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Acht zusätzliche Vollzeitstellen erwartet

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Endlich mehr Platz zum Spielen: Ab September 2014 gibt es in Berchtesgaden eine neue Kinderkrippe. Erweitert wird dann ebenso der Kindergarten. Fotos: Anzeiger-Archiv/Pfeiffer
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Das Kindergartengebäude wird nach Südosten hin aufgestockt. Im Garten wird die Krippe verwirklicht. Acht zusätzliche Vollzeitstellen sollen das Angebot betreuen.

Berchtesgaden – Der Markt investiert 1,5 Millionen Euro in die Erweiterung des Kindergartens und den Neubau einer Kinderkrippe. Acht Stellen zusätzliches Personal müssen dazu geschaffen werden. Der zu tragende Eigenanteil, der auf die Gemeinde zukommt, ist enorm. Das Thema zu umgehen, ist aber rein gesetzlich gar nicht möglich.


Da mussten erst mal alle im Gemeinderat durchschnaufen: 1,5 Millionen Euro werden zur Realisierung weiterer Kindergartentagesgruppen und der geplanten Kinderkrippe fällig. Viel Geld zwar, und auch die staatliche Förderung ist ja nicht »von schlechten Eltern«, trotzdem bleibt der Markt auf einem Eigenanteil von etwa 720 000 Euro sitzen. Bis September nächsten Jahres sollen die Baumaßnahmen, die momentan in der Planung stecken, abgeschlossen sein, wie Bürgermeister Franz Rasp in der Gemeinderatssitzung am Montag sagte.

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Ziel ist es, auf dem Grundstück des Kindergartens in Berchtesgaden einen Kinderkrippen-Neubau zu verwirklichen, in dem künftig zwei Gruppen untergebracht werden können. Weiterhin ist geplant, das Bestandsgebäude im Südosten aufzustocken. Zwei Gruppenräume sind angedacht. »Wir stellen sicher, dass auch eine Inklusionsbetreuung möglich ist«, so Rasp. Kinder mit Beeinträchtigungen, derzeit unter anderen in der Gartenau untergebracht, hätten künftig die Möglichkeit, in Berchtesgaden in den Kindergarten zu gehen. Vorausschauend zu planen, sei in diesem Fall sinnvoll, meint der Bürgermeister, da nicht sicher sei, wie es im kommenden Jahr mit dem Kindergarten in der Gartenau weitergehen werde.

Tatsache ist, dass Kinder ab 1. August dieses Jahres bereits ab Vollendung des ersten Lebensjahres bis zum dritten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung haben. Eine Bedarfsanalyse des Marktes Berchtesgaden hatte ergeben, dass der Bedarf größer ist als das Angebot. Dadurch kamen die Erweiterungsmaßnahmen auf den Tisch, die nun – so schnell als möglich – umgesetzt werden müssen.

Der Kinderkrippen-Neubau, ein Gebäude von 24 mal 13 Metern, soll ein zweigeschossiger Bau werden und mit allen notwendigen Räumen ausgestattet sein. Gruppen- und Nebenräume, Kinderwagenabstellkammerl, Spielflur und Ruheraum, auch eine Küche kommt rein, ein Elternraum ebenso. Die Kinderkrippe wird leicht in den Hang hineingebaut, der aktuellen Kindergartenleitung ist wichtig, »dass so viel Garten wie möglich zum Spielen für die Kleinen übrig bleibt«.

Etwa 1 Million Euro soll die Krippe kosten, die Einrichtung soll mit weiteren 100 000 Euro zu Buche schlagen. Der Kindergarten wird rund eine halbe Million Euro kosten. Der Markt Berchtesgaden führt die Planung eigenständig durch, um Kosten zu sparen. Einen großen finanziellen Posten beanspruchen allerdings die zusätzlich zu schaffenden acht Vollzeitstellen für die Betreuung der Kinder. »So viel brauchen wir, plus Praktikantin«, sagte Kindergartenleiterin Magdalena Wenig auf Nachfrage des Bürgermeisters.

Spielraum gibt es keinen. Fünf bis acht Kinder, je nach Einrichtung, erfordern eine Betreuungsstelle. Eine Diskussion im Gemeinderat kam erst gar nicht in Gang, »da müssen wir einfach durch«, sagte ein Gemeinderat gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Einstimmig wurde der Bürgermeister ermächtigt, notwendige Planungsaufträge zu erteilen. Kilian Pfeiffer