weather-image
28°

Alte Boliden und aktuelle Benzingespräche beim Mythos »Bergpreis«

4.5
4.5
Bildtext einblenden
Mit Schwung durch die Kurve: Auch die Fahrer nehmen Schräglage ein. Fotos: Anzeiger/Waßmuth (2), Wechslinger (1)
Bildtext einblenden
Ein Ausflug mit dem Motorrad von anno dazumal.
Bildtext einblenden
Sorgte für Ordnung auf der Strecke: Rennleiter Hans Buchwinkler.

Berchtesgaden – Viele Zuschauer wohnten der zweiten Auflage der legendären Roßfeld-Bergrennen bei strahlendem Sonnenschein am Wochenende bei. Beim zweiten internationalen »Edelweiß-Bergpreis« mit Fahrzeugen aus längst vergangenen Epochen stand nicht mehr die Bestzeit an erster Stelle, vielmehr wurde von den Rennfahrern eine Gleichmäßigkeit bei den sechs Kilometer langen Auffahrten auf das Roßfeld eingefordert. Die faszinierenden Sport-, Touren-, Renn- und Formelwagen der 50er- bis 70er-Jahre gaben der Veranstaltung zusammen mit den historischen Servicefahrzeugen, Renntransportern, Polizei-, Feuerwehr- und Krankenwagen ein herrliches Bühnenbild im Fahrerlager.


Auch in diesem Jahr kamen sehr viele Zuschauer, die mit Oldtimer-Bussen sowohl vom Tal zum Fahrerlager als auch über die Rennstrecke zum Berg gekarrt wurden. Dem ehemaligen Bergrennenfahrer und Rallye-Spezialisten von DKW und Audi, Harald Demuth, gefiel die nostalgische Auffahrt auf den Berg sehr gut: »Da lässt man die Hektik des Alltags erfreulicherweise hinter sich. Man kann dem Organisator Joachim Althammer nur ein großes Dankeschön für diese wieder belebte Veranstaltung aussprechen.« Demuth fuhr am Roßfeld mit einem DKW Hartmann Formel Junior aus den 60er-Jahren – eine absolute Rarität des Berchtesgadener Konstrukteurs Alfred Hartmann aus dem Nonntal 10. Später war dieses Formelauto unter Gerhard Mitter zum Seriensieger gereift. Heute soll es nur noch zwei Exemplare dieses besonderen Autos geben, das den Motor vorne und das Getriebe hinten hatte.

Anzeige

Der Oldtimerliebhaber Alfred Jodl aus Österreich erklärte: »Das Schöne an dieser Veranstaltung ist die Gemütlichkeit. Wir führen herrliche Benzingespräche und man erfährt bei jedem Rennen Neues und lernt immer wieder interessante Menschen kennen. Bei diesen Veranstaltungen tauchen wir abseits von der Hektik der heutigen Zeit in unsere Kindheit und Jugend ein. Das ist zweifelsohne etwas ganz Besonderes.« Jodl pilotierte einen Abarth OT 1300. Der Österreicher liebt die Oldtimer und beteiligt sich regelmäßig an diversen Veranstaltungen. Gerade Veranstaltungen mit einem karitativen Hintergrund schätzt Jodl.

Zur Zeitreise zu den historischen Roßfeldrennen kam auch wiederum Rallye-Legende Walter Röhrl, der dieses Mal einen Porsche Spyder 718 W-RS den Berg hinaufjagte. Im letzten Jahr noch mit dem legendären Audi Pikes Peak am Roßfeld unterwegs, schickte nun das Autohaus Porsche seinen Repräsentanten in die Veranstaltung.

Natürlich war Röhrl pausenlos von vielen Fans umlagert, die entweder ein Foto mit dem legendären Rennfahrer haben wollten oder eine Unterschrift ins Programmheft, in Bücher oder sogar auf die Kleidung. Walter Röhrl erfüllte – wie man es von ihm kennt – die Wünsche seiner Fans.

Zu den 117 Startern aus aller Herren Länder gesellten sich auch die Berchtesgadener Christian Neunemann auf einem Fiat 500, Gerhard Bartels mit einem Alfa Romeo Bertone GT sowie Günter Hansmann auf Lancia Fulvia Sport Zagato 1600. »Den Wagen habe ich in Italien gekauft, er war noch erschwinglich«, freute sich Hansmann. Jedoch hatte er am Wochenende etwas Pech, da sein »Italiener« Benzin verloren hatte. Neunemann war mit einem eigens für den Roßfeld-Bergpreis zusammengebauten kleinen Fiat unterwegs.

Für staunende Blicke sorgten auch die Uraltfahrzeuge aus den 20er- und 30er-Jahren: So waren Rileys und Bugattis ebenso dabei wie ein Sunbeam, ein alter MG, ein Pontiac, ein Lagonda oder ein Healey. Aber auch die Lotus, die Schnitzer BMW, Triumph, Jaguars, Porsches und Mercedes fanden ihre begeisterten Fans. Von den Ferraris aus Maranello startete dieses Mal nur ein 330 GT. Große Freude machen den Motorsportfreunden jedoch auch immer die legendären NSU. Für einen Zungenschnalzer sorgte stets der schöne Renault Alpine.

Während sich viele Fans entlang der Strecke postiert hatten, statteten zahlreiche Motorsportfreunde auch dem Fahrerlager einen Besuch ab. Hier konnten die Zuschauer mit den Besitzern der wertvollen Unikate Gespräche über die Autos oder die Roßfeld-Rennstrecke führen.

Damit auf der Rennstrecke alles geordnet ablief, übernahm Hans Buchwinkler die Rennleitung. Ihm zur Seite standen Bernd und Thomas Buchwinkler. Für die richtigen Zeiten der Gleichmäßigkeitsprüfung zeichnete Wilfried Däuber mit Helfern vom Skiklub Berchtesgaden verantwortlich.

Unterstützt wurde Organisator Joachim Althammer aus Ainring auch von den Mitgliedern des BAC Berchtesgaden und seinem Bekannten- und Freundeskreis, die allesamt ehrenamtlich tätig waren. Christian Wechslinger

Weitere Fotos vom »Edelweiß-Bergpreis« finden sich unter www.berchtesgadener-anzeiger.de.