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Auf den Spuren der Berggöttinnen

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Erster Durchgang der kinesiologischen Testreihe: Kann die Probandin den Arm halten? Dr. Anneliese Heidegger steht hinter ihr. (Foto: Janoschka)

Marktschellenberg – Viel ist heutzutage von Kraftorten die Rede und davon, welche Wirkung sie auf den Menschen haben.


Dieser Frage ging auch Dr. Anneliese Heidegger in Marktschellenberg nach. Mit kinesiologischen Muskeltests wies sie nach, ob so ein Ort die Energie stärken oder schwächen kann.

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Ausgangspunkt waren die Forschungsergebnisse der matriarchalen Philosophin Heide Göttner-Abendroth in ihrem Buch »Berggöttinnen der Alpen – Matriarchale Landschaftsmythologie in vier Alpenländern« (Edition Raetia, Bozen, 2016, ISBN 978-88-7283-556-2). In dem Kapitel »Das Salz des Lebens – An den Flüssen Saalach und Salzach bei Reichenhall und Hallein« untersucht sie zum Beispiel einen Kraftort oberhalb von Hallein auf dem Dürrnberg, der für die Menschen der Jungsteinzeit ein heiliger Berg war.

Die Menschen früherer Zeiten verehrten nach den Erkenntnissen von Göttner-Abendroth in den Bergformationen Berggöttinnen, siedelten sich zu deren Füßen an und errichteten Kultstätten, die diese Funktion durch die Zeiten behielten, bis Christen dort ihre Kirchen errichteten. Warum begeben sich aber Menschen heute noch auf Wallfahrten in diese Kirchen? Sicherlich, weil sie sich von dem Ort Heilung in irgend einer Form erhoffen. Ist es jedoch die Energie des Ortes, oder sind es die inneren Selbstheilungskräfte eines jeden Menschen, die eine Wirkung hervorrufen?

»Der Glaube versetzt Berge«, sagt ein Sprichwort, das sicher auch schon für die Menschen von früher galt: Sie glaubten an die Gegenwart von (Berg-)Göttinnen und huldigten ihnen an ihren Kultstätten. Die mentale Energie der Menschen vermischte sich in der Vorstellung mit der Strahlungsenergie des Ortes. Der Energiefluss spielt für die Gesundheit eine große Rolle, und die Medizin der Zukunft sollte diese Erkenntnisse in ihre Therapieangebote mit hineinnehmen, wünscht sich Dr. Heidegger. Sie hat vor 30 Jahren die Gesundheitswochen in Marktschellenberg ins Leben gerufen und die Kartoffelkur entwickelt. Dass diese die beste Prävention gegen Osteoporose ist und den Cholesterinspiegel senkt, wurde in einer Vorher-Nachher-Studie an den Universitäten in Salzburg und München nachgewiesen.

Bei einem Kongress mit Ethnologen aus aller Welt in Luxemburg habe sie Heide Göttner-Abendroth kennengelernt. »Die Frage, ob man mit wissenschaftlichen Methoden die Ergebnisse der kinesiologischen Tests nachweisen kann, treibt mich um«, sagt Dr. Heidegger. Auf jeden Fall könnte so ein Test ein Anstoß für eine wissenschaftliche Methode sein, erklärt sie ihr Vorgehen.

Fünf Frauen hatte sie eingeladen und zunächst in ihrem Haus den »Armtest« durchgeführt. Jede der Probandinnen sollte zuerst an ein schönes und anschließend an ein negatives Erlebnis denken. Beide Male überprüfte Dr. Heidegger die Kraft im ausgestreckten Arm, die im zweiten Fall deutlich reduziert war.

Das gleiche Experiment wurde danach in der Bad Dürrnberger Kirche ausgeführt, mit fast demselben Ergebnis: Die Kraft im Arm war bei positiven Gedanken dort etwas stärker, bei negativen fiel der Arm herunter wie im ersten Durchgang. Wäre der Kraftort auf dem Dürrnberg eine Energiequelle, wären die negativen Gedanken eventuell neutralisiert worden. Ob eine Probandin Kraft, also Energie, in ihrem Arm hatte, hing demnach nur von der Qualität ihrer Gedanken ab. Wer also negativ denkt, dem nützt auch der Aufenthalt an einem Kraftort nichts. Nur positive Gedanken können die Selbstheilung in Gang setzen. Was aber ein Kraftort bewirken kann, ist, dass er Impulse für positive Gedanken geben kann, sodass das Denken und Fühlen eines Menschen in diese Richtung verstärkt wird, wenn er am Kraftort positive Gedanken hegt.

Die Bedeutung der Gedankenqualität ist in der Psychologie mit der Bezeichnung »Selbstwirksamkeit« (nach Albert Bandura) belegt, ein Begriff, der als Motivation zur Vorbereitung auf Prüfungssituationen Hoffnung auf Erfolg vermittelt. In der Religion ist es der Glaube, der dem Menschen Sicherheit gibt, und der, wie im Experiment von Dr. Heidegger nachgewiesen, positive Gedanken und damit Heilung und Energie verspricht. »Dein Glaube hat dir geholfen«, sagte Jesus nicht nur einmal. Und die Bibel hat doch Recht. Brigitte Janoschka