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Alpenverein peilt die 10 000-Mitglieder-Marke an

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Mehrere langjährige Berchtesgadener Alpenvereinsmitglieder wurden für ihre Vereinstreue geehrt (v.l.): Hilde Henle (Taufkirchen/60 Jahre), Thomas Huber sen. (60 Jahre), Vorsitzender Beppo Maltan, Hermann Mühlbauer (60 Jahre), Gerhard Passens (60 Jahre), Traudl Wörgötter (60 Jahre), Anneliese Metzenleitner (70 Jahre) und Franz Moser (60 Jahre). (Foto: DAV)
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AV-Sektionsvorsitzender Beppo Maltan ehrte Bärbel Sigl für ihre großen Leistungen in der Archivarbeit. (Foto: Wechslinger)

Schönau am Königssee – Weit über 9 000 Mitglieder gehören der Alpenvereinssektion Berchtesgaden an. Doch damit gibt sich Beppo Maltan nicht zufrieden. Ziel des 1. Vorstands ist es, die 10 000er-Marke zu überspringen. Das kündigte er am Freitag im Gasthaus »Unterstein« im Rahmen der gut besuchten Jahreshauptversammlung an, in deren Vorfeld bereits zahlreiche treue Mitglieder geehrt worden waren. Im Mittelpunkt der Hauptversammlung standen die Berghütten als Haupteinnahmequelle der Sektion, aber auch deren Erhalt, der wiederum mit hohen Ausgaben verbunden ist.


Die Schweigeminute für die im vergangenen Jahr verstorbenen Vereinsmitglieder galt heuer auch Peps Beierl, den Vorstand Maltan als großen Förderer der Sektion bezeichnete. Bei der Betrachtung der Mitgliederzahl von rund 9 500 sei ein steter Zuwachs zu verzeichnen. »Mein Ziel ist es, die Schallmauer von 10 000 Mitgliedern zu durchbrechen«, so Maltan. Der sprach sich auch dafür aus, künftig nur noch einen statt wie bisher zwei Jahresberichte zu veröffentlichen. Man möchte dadurch die Referenten entlasten und durch die Bündelung von bisher zwei in eine Ausgabe mehr Qualität erreichen. Zudem spare man dadurch auch 11 000 Euro ein. Der ehren- und hauptamtliche Aufwand für eine Ausgabe liege bei circa 100 Stunden. Ein Vorteil sei auch, dass das Tourenprogramm bereits im November für das gesamte Folgejahr ersichtlich sei. Es sei auch sinnvoll, die Sektionsaktivitäten am Jahresende zu übermitteln, befand der Vorsitzende, der von der Versammlung ein klares Votum für seinen Vorschlag erhielt. Da halfen auch die Argumente von Roman Kurz nichts, der sich für weiterhin zwei Ausgaben ausgesprochen hatte.

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Beim Rückblick auf die Auslastung der öffentlichen Hütten (Blaueishütte, Kärlingerhaus, Wasseralm und Stöhrhaus) berichtete Maltan von einem Rekordjahr und dankte im Namen der Sektion den Hüttenwirten und deren Teams. Im Folgenden ging der Vorstand auf die vielfältigen Aufgaben der Hüttenwirte, des Kassiers und des Geschäftsführers ein, bevor er über die Sonderstellung des Ostwandlagers aufklärte.

Nach einem Dank an die Verantwortlichen für die Selbstversorgerhütten Kühroint, Ligeretalm und Schwaigerkaser leitete der Vorsitzende auf die Belange des Bergsteigerhauses Ganz über und ging auf das reichhaltige Tourenprogramm ein, das die Sektion anbietet. Nicht mehr aus der Sektion wegzudenken sei die Familiengruppe, die sehr gut angenommen werde.

Starke Skibergsteiger und Kletterer

Beim Thema Spitzenbergsport wurden die Skibergsteiger Toni Palzer, Cornelius Unger und Stefan Knopf angesprochen. Ferner sei Magdalena Zechmeister auf dem besten Weg zur deutschen Kletterspitze, die Sepp Pfnür schon erreicht habe. Zum Thema »Vorträge« bedauerte Maltan, dass Vortragsreferent Hans Klegraefe sein Amt niedergelegt habe. Man wolle jedoch mit Klegraefe bei interessanten Vortragsangeboten weiterhin zusammenarbeiten.

Weil es neben dem Bergsport auch den Naturschutz geben müsse, dankte der Sektionsvorsitzende dem Naturschutzreferenten Hans Sleik für seinen Einsatz. Durch Lenkungsmaßnahmen und Gebote werde versucht, den Bergsport nicht ausufern zu lassen. Dies werde in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark, den Forstbetrieben und anderen Institutionen im besten Einvernehmen vollzogen. Den Ramsauern versprach Maltan, im nächsten Jahresbericht auch das Prädikat »Bergsteigerdorf« zu erwähnen.

Einen besonderen Dank richtete der Vorsitzende an Bärbel Sigl für das Archiv im alten »Ganz«-Gebäude, das sie mit Karl Komposch aufgebaut hatte. Wer etwas über die alten Zeiten der Sektion erfahren möchte, könne dies an Dienstagvormittagen bei Bärbel Sigl erforschen.

Kinder- und Jugendreferentin Gabi Schieder-Moderegger berichtete über die vielfältigen Aktivitäten des Bergsteigernachwuchs in der Vergangenheit und über die diesjährigen Ziele.

2. Bürgermeister Rudi Fendt aus Ramsau kam auf das Prädikat »Bergsteigerdorf« zu sprechen. »Wir werden völlig neue Urlaubergruppen bekommen, schließlich sind wir mit unserem Bergsteigerdorf auch in 50 Tageszeitungen erschienen«, erklärte Fendt.

Die Finanzen stimmen

Kassier Stefan Schmid erläuterte in seinem Rechenschaftsbericht den Haushalt, die Einnahmen und die Ausgaben bei den einzelnen Liegenschaften. Dabei machte Schmid deutlich, woher die Finanzmittel kommen und wofür sie verwendet werden. Von den Haupteinnahmequellen Berghütten sei am meisten vom Kärlingerhaus übrig geblieben. Danach folgten die Blaueishütte und das Stöhrhaus, während auf der Wasseralm zuletzt hohe Baukosten entstanden seien.

Luise Petry und Birgit Mündel hatten als Rechnungsprüferinnen ganze Arbeit geleistet und die Finanzen akribisch kontrolliert. »Aus den Sitzungsprotokollen und den Rechnungsunterlagen ist ersichtlich, dass die Vorstandschaft sehr erfolgreich gearbeitet hat.«, erklärte Luise Petry. Die Versammlung erteilte daraufhin dem Gesamtvorstand einstimmig Entlastung.

Problemlos nahm die Versammlung eine geringfügige Erhöhung des Beitrags an. Gründe hierfür sind Erhöhungen des Verbandsbeitrags und der Versicherungsbeiträge sowie die Kosten für den Erhalt der Hütten. Der Schatzmeister stellte sodann den Haushaltsplan für das Jahr 2016 vor, der von der Versammlung einstimmig angenommen wurde.

Verschiedene Meinungen gab es zum Ressort »Wettkampfmäßiges Skibergsteigen«. Helmut Stutz ist der Meinung, dass die Sektion die Skibergsteiger im Wettkampf zu wenig unterstütze. Der Geschäftsführer der DAV-Sektion Berchtesgaden, Bernhard Kühnhauser, hielt dem entgegen, dass die meisten in Wettkämpfen eingesetzten Skibergsteiger statt der Bezeichnung »AV-Sektion Berchtesgaden« lieber irgendeinen Sponsor nennen. »Wir sind aber gesprächsbereit und können über alles reden«, beendete Vorsitzender Beppo Maltan die aufkommenden Streitgespräche. Christian Wechslinger

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