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Artenschutz ohne Grenzen

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Gemeinsam für die Insekten im Alpenraum: Umweltminister Dr. Marcel Huber (4.v.r.), Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler (3.v.r.) und Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamts für Umwelt (r.), stellten das Projekt »protectAlps« vor. (Foto: Rothenbuchner)

Berchtesgaden – Wie beeinflussen global verbreitete Schadstoffe die Insektenvielfalt im Alpenraum? Dieser Frage geht das neue bayerisch-österreichische Projekt »protectAlps« nach. Umweltminister Dr. Marcel Huber, Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler und Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamts für Umwelt, haben das Forschungsprojekt am Montag im »Haus der Berge« in Berchtesgaden vorgestellt.


»Das Insektensterben ist ein Thema, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen«, brachte es Claus Kumutat, der am Montag über das Projekt informierte, auf den Punkt. »Alle Daten, die wir haben, zeigen einen Artenrückgang. Zweifel sind nicht mehr angebracht.« Dem Artenschwund könne man nur gemeinsam entgegentreten und dafür brauche man ein fundiertes Wissen, erklärte Dr. Marcel Huber.

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Erst dann könne man langfristig Gegenmaßnahmen einleiten. Josef Geisler bekräftigte auch, wie wichtig fundierte Daten seien, um das Thema allen Menschen bewusst und begreifbar zu machen. Die Wissenschaftler wollen daher herausfinden, inwieweit sich im bayerisch-österreichischen Alpenraum die Zusammensetzung von Insektenarten durch den Einfluss von Stickstoffen und persistenten Schadstoffen verändert hat und wie diese sich auf wild lebende Insekten auswirken.

Auf den Weg gebracht wurde das EU-Interreg-Projekt vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus, der Universität Innsbruck und dem Sonnblick Observatorium im Land Salzburg. Rund 170 000 Euro stehen in Bayern für das dreijährige Projekt zur Verfügung, 75 Prozent davon kommen von der EU. Für das Projekt kann bereits auf Daten zurückgegriffen werden, die seit 2005 im Schneefernhaus auf der Zugspitze und im Sonnblick Observatorium auf dem Hohen Sonnblick gewonnen wurden.

Während der Veranstaltung im »Haus der Berge« wiesen die Redner mehrfach auf die gemeinsame Verantwortung für den Schutz der Artenvielfalt hin. »Die Alpen sind ein bedeutender Wirtschaftsraum und gleichzeitig das ökologische Herz Europas«, erklärte Marcel Huber. »Ein Intaktes Ökosystem wie in den Alpen ist vielen Bedrohungen ausgesetzt. Wir tragen die Verantwortung für den Schutz der Alpen gemeinsam mit vielen Ländern, das Projekt ›protectAlps‹ stärkt diese Verantwortungsgemeinschaft.« Auch Nationalparkleiter Roland Baier stellte klar: »Wir alle sind nur gemeinsam und in der Kooperation wirklich stark – vor allem in der Wissenschaft.«

Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es im Internet unter www.lfu.bayern.de. Alexandra Rothenbuchner