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Alpenverein Berchtesgaden peilt 10 000-Mitglieder-Marke an

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Einen Wechsel an der Spitze der DAV-Familiengruppe konnten 1. Vorsitzender Beppo Maltan und Jugendreferentin Gabi Schieder-Moderegger (r.) verkünden. Nachfolgerinnen von Karola Brüggler (l.) sind Kathrin Hrassky (2.v.r.) und Carmela Budzisch-Duss (nicht auf dem Bild). (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Bei der Alpenvereinssektion Berchtesgaden jagt ein Rekord den anderen. Das Überspringen der 10 000-Mitglieder-Marke konnte 1. Vorsitzender Beppo Maltan auf der Jahreshauptversammlung im Gasthof »Unterstein« zwar noch nicht ganz verkünden. Mit den Übernachtungszahlen auf den Berghütten (im letzten Jahr fast 28 000) ging es in den letzten Jahren aber ebenso steil bergauf wie mit den Eintritten in die Kletterhalle (über 40 000).


Zwei Drittel der Neumitglieder kommen aktuell wegen der Kletterhalle zur Sektion. »Aber auch das Bergsteigen liegt wieder voll im Trend, die Hütten sind oft ausgebucht«, sagte Vorsitzender Beppo Maltan zum Auftakt der gut besuchten Mitgliederversammlung. Mit Hannes Rasp aus Schönau am Königssee, Thomas Weber aus Bischofswiesen und Herbert Gschoßmann aus Ramsau waren gleich drei Bürgermeister gekommen. Sie erfreuten sich wie die weiteren Versammlungsteilnehmer an den Darbietungen des DAV-Singkreises unter der Leitung von Justi Bauernfeind.

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Wolfgang Aschauer jetzt Hüttenwart auf der Wasseralm

Steigende Mitgliederzahlen (aktuell 9 920), der Betrieb des Kletterzentrums und der Zustrom auf die Berghütten – »die Verwaltungsaufgaben sind gestiegen, die Arbeit ist mehr geworden«, stellte Beppo Maltan fest. Immerhin hat man acht Berghütten, zwei Kletterhallen und eine Geschäftsstelle zu betreuen. In Anbetracht der Aufgaben freute sich der Vorsitzende darüber, dass es in der neunköpfigen ehrenamtlichen Vorstandschaft große Beständigkeit gibt. »Hauptamtliche und Ehrenamtliche im Verein arbeiten gut zusammen«, stellte Maltan fest.

In diesem Jahr feiert die alte Kletterhalle der Sektion ihr 25-jähriges Bestehen. Sie war die erste Alpenvereins-Kletterhalle in Deutschland. Wesentlich älter ist freilich die Wasseralm in der Röth, für die bislang Beppo Maltan zusätzlich das Amt des Hüttenwartes ausgeübt hatte. Diesen Posten übergab er jetzt an Wolfgang Aschauer. Die mit zahlreichen Baumaßnahmen erweiterte Wasseralm soll im Juni eingeweiht werden. Aus eigener Erfahrung weiß der Vorsitzende, »dass es mit den behördlichen Auflagen oft sehr schwierig ist«. So habe man beispielsweise erst Ende Oktober erfahren, dass am Kärlingerhaus Brandschutzmaßnahmen durchzuführen seien, sonst dürfe man nicht aufsperren. Im März konnte man diese Arbeiten realisieren.

Dass das Vereinsleben geradezu blüht, konnte Beppo Maltan mit einigen Beispielen belegen. Das umfangreiche Tourenprogramm der Sektion beinhaltete unter anderem Kletterreisen an den Gardasee, eine Sektionsherbstfahrt nach Madeira mit 40 Mitgliedern, zahlreiche Sektionsskitouren, regelmäßiges Klettertraining in der Halle sowie Radausflüge. Mit Ralf Homann verfügt die Sektion jetzt sogar über einen Fachübungsleiter Mountainbike.

Auch im Wettkampfsport sind Sektionsmitglieder durchaus erfolgreich, allen voran die drei besten deutschen Skibergsteiger Toni Palzer, Stefan Knopf und Sepp Huber. Die Sektion führte unter anderem den »Jennerstier«, die »Watzmann Gams« sowie verschiedene Kletterwettkämpfe durch. Besonders Magdalena Zechmeister sowie Sina und Merle Brust vom Berchtesgadener Kletterteam konnten beste Platzierungen erreichen.

Zwölf Kinderklettergruppen

Dass der Sektion um den Nachwuchs nicht bange sein muss, erläuterte Jugendreferentin Gabi Schieder-Moderegger. Zwischen 250 und 280 Kinder werden in insgesamt zwölf verschiedenen Kinderklettergruppen ausgebildet. Dazu kommen die 30 jungen Leistungskletterer, die »in den Wettkämpfen gut dabei sind«. Auch in der Jungmannschaft, die Michael Kastner leitet, tut sich nach den Worten der Jugendreferentin einiges. »Die sind immer da, wenn man sie braucht, ob beim Jennerstier, beim Ligoascht-Bergsportfest oder bei der Watzmann Gams.«

Dass bei so viel Nachwuchs im Verein auch der Kinderschutz ein Thema sein muss, erläuterte schließlich Katja Springl, Jugendreferentin der Gemeinde Schönau am Königssee, in einem kurzen Beitrag. Für Trainer, Jugendleiter und Betreuer gibt es dazu am 7. Oktober von 10 bis 17 Uhr im »Haus der Berge« eine vom Landratsamt durchgeführte Schulung.

Mit einem Spendenaufruf wandte sich Thomas Stöger, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Berchtesgaden, an die Sektionsmitglieder und an die Sektion selbst. Er bat um finanzielle Unterstützung für den geplanten Erweiterungsbau am Bereitschaftshaus.

Wechsel an der Spitze der Familiengruppe

Offizielle verabschiedet wurde Karola Brüggler, die mit Unterstützung ihres Mannes Hans 16 Jahre lang die Familiengruppe geleitet hatte. Beppo Maltan erinnerte an die unterhaltsamen Vorträge im Rahmen von »Sektion am Berge« oder an Aktivitäten wie den Iglubau. Neu an der Spitze der Familiengruppe sind Kathrin Hrassky und Carmela Budzisch-Duss.

Ein Abschiedsgeschenk überreichte 1. Vorsitzender Beppo Maltan auch dem langjährigen Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel, der in Kürze in den Ruhestand geht. Maltan sprach von »bester Zusammenarbeit«.

Zufrieden waren die Mitglieder schließlich auch mit dem Zahlenwerk, das ihnen Kassier Stefan Schmid präsentierte. Seit dem Jahr 2005 hat die Sektion fast 12 Millionen Euro vor allem in die Berghütten und in das Kletterzentrum mit neuer Geschäftsstelle investiert. Und auch im abgelaufenen Jahr hat die Vorstandschaft nach den Worten von Luise Petry wieder »sehr erfolgreich gearbeitet«. Luise Petry hatte die Kasse zusammen mit Birgit Mündel geprüft und empfahl den Mitgliedern die Entlastung des Vorstands. Die gewährten die Mitglieder einhellig. Ulli Kastner