort, ob auch alle Abschussmeldungen korrekt erfolgt sind«, erklärt Dr. Christine Miller und kritisiert: »Mit der Einhaltung dieser rechtlichen Vorgaben scheint es der Forstbetrieb recht locker zu nehmen«.

Für die Wildbiologin hat die Entsorgung der Rehköpfe im Wald nun das Fass zum Überlaufen gebracht, denn sie weiß bereits seit Längerem von einem anderen Zwischenfall, der bislang nicht an die Öffentlichkeit gelangt ist. So seien bei einer Hegeschau statt der Trophäen der in dem jeweiligen Jahr erlegten Tiere alte Trophäen ausgestellt wurden. »Was tatsächlich in dem Jahr draußen geschossen worden war, konnte so natürlich nicht überprüft werden«, bedauert sie.

Normalerweise soll so etwas durch unauffällige Markierungen verhindert werden, die die Behörden bei der Hegeschau an den Trophäen anbringen. Miller wirft Mitarbeitern des Forstbetriebs vor, einige der Trophäen schon im Vorfeld bemalt zu haben, damit eine erneute Überprüfung nicht mehr stattfinden könne. »Der Leiter eines Forstbetriebs darf Tricksereien und Nachlässigkeiten seiner Leute nicht einfach dulden«, so die Vereinsvorsitzende.

Forstbetriebsleiter Müller selbst will gar nicht ausschließen, dass so manches dabei nicht ganz korrekt laufe. »Doch für mich ist es überhaupt nicht nachvollziehbar, wer da wann welchen Strich gemacht hat«, wehrt sich der Forstbetriebsleiter. Um so etwas auszuschließen, »müsste man alle 500 ausgestellten Trophäen in einer versiegelten Box überbringen.«

Den Fall mit den gefundenen Rehköpfen sieht er als abgeschlossen an. »Die gefundenen Wildreste bei Surberg waren Rehwild-Aufbrüche, die vom Erleger bedauerlicherweise am Rande eines befestigten Rückewegs zusammen mit drei Häuptern von im Straßenverkehr verunfallten Rehböcken entsorgt wurden«, teilt der Forstbetriebsleiter auf Anfrage mit.

Man habe den Erleger belehrt, »Aufbrüche ordnungsgemäß zu entsorgen und auch Trophäen von geborgenem Unfall-Wild, sofern es zumutbar ist, für die Hegeschau zu präparieren«. Selbstverständlich hätten die Bayerischen Staatsforsten offen mit der ermittelnden Polizei zusammengearbeitet. Müller dazu: »Nach meinen Erkenntnissen hat nichts Schwerwiegendes ermittelt werden können.« Ulli Kastner

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