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Alles klar beim Hauptkommissar

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Die neuen Chefs der Polizeiinspektion Berchtesgaden: Dienststellenleiter Hauptkommissar Andreas Heynig und sein Stellvertreter Hauptkommissar Siegfried Lenz. (Foto: Fischer)

Berchtesgaden – Der neue Leiter der Polizeiinspektion Berchtesgaden, Hauptkommissar Andreas Heynig, ist seit sechs Wochen im Amt. Der Nachfolger von Günther Adolph bleibt aber nur bis Jahresende, da er eine Karriere im Höheren Dienst anstrebt. Genauso lang ist Polizeihauptkommissar Siegfried Lenz sein Stellvertreter. Er folgte auf Franz Sommerauer, der an das Fortbildungsinstitut in Ainring wechselte. Das erste Fazit der beiden neuen Polizeichefs: Passt scho.


Andreas Heynig vermittelt beim ersten Treffen Selbstsicherheit und Kompetenz. Kräftiger Händedruck, durchdachte Formulierungen, stets aufrechte Körperhaltung. Er trinkt seinen Kaffee mit außergewöhnlich viel Milch, hält stets Blickkontakt mit dem Redakteur. Sachlich vorgetragene Fachthemen stehen im Vordergrund. Selbstironie, lustige Sprüche oder Lebensweisheiten wie bei seinem Vorgänger gibt es bei Heynig nicht.

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Alleine über seine bisherige Laufbahn und Einsatzbereiche könnte der Hauptkommissar wahrscheinlich abendfüllend referieren. Los ging es 1995 mit der Ausbildung im mittleren Dienst bei der Bereitschaftspolizei in München. Nach verschiedenen Verwendungen in München, besuchte Heynig von 2008 bis 2010 die Fachhochschule für den gehobenen Dienst in Fürstenfeldbruck. Danach war er im Präsidium für das Verkehrsmanagement bei Großveranstaltungen in München zuständig. Anschließend wurde er Außendienstleiter in Perlach. Von 2013 bis 2015 nahm Andreas Heynig am Förderverfahren für den gehobenen Dienst teil. In dieser Zeit leitete er unter anderem die Verfügungsgruppe der Großdienststelle Theresienwiese. Nach dem Ende des Förderverfahrens im Oktober 2015 wurde Heynig zum Sachbereichsleiter der Verkehrsprävention. Und am 1. Mai schließlich trat er seinen Dienst als Inspektionsleiter in Berchtesgaden an.

Ziel: Höherer Dienst

Der 38-Jährige hat es schon weit gebracht. Und will noch weiter kommen. Der gebürtige Münchner strebt den Aufstieg in den Höheren Dienst an. Deshalb bleibt er nur bis zum Jahreswechsel in Berchtesgaden. Ein halbes Jahr, in dem das Polizeipräsidium seine Führungsqualitäten beurteilt. »Nicht jeder wird zum Masterstudium zugelassen«, weiß Heynig.

Als Karrierist sieht sich der zweifache Familienvater aber keineswegs. »Berchtesgaden ist für mich keine Durchgangsstation. Ich bin für alle Bürger da«, stellt Heynig klar. Und fügt hinzu: »Ich bin nicht nur dienstlich vor Ort.« Andreas Heynig lebt mit seiner Familie zwar in Geretsried, hat aber einen »Stützpunkt« im Talkessel. Unter der Woche wohnt er in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz »Mühlleiten« am Königssee. »Der ist groß genug, dass auch meine Frau und meine beiden Kinder dort übernachten können«, erzählt der Polizeichef.

»Ich wurde offen empfangen«

Auch dienstlich fühlt sich Andreas Heynig wohl in Berchtesgaden. »Ich wurde offen empfangen«, sagte er. Zum Beispiel beim Feuerwehrjubiläum. Eine gute Gelegenheit, um mit den Bürgermeistern und Vertretern von Sicherheitsbehörden ins Gespräch zu kommen.

Sein erster Eindruck von der Berchtesgadener Dienststelle ist gut. »Der Rahmen für erfolgreiche Polizeiarbeit passt«, sagt Heynig. Er möchte mit seinem Führungsstil die »wertvollste Ressource« in den Mittelpunkt stellen: die Mitarbeiter. »Denn das sind diejenigen, die jederzeit für die Bürger eintreten.« Dabei will Heynig mit »Ehrlichkeit, Offenheit und Kritikfähigkeit« punkten.

Heynigs neuen Stellvertreter Siegfried Lenz ist im Talkessel bestens bekannt. Nicht nur als Polizist, der Scheffauer ist seit 1990 in der Berchtesgadener Dienststelle, sondern auch Vorsitzender des Fischereivereins Berchtesgaden-Königssee. Für Andreas Heynig ist der 53-Jährige ein enorm wichtiger Ansprechpartner. Denn: »Der Lenz Sigi kennt praktisch jeden hier.« Christian Fischer