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Acht Ämter für 17 Kandidaten in Berchtesgaden

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Wer will, der kann am 21. Oktober nach dem 10.30-Uhr-Gottesdienst in der Christuskirche im benachbarten Gemeindehaus seine Stimme zur Kirchenvorstandswahl abgeben. (Foto: Anzeiger-Archiv)

Berchtesgaden – Für den evangelischen Pfarrer Peter Schulz ist die Kirchenvorstandswahl am 21. Oktober grundsätzlich nichts Neues, denn er hat schon einige hinter sich. Und doch liegt ihm der Termin diesmal besonders am Herzen, denn der neue Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Berchtesgaden wird Schulz bis zu seinem Ruhestand am 1. April 2020 begleiten. Wie sich das größtenteils ehrenamtliche Gremium künftig zusammensetzen wird, darüber können die Wahlberechtigten schon jetzt bestimmen. Die Briefwahlunterlagen wurden kürzlich verschickt.


Bayernweit werden am 21. Oktober rund 2,2 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme im Rahmen der Kirchenvorstandswahl abzugeben. Sie werden rund 10 000 Ehrenamtliche in die Gremien wählen. In der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Berchtesgaden gibt es genau 2 343 Wahlberechtigte. Aus insgesamt 17 Kandidaten sind acht zu wählen, die restlichen neun Kandidaten werden Nachrücker in der Reihenfolge der Stimmenanzahl. Zu den acht gewählten Mitgliedern kommen noch zwei Berufene, um etwaige Besonderheiten in den Gemeinden auszugleichen. Außerdem sind die beiden Pfarrer Peter Schulz und Christian Gerstner sogenannte »geborene« Mitglieder des Kirchenvorstands, der sich damit aus insgesamt zwölf Personen zusammensetzen wird.

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Jeder Wahlberechtigte kann maximal acht Stimmen abgeben, für jeden Kandidaten allerdings nur eine. Sogenanntes Häufeln wie bei den Kommunalwahlen ist hier also nicht möglich. Erstmals bekamen heuer alle Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen automatisch zugeschickt, eine Abgabe ist bereits möglich. Wer lieber persönlich vor Ort wählt, der hat dazu am Wahltag im Berchtesgadener Gemeindehaus die Möglichkeit. Gewählt wird nach dem 10.30-Uhr-Gottesdienst bis 14 Uhr.

Pfarrer Peter Schulz macht kein Hehl daraus, dass die Wahlbeteiligung bei den Kirchenvorstandswahlen regelmäßig schlecht war. Nur zwischen 9 und 14 Prozent machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Wegen der erleichterten Briefwahlmöglichkeit geht aber auch der Berchtesgadener Pfarrer davon aus, dass es diesmal besser sein wird. Schließlich habe man damit die Möglichkeit zur Weichenstellung. »Die Wahl ist alle sechs Jahre ein ritualisierter Neustart, der durch neue Leute spürbar wird. Das Profil des Gremiums verändert sich damit«, sagt Schulz, seit acht Jahren in Berchtesgaden tätig.

Natürlich ist Peter Schulz der Termin heuer auch deshalb so wichtig, weil es seine letzte Kirchenvorstandswahl als Pfarrer sein wird. »Einen handlungsfähigen Kirchenvorstand zu hinterlassen, gehört für mich zu einem gesunden Abschluss«, sagt der Pfarrer, der zum 1. April 2020 in den Ruhestand treten wird. Bis seinem Kollegen Christian Gerstner ein neuer Pfarrer zur Seite gestellt wird, sollte etwa ein halbes Jahr vergehen. Das ist die übliche Vakanz bei Pfarrerwechseln in der evangelischen Kirche. Die müssen der neue Kirchenvorstand und Pfarrer Gerstner überbrücken.

Die Konsolidierung der Finanzen hält Pfarrer Peter Schulz für die wichtigste Weichenstellung des Kirchenvorstands in den letzten sechs Jahren. Nach heftigen Minus-Jahren bewege man sich jetzt »auf einer schwarz-roten Null«. Darüber hinaus beanspruchte vor allem die Organisation des Jubiläums »500 Jahre Reformation« viel Zeit. Finanzielle Entscheidungen werden im Gremium auch in den nächsten sechs Jahren anstehen. Dazu kommt eben der bevorstehende Pfarrstellenwechsel. Aus drei angebotenen Kandidaten wird der Kirchenvorstand den künftigen Pfarrer auszuwählen haben.

Der neu gewählte Kirchenvorstand wird im Rahmen eines Festgottesdienstes am 1. Advent eingeführt. Wer sich von den Kandidaten schon jetzt ein Bild machen will, der hat dafür am Mittwoch, 26. September, um 19.30 Uhr beim Gemeindeabend in der Schöpfungskirche Bischofswiesen die Gelegenheit. Dort stellen sich alle Bewerber persönlich vor. Ulli Kastner