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Asphaltomas und Abschiebung

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Mini-Mischwerk: Nathalie Fourrier und Christian Kuhn von Astec Mobile Machinery erklären anhand eines Modells die Herstellung von Asphalt. (Foto: Fischer)

Berchtesgaden – Neben dem Fachkräftemangel sind die Wiederverwendung und die Qualitätssicherung die Hauptthemen der Deutschen Asphalttage, die noch bis heute im Kongresshaus stattfinden. Der »Berchtesgadener Anzeiger« hat sich über die neuesten Trends beim Straßenbau erkundigt.


Die beste Ansprechpartnerin für das Recycling von Asphalt ist Kristjana Gjiri von der Firma Storimpex. Dieses Unternehmen hat sich auf das Maximalrecycling von Straßenbelag spezialisiert. Und das wird immer wichtiger. Denn das Kreislaufwirtschaftsgesetz im Bund und die jeweiligen Vorschriften auf Landesebene geben vor, dass möglichst viel von ausgebauten Asphalt wiederverwendet werden muss. »Man kann sehr viel des ausgefrästen Asphaltgranulats wiederverwenden«, erklärt Gjiri. »Bis zu 95 Prozent können wir mit unserem Verfahren neu mischen. Das hänge aber von der jeweiligen Mischanlage ab. Und es braucht dazu die richtige Technik und Additive. »Es geht darum, aus einer Asphalt-Oma eine junge Frau zu machen«, lacht die Expertin. Weitere Vorteile: Kostenersparnis, vor allem beim teuren Bitumen, Kohlendioxidreduzierung bis zu 30 Prozent und Schonung der natürlichen Ressourcen.

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Für heiße Fragen ist Martin Fliegl, der Verkaufschef von Fliegl Bau- und Kommunaltechnik zuständig. Das Unternehmen hat nämlich eine neue Thermomulde entwickelt. Darin kommt der Asphalt wohltemperiert zur Baustelle. »Es gibt strenge Temperaturvorgaben«, erklärt Fliegl. Bei der Herstellung dürfen es nicht über 185 Grad sein, beim Einbau nicht weniger als 150 Grad. »Er darf nicht zu kalt sein. Und auch nicht zu heiß«, betont der Urbayer. »Weil: Verbrennt is verbrennt.« Das kann mit seiner thermoisolierten Mulde, eine »Thermoskanne auf Rädern«, wie er sagt, nicht passieren.

Hightech ist auch die integrierte Abschiebetechnik. Dabei wird der Asphalt nicht einfach ausgekippt, sondern hydraulisch aus der Mulde geschoben. Und gleichzeitig homogenisiert, also nochmals ordentlich durchgemischt. »Das Ziel ist immer hochwertiger Asphalt, der möglichst lange hält. Da haben alle was davon: der Auftraggeber, der Steuerzahler und der Autofahrer«, so Fliegl. Christian Fischer