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Alles für die Tonne

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Mit Geruchsfilter oder ohne erhältlich: die Biotonne. Auf einer Pressekonferenz gaben (v.l.) Roman Hausner, Christian Enninger, Georg Grabner, Andreas Wurm und Andreas Bratzdrum Auskunft zum neuen Abfallkonzept. (Foto: Klein)

Berchtesgadener Land – Nicht alle wollen sie, manch einer betrachtet sie sogar mit viel Skepsis: die Biotonne. Da der Landkreis Berchtesgadener Land bis 2030 das Restmüllaufkommen um 30 Prozent reduzieren will, gilt ab 1. April 2019 ein neues Abfallkonzept (wir berichteten). Nach der Bedarfsermittlung in den vergangenen Monaten stehen nun konkrete Zahlen fest. Die künftige Entsorgung übernimmt die Wurzer Umwelt GmbH aus Eitting im Landkreis Erding.


»Wir haben bei rund 22 500 Objekten den Bedarf abgefragt, also bei allen Adressen, die auch jetzt schon eine Restmülltonne haben. Circa 18 000 Antworten haben wir dann im Rücklauf erhalten«, erläuterte Christian Enninger, Fachbereisleiter für kommunale Abfallwirtschaft. Rund 60 Prozent der Befragten wollen in Zukunft eine Biotonne nutzen, die Übrigen würden lieber selber kompostieren. »Mit diesem Ergebnis sind wir sehr zufrieden, es entspricht dem, was wir erwartet haben«, stellte Landrat Georg Grabner fest. Wichtig sei es ihm auch, dass die Bürger jederzeit ausreichend informiert werden. »Bei einer so großen Umstellung kann es manchmal auch zwei bis drei Jahre dauern, bis die Bürger die Neuerung akzeptieren. Dafür ist aber auch die Erfahrung notwendig.«

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Zeitnahe Informationen

Um die Bürger rechtzeitig zu informieren, hat der Landkreis viel unternommen: Nicht nur die Abfallzeitung informiert regelmäßig alle Haushalte, auch eine kostenlose App klärt den Nutzer auf. Darüber hinaus hat der Abfallberater Andreas Wurm auf Infoveranstaltungen in Gemeinden die Fragen der Bürger geklärt. »Die waren mit 50 bis 150 Personen immer sehr gut besucht.«

Eine der wichtigsten Fragen sei, was in die Biotonne gehöre und was nicht. Neben Obst- Gemüse- und Speiseresten dürfen auch Kaffeefilter, feste Speisefette, Fallobst sowie der Rasenschnitt oder Sägemehl in die Tonne. Wichtig sei nur, dass keine Plastiktüten verwendet werden.

»Auch die biologisch abbaubaren sollen nicht eingesetzt werden. Dieses Plastik kann nur unter UV-Licht abgebaut werden. In normalen Kompostieranlagen ist das aber nicht vorhanden«, erklärte Roman Hausner von der Wurzer Umwelt GmbH.

Ab 1. April 2019 wird Wurzer den Abtransport der Biotonne und der Restmülltonne übernehmen. Bereits ab Januar 2019 wird sie auch die Gelben Säcke einsammeln. Zehn Fahrzeuge werden im Landkreis im Eisatz sein. Wurzer arbeitet auch mit der Maltan GmbH, Wallisch & Strasser und Schauer Transporte zusammen. »Wir stellen nur Arbeitskräfte aus der Region ein«, versicherte Hauser. »Auch sonst wird alles beim Alten bleiben«, fügte der Landrat hinzu.

Auslieferung ab Januar

Wie geht es weiter? Zwischen Mitte Januar und Mitte März 2019 werden die neuen Biotonnen ausgeliefert. Enninger erklärt, dass die Eigentümer circa zwei Wochen vor Lieferung über das genaue Datum informiert werden würden. Da derzeit die Gemeinden und Städte für die Abfallentsorgung zuständig sind, müsse auch die Restabfalltonne ausgewechselt werden. »In Laufen gehört diese zum Beispiel nicht dem Grundstückseigentümer. Wir müssen aber eine Einheit schaffen«, so Enninger.

Mitte März bis Mitte April würden dann die alten Tonnen abgeholt werden, wenn dies gewünscht sei. Nachträglich könne man die Tonne aber zu bestimmten Terminen auch auf der Mülldeponie in Bischofswiesen zur Verwertung abgeben.

Die Abfuhrkalender bis März 2019 stehen bereits unter www.abfallwirtschaft-bgl.de und in der App zur Verfügung. Ab Ende Februar können die Informationen dann auch für den Rest des Jahres 2019 abgerufen werden. Als zusätzlichen Service erhält jeder Haushalt mittels Postwurfsendung einen individuellen Abfuhrkalender. Unter der Telefonnummer 08651/773123 steht auch die Abfallberatung weiterhin telefonisch zur Verfügung. Lena Klein

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