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Am liebsten langsam und geräuschlos

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Ramsau - Ramsaus Kämmerer Alois Resch stellte im Gemeinderat Ramsau in dessen Sitzung am Mittwoch anhand von Diagrammen die Messwerte vor, die von Ende August etwa drei Wochen lang an drei Standorten der Ortsdurchfahrt ermittelt wurden. Seit Längerem wurde in diesem Gremium immer wieder berichtet, dass zu schnelles Fahren innerorts Gefahr und Lärm verursache. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung »Im Tal«, insbesondere an der Engstelle zwischen Kirche und Haus Saxen wurde vielfach gefordert. Die Geschwindigkeitsmessungen ergaben allerdings ein anderes Bild. Die meisten Verkehrsteilnehmer halten sich an die Vorgabe, bleiben in manchen Bereichen sogar freiwillig weit unter der erlaubten Geschwindigkeit von 50 km/h im Ortsbereich.


Ein erstes Fazit von Bürgermeister Herbert Gschoßmann lautete, dass die individuelle Wahrnehmung wohl in bestimmten Fällen weit von der Realität abweiche. Motorrad- oder Quadgruppen nerven die Anlieger einfach, zu belangen sind sie aber nicht wegen überhöhter Geschwindigkeit. Im Ergebnis sei, so Gschoßmann, wohl aussichtslos, eine Geschwindigkeitsbegrenzung, die ohnehin bei den entsprechenden Behörden, einschließlich Polizei, auf keinen fruchtbaren Boden gestoßen war, zu beantragen.

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An drei Stellen wurden Im Tal Geschwindigkeiten gemessen, wobei, wie Alois Resch ausdrücklich betonte, neben der Geschwindigkeit nur die Fahrzeuggrößen registriert wurden. Wer mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort »bretterte«, wozu es im Übrigen nur relativ wenige und dies meist zu Nachtzeiten verleitete, braucht sich im speziellen Fall noch keine Sorgen zu machen. Bei den sporadischen Kontrollen durch die Polizei ist dies natürlich anders.

Gemessen wurde im Kirchenbereich, im Bereich der Tankstelle Buchwinkler sowie in der Nähe des Ortsausganges Richtung Hintersee, in Nachbarschaft des Hauses »Carolina«. An letztgenannter Stelle wurden auch die Höchstgeschwindigkeiten gemessen, allerdings in sehr niedrigem Prozentbereich. Die Werte an der Messstelle Tal 24, wo eine gut ausgebaute, gerade Straße zum »Rasen« verleiten könnte, waren in großer Mehrheit im Rahmen der üblichen Vorgaben. Das überraschte sogar Kämmerer Resch.

Nur wenige Lenker bekamen hier einen Bleifuß. Und an der Engstelle in Kirchennähe drosselten die meisten Fahrzeugführer von selbst die Geschwindigkeit und erreichten 30 km/h oder noch weniger.

Etwas flotter waren die Fahrzeuge beim Passieren der Messstelle im Tal 85 unterwegs, auch wenn die Mehrheit sich an die Höchstgeschwindigkeit hielt. In ruhigeren Zeiten, also später am Abend und in der Nacht, wurden auch schon mal 60, 70 und mehr, bis zu 100 km/h ermittelt.

In einer kurzen Diskussion sprach Hannes Grill davon, dass das eigentliche Problem nicht die Geschwindigkeit, sondern der Lärm sei, hatte aber auch keine Lösung des Problems parat. 2. Bürgermeister Josef Maltan schlug mobile Geschwindigkeitsanzeiger vor, die, besonders an der Kirche den Fahrer vielleicht zum Drosseln des Fahrzeuges animierten. Die Geräte könne man kostenlos von Berchtesgaden leihen, wie er im Gespräch mit dem Marktbürgermeister erfahren habe. Was allerdings schwierig wäre, gab Bürgermeister Herbert Gschoßmann zu bedenken, da die Ortsdurchfahrt eine Staatsstraße sei und nicht in eigener Verwaltung stehe.

Dr. Hanns Müller-Bardorff schlug ein Hinweisschild auf eine Gefahrenstelle vor, was Rudi Fendt allerdings störend für die berühmte Kirchenansicht fand. Er hielt ebenfalls die mobilen Geschwindigkeitsanzeiger für ein probates Mittel. DM