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»Abios Amigos« am Dürreck

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Grund zum Feiern gab es am CJD-Gymnasium am Dürreck nicht nur für die 45 Abiturientinnen und Abiturienten, sondern auch für ihre Lehrer. (Fotos: Vietze)
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Für besonderes Engagement beziehungsweise gute Noten geehrt (v.l.): Lukas Benischke, Christian Hollard, Pauline Schauerte und Franziska Kermer.

Schönau am Königssee – 45 Abiturientinnen und Abiturienten erhielten am Freitag am CJD-Gymnasium am Dürreck ihre Reifezeugnisse, eine Schülerin muss wegen Erkrankung die Prüfung in Kürze nachholen.


Rund 250 Gäste waren zur Entlassfeier in der Turnhalle gekommen, darunter Familienangehörige oder Bekannte der Abiturienten, das Lehrerkollegium, Vertreter von Politik und Kirche sowie Landrat Georg Grabner. In mehreren Reden gab es unter anderem Ratschläge an die Abiturienten für die Zukunft. Außerdem thematisierte man das Abiturmotto »Abios Amigos – erst Siesta, dann Fiesta«. Musikalische Einlagen lockerten das Programm auf.

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Schulleiter Stefan Kantsperger begrüßte die Teilnehmer an der Feierstunde und lobte alle Helfer, die diese Veranstaltung durch ihr Engagement erst ermöglicht hatten. Religionslehrer Martin Kienast knüpfte mit einer Andacht an. Diese Andacht war von Gebeten, Liedern, Lesungen sowie Fürbitten geprägt. Kienast ging vor allem auf den Begriff der Siesta ein, denn im Oberstufenkammerl ist eine Couch vorhanden. Diese Couch sollte die Siesta symbolisieren und wurde extra für diese Feier in die Turnhalle gestellt. »Die Zeit auf dem Sofa ist rum. Ihr habt euch genug ausgeruht«, erklärte Kienast. »Hinterlasst Spuren! Nicht auf der Couch, sondern zeigt, dass Ihr etwas bewirken könnt«, appellierte Kienast.

Jahrgangstufenbetreuerin Ute Kanig bewertete in ihrer Rede den Begriff »Siesta« anders. »Ich glaube nicht, dass Ihr Euch in der Schulzeit ausgeruht habt. Dafür sprechen die heutigen Zeugnisse«, so Kanig. Doch sie empfahl den Abiturienten, stets locker zu bleiben. »Ich hoffe, dass Ihr Euch morgen beim Abiturball von Euren Hemmungen lossagt und Euch einfach austobt«, appellierte Ute Kanig.

»Nehmt die Welt mit Humor und Ernst«

Landrat Georg Grabner lobte die Zusammenarbeit mit der Christophorusschule und betonte seine Bereitschaft, diese Schule weiterhin zu unterstützen. »Eine neue Couch können wir gerne einrichten«, merkte er scherzhaft an. Auch Grabner gab den Abiturienten Ratschläge mit auf den Weg. »Nehmt die Welt mit Humor und Ernst. Ihr habt nämlich das Fundament, wichtige Dinge im Leben zu hinterfragen«, so Grabner. Und die Abiturienten sollen laut Grabner ihrer Persönlichkeit treu bleiben. »Geht Euren Weg«, hieß es zum Schluss.

Ähnlich lautete das Statement von Bürgermeister Hannes Rasp aus Schönau am Königssee: »Durch Eure Zielstrebigkeit habt Ihr einen sehr wichtigen Lebensabschnitt erfolgreich abgeschlossen. Bleibt im kommenden Lebensabschnitt immer noch so zielstrebig. Und engagiert Euch auf politischer Ebene, Ihr habt die Intelligenz, etwas voranzutreiben.«

Franziska Kermer, Maria Nock und Michael Lochner sprachen stellvertretend für die Abiturienten. »Wir blicken mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge zurück. Es ist schön, keine schweren Schulbücher mehr zu schleppen, aber wir haben den Jahrgang zu schätzen gelernt«, so Franziska Kermer. Anschließend bedankten sich die drei bei den Lehrern, überreichten ihnen Präsente und würzten die Aktion teilweise mit humorvollen Bemerkungen. »Wir überreichen den Deutschlehrern eine Sonnenblume, weil sie bei so viel Zeit zum Korrigieren das Tageslicht nie zu Gesicht bekommen«, sagte beispielsweise Maria Nock.

Das lang ersehnte Zeugnis in den Händen

Nachdem Dr. Herbert Höpfner und Kasimierz Wilgodzki zur zwischenzeitlichen Auflockerung eine anonyme Romanze vorgespielt hatten, folgte nun der wohl spannendste Teil der Feierstunde. Die Schulleitung forderte die Abiturienten auf, sich ihre Zeugnisse einzeln abzuholen. Insgesamt 45 Abiturienten bekamen ihr Zeugnis überreicht und jedem einzelnen war die Erleichterung im Gesicht anzusehen. Elf Schülerinnen und Schüler schlossen die Prüfung mit einer Eins vor dem Komma ab. Das war aber noch nicht alles, denn vier Abiturienten wurden besonders geehrt. Für die Ehrung stellte sich der 2. Bürgermeister der Gemeinde Berchtesgaden, Bartl Mittner, in den Dienst. Dabei ehrte er zuerst die drei besten der Jahrgangsstufe. In diesem Fall waren das Christian Hollard, Franziska Kermer und Pauline Schauerte. »Leistung ist nicht alles. Auch die Personen, die sich für die Gesellschaft nützlich einbringen, müssen honoriert werden«, betonte Mittner. Deswegen erhielt der Abiturient Lukas Benischke eine Ehrenurkunde für sein besonderes Engagement.

Zudem wird jedes Jahr der Dietrich-Bonhoeffer-Preis verliehen, den man für herausragendes Engagement inner- wie auch außerschulisch erhält. In diesem Jahr bekam Franziska Kermer den Preis. »Franziska hat als Schülersprecherin einen wichtigen Beitrag zur Schulentwicklung geleistet und war ein Semester lang jeden Freitag in der Universität München auf Veranstaltungen. Sie hat es sich verdient«, erklärte Lehrer Korbinian Baumann, der diesen Preis verlieh.

Nach der Zeugnisverleihung und der Ehrung hielt Schulleiter Kantsperger eine Abschiedsansprache. »Man hat nur eine Gelegenheit, sich über das Abitur zu freuen. Das ist heute«, so Kantsperger. Außerdem findet er, dass eine Siesta und eine Fiesta unter den richtigen Umständen gut sind. »Macht ein Päuschen, Ihr könnt auch viel feiern. Aber Ihr müsst das zur rechten Zeit machen«, sagte Kantsperger. Ein Lehrerteam rundete die Verabschiedung mit dem Lied »You’ve got a friend« ab. Danach ließen alle Gäste und Abiturienten den Nachmittag in der Christophorusschule mit köstlicher Versorgung ausklingen. Patrick Vietze