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Altenheim vor der Schließung?

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Die Zukunft des Altenheims St. Felicitas ist ungewiss. Für Bewohner und Mitarbeiter wird es einschneidende Veränderungen geben. (Foto: Pfeiffer)

Bischofswiesen – Das Altenheim St. Felicitas steht vor einer grundlegenden Veränderung. Die Einrichtung wird in ihrer jetzigen Form nicht weiter bestehen. Offiziell heißt es, der Diözesan-Caritasverband München und Freising prüfe, ob das Altenheim in der Stanggaß »in eine neue innovative Form der Altenhilfe übergeleitet werden kann.« Tatsache ist, dass das Haus in die Jahre gekommen ist. Der Brandschutz muss erneuert werden, in den Nasszellen gibt es keine Barrierefreiheit. Kosten in Millionenhöhe träfen den Caritasverband. Das Platzangebot für Bewohner wird nach ersten Informationen deutlich verkleinert werden.


Die jetzige Einrichtung mit 60 Bewohnern sei aus wirtschaftlichen Gründen so nicht aufrechtzuerhalten, erklärt Doris Schneider, Geschäftsführerin Altenheime, auf Anfrage. Auch die veränderten gesetzlichen Vorgaben durch das Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes sowie Vorgaben des Brandschutzes seien Gründe, zu handeln. »Unsere Nasszellen sind nicht barrierefrei«, sagt Schneider. Auch die Aufenthaltsbereiche bedürfen einer grundlegenden Neukonzeptionierung. Darüber hinaus existiere eine »ungeklärte Parkplatzsituation« vor dem Haus. Ursprünglich war St. Felicitas für »rüstige Rentner« geschaffen worden, derzeit wird die Einrichtung größtenteils von auf Hilfe angewiesenen Menschen bewohnt.

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»Kein wirtschaftlicher Betrieb«

Um ein Altenheim wie St. Felicitas wirtschaftlich weiterzubetreiben, bedürfe es mindestens 90 Plätze. Allerdings gebe es sowieso schon eine Überversorgung an Plätzen, denn das Haus ist nicht ausgelastet. Rund 35 Mitarbeiter beschäftigt der Caritasverband in der Felicitas.

»Wir prüfen zur Zeit, ob wir das Haus mit einem neuen Konzept weiterführen können«, sagt Schneider. Es werde überlegt, das jetzige Altenheim in seniorengerechte Appartements mit Bad und Küchenzeile umzubauen, die Pflege in den kleinen Wohnungen anzubieten und gleichzeitig im Haus eine Tagespflege zu realisieren. Die Pflegekasse leiste für diese ambulante Versorgung höhere Pauschalen, dadurch könnten kleinere Häuser wirtschaftlich betrieben werden, meint Schneider.

»Gute Ergänzung«

»Das neue Konzept für das Altenheim St. Felicitas ist eine gute Ergänzung zum betreuten Wohnen«, so Geschäftsführerin Schneider. Es sei durch das neue Pflegestärkungsgesetz möglich und entspreche dem allgemeinen Trend, der ambulanten Versorgung den Vorzug vor der stationären Versorgung zu geben. Für die derzeitigen Bewohner bestehe in Teilen die Möglichkeit, im Haus zu bleiben.

Stark verkleinert in die Zukunft?

Rund 30 Plätze sollen in Zukunft zur Verfügung stehen, die Bewohner und deren Angehörige wurden bereits informiert. Ebenso fand inzwischen eine Mitarbeiterversammlung statt. Einzelgespräche sollen folgen. Sicher ist, dass nicht alle Mitarbeiter im Haus bleiben können. Schneider sagt: »Wir sind mit dem Diakoniewerk Hohenbrunn in einem guten Gespräch.« Felicitas-Bewohner sollen dort weiterwohnen können, wenn die Verhandlungen erfolgreich verliefen.

Bevor es aber so weit ist, muss die Einrichtung in weiten Teilen umgebaut werden. Mit reduzierter Bewohnerzahl könnte dies auch im laufenden Betrieb geschehen, weiß Schneider. Pläne gibt es bislang noch nicht. »Uns war es wichtig, die Problematik an die Öffentlichkeit zu bringen. Das ist nur fair allen Beteiligten gegenüber.«

Denn, wenn das Konzept wegen zu hoher Umbaukosten nicht umsetzbar sei, müsse das Altenheim geschlossen werden, kündigt Schneider an. Eine Entscheidung darüber falle bis Ende Mai. Natürlich wisse sie um die schwierige Situation für die Bewohner und Angehörigen, falls das Haus geschlossen werde. Keine Überlegungen gebe es, das Haus für die Unterbringung von weiteren Flüchtlingen zu nutzen.

Zum 31. März wird Einrichtungsleiter Ludwig Schöner das Altenheim St. Felicitas verlassen. Aus »familiären Gründen«, wie es heißt. Neue Leiterin des Hauses wird die bisherige Pflegedienstleiterin Andrea Schnurrer, die seit 24 Jahren im Diözesan-Caritasverband arbeitet und seit 2008 Pflegedienstleiterin in der Stanggaß ist. Kilian Pfeiffer