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Auf den höchsten Berg der nördlichen Kalkalpen

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Der Ausflug der Alpenvereinssektion Berchtesgaden in die Lechtaler Alpen wurde mit der Besteigung der Parseierspitze gekrönt. Fotos: DAV
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Das Gelände rund um die Parseierspitze ist durchaus anspruchsvoll.

Berchtesgaden/Grins – Weit mussten die Bergsteiger der Alpenvereinssektion Berchtesgaden fahren, um zu ihrem Ziel, der Parseierspitze in den Lechtaler Alpen, zu gelangen. In Grins hinter Landeck begann für die acht Mitglieder der DAV-Sektion der dreistündige Aufstieg zur Augsburger Hütte (2 289 Meter).


Imposant stand die Hütte über den Bergsteigern auf einem winzigen Vorsprung – nur mit weit zurückgelegtem Kopf konnte man das Bauwerk erkennen. Dann setzte der Regen ein, doch in der gemütlichen Hütte wurde alles wieder getrocknet, es gab schöne Schlafgelegenheiten und gutes Essen. Aber man machte sich Sorgen ums Wetter. Der Wirt beruhigte die Berchtesgadener: »Ihr könnt morgen gehen.«

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Tatsächlich – die Berchtesgadener konnten bei herrlichem Sonnenschein zur Parseierspitze starten. Sie nahmen den kürzeren, aber sehr steilen, direkten Anstieg durch die Gasillschlucht, der drahtseilgesichert auf den Grinnerferner hinaufführt. Jetzt standen sie vor der 250 Meter hohen Südwand. Die Berchtesgadener dachten sich: »Der Kederbacher aus der Ramsau ist hier bereits 1874 rauf geklettert – das sollten wir doch auch schaffen.«

Der »Weg« war zwar markiert, aber der brüchige Fels mit viel Schuttauflage verlangte äußerste Vorsicht und wegen der Steinschlaggefahr behutsames Gehen. Den II. Schwierigkeitsgrad muss man hier beherrschen. Dann ein froher Juchizer, denn das Gipfelkreuz war erreicht. Rundum Berge, die man großteils nicht kannte. Von so einem Standort hatten die Berchtesgadener die Alpen nie zuvor gesehen. Das Abklettern schaffte man zügig.

Das Wetter war immer noch bestens, also ging es noch schnell auf den gegenüberliegenden Gatschkopf (2 947 Meter). Der anschließende Abstieg zur Augsburger Hütte war unangenehm steil, brüchig und erdig. »Es gibt scheinbar keine leichten Wege hier«, hieß es bei den Berchtesgadenern. Doch sie freuten sich über die netten Wirtsleute. Deshalb rastete man ausgiebig auf der aussichtsreichen Terrasse. Erst spät waren die Berchtesgadener wieder bei den Fahrzeugen in Grins. Ch.Z.