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Attacken auf Jogger und Radfahrerin

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Leinenpflicht für Hunde gibt es auch im Talkessel. Nicht daran gehalten haben sich jene zwei Hundebesitzer, deren Tiere nun einen 20-Jährigen in Bischofswiesen und eine 19-Jährige in Berchtesgaden attackierten. (Symbolbild: dpa)

Bischofswiesen/Berchtesgaden – Der Polizei waren die beiden Hundeattacken der letzten Wochen am Böcklweiher und an der Pfisterleiten keine Meldung wert. Kein Verständnis dürfte dafür Dr. Udo Langenhorst haben: Immerhin wurde sein 20-jähriger Sohn Opfer einer Hundeattacke. Die komplikationsreiche Verletzung erforderte einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt samt mehrerer Operationen.


Die Bevölkerung sensibilisieren möchte Dr. Udo Langenhorst. Und zwar für die versteckte Gefahr, »die von manch einem Hund, aber auch dem Halter ausgeht«, sagt der Mediziner. Dessen Sohn wurde schwer verletzt, als er am 7. Mai beim Joggen am Böcklweiher unterwegs war und von zwei nicht angeleinten Hunden angegriffen wurde. Der größere Hund biss dem Jogger in die Wade, eine tiefe Verletzung ohne Chance auf selbstständige Heilung. Was folgte, war ein achttägiger Krankenhausaufenthalt samt begleitender, komplizierter Wundinfektion, anschließend mussten die Ärzte ein weiteres Mal operieren.

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Langenhorst stellte Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung, da die Hunde nicht an der Leine waren. Nach Angaben der Hundehalterin war es nicht das erste Mal, dass das Tier auffällig wurde. Eine Mitteilung des Vorfalls ging auch an das Bischofswieser Ordnungsamt. Ordnungsamtsleiterin Veronika Ertl sagte auf Anfrage des »Berchtesgadener Anzeiger«, dass man auf die Stellungnahmen der Beteiligten warte. Ein Polizeihundeführer werde den Hund begutachten, ob dieser eventuell aggressiv ist, und eine Prognose abgeben. Möglich ist etwa eine verordnete Leinen- oder Maulkorbpflicht.

Im äußersten Notfall, »wenn ein Hund nicht zu bändigen ist«, so der Berchtesgadener Polizeichef Günther Adolph, kann die Entscheidung des Einschläferns getroffen werden. Allerdings sei das ein Ausnahmefall.

Udo Langenhorst sagt, dass es sich bei Tierbissen »um eine der komplikationsreichsten Verletzungen handelt, da es bei Hundebissen im Durchschnitt zur Infektion mit fünf verschiedenen Keimen kommt, die nur schwer in den Griff zu bekommen sind.« Der 20-jährige Sohn musste nun selbst die Erfahrung machen: Über zwei Wochen nach dem Hundebiss ist das Hundebissopfer noch immer nicht gehfähig und befindet sich weiterhin in ambulanter Behandlung.

Eine zweite Hundeattacke ereignete sich kürzlich an der Pfisterleiten. Eine 19-Jährige war mit ihrem Fahrrad unterwegs. Ein Hund, der nicht angeleint war, folgte der jungen Frau, fiel sie an und verletzte sie schwer. Die Frau musste stationär in das Krankenhaus eingeliefert und operiert werden. Der Hundehalter ist nach Auskunft von Günther Adolph der Polizei bekannt. Er wird eine Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung erhalten. »Natürlich könnten auch Schadensersatzforderungen an ihn gestellt werden. Kilian Pfeiffer

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