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Alles glatt gelaufen

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Weg damit: Diese beiden Mädchen packen fleißig mit an und schaufeln das eingeschneite Auto ihres Papas auf dem Parkplatz Am Anger in Berchtesgaden frei. (Foto: Fischer)

Berchtesgaden – Die schlechte Nachricht: Der Dauerschneefall am Mittwoch machte Autofahrern und Fußgängern schwer zu schaffen. Die gute: Nennenswerte Unfälle gab es aber kaum. Das liegt laut Berchtesgadens Polizeichef Wilhelm Handke vor allem daran, dass Verkehrsteilnehmer bei heftigem Winterwetter besonders vorsichtig unterwegs sind.


Es hörte einfach nicht auf, Ab dem frühem Mittwochmorgen schneite es 24 Stunde fast pausenlos durch. Dazu kam am Nachmittag ein Schneesturm. Trotz Winterdienst sah man oft die Fahrbahn vor lauter Weiß nicht mehr. Doch laut Wilhelm Handke, dem Leiter der Polizeiinspektion Berchtesgaden, führen gerade solche extremen Verkehrsverhältnisse dazu, dass die Leute besonders vorsichtig auf den Straßen unterwegs sind. »Die Situation war bei Weitem nicht so dramatisch, wie es die Wetterlage vermuten lässt«, sagt er. Lediglich ein Unfall wurde am Mittwoch aufgenommen. Bei der Auffahrt nach Zill kam ein Autofahrer gegen Mittag von der straße ab. Blechschaden.

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Die genaue Zahl derer, die auf schneeglatter Fahrbahn nicht mehr weiterkamen, ist nicht bekannt. Aber sehr hoch. Wie Handke berichtet, gab es vor allem am Reckensberg und der Salzbergstraße, wo die Straßenmeisterei eine Schneekettenpflicht anordnete, Probleme. »Dank Allrad sind die Kollegen zwar mit dem Dienstwagen auf den Reckensberg gekommen. Aber dann beim Aussteigen ausgerutscht«, erzählt der Polizeichef. Die Berchtesgadener Inspektion verfügt übrigens über vier Allradfahrzeuge. Ein VW-Bus hat sogar einen Satz Schneeketten dabei.

Als gebürtiger Hinterschönauer kennt Wilhelm Handke die Berchtesgadener Winter. Sein Tipp: »Wenn es stürmt und schneit, sollte man sich wirklich gut überlegen, ob man sich hinters Steuer setzt.« Und, falls es sein muss: »Die günstigste Strecke raussuchen, auch wenn sie länger ist.« Außerdem weist der Inspektionsleiter auf die situative Winterreifenpflicht in Deutschland hin. Das heißt: Herrschen winterliche Verkehrsverhältnisse, müssen M+S-Reifen drauf sein. »Vor allem bei einem Unfall können nämlich Sommerreifen zu einem Bußgeld führen, wie Handke weiß. Außerdem beurteilen Versicherungen eine Missachtung der Winterreifenpflicht als grobe Fahrlässigkeit. »Und dann kann es sehr teuer werden«, so der Inspektionsleiter. Christian Fischer