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Auf der Datenautobahn ins Bergsteigerdorf

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Bei der Jahreshauptversammlung des Tourismusvereins Ramsau wurde Martha Graf-Frick nach 27 Jahren bei der Tourist-Info Ramsau in den Ruhestand verabschiedet. Geschäftsführer Fritz Rasp und Birgit Gschoßmann dankten ihrer Mitstreiterin für viele schöne Jahre bester Zusammenarbeit. (Foto: Wechslinger)

Ramsau – Bei der Jahreshauptversammlung des Tourismusvereins Ramsau im Gasthof »Oberwirt« war erkennbar, wie tief verwurzelt der Tourismus in der Ramsau ist und wie bewusst und nachhaltig sich die Ramsauer um ihre Gäste kümmern. Dabei hielt Vorsitzende Birgit Gschoßmann einen flammenden Vortrag, in dem die Vermieterin wertvolle Richtlinien für die Arbeit am Gast aufzeigte. Touristinfo-Chef Fritz Rasp machte deutlich, wie wichtig für die Ramsau das neue Prädikat »Bergsteigerdorf« sei. Dem Vorsitzenden der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK), Franz Rasp, gelang es in einem sehr anschaulichen Vortrag, die neuesten Erkenntnisse zum Markenprozess zu vermitteln. Schließlich stellte Christian Riel noch einmal die Wichtigkeit der Sesselbahn auf das Hochschwarzeck heraus.


Nach den Grußworten des zweiten Bürgermeisters Josef Maltan ergriff die Vorsitzende des Tourismusvereins, Birgit Gschoßmann, das Wort und sprach von einer vorzeigewürdigen Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Die Geschehnisse auf der Welt würden Gäste verstärkt nach Bayern und auch in die Ramsau bringen, erklärte die Vorsitzende mit den Worten »Wir schaffen das. Nutzen wir die Chance.«

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Preisanpassung gefordert

Nach einem Rückblick auf vielfältige Aktivitäten für den Gast forderte Gschoßmann mit den Worten »Wir haben nichts zu verschenken« eine adäquate Preisanpassung von den Vermietern. Gschoßmann sprach von Innovationen auf ganzer Linie und einem sehr guten Zusammenhalt im inneren Landkreis. So seien die Tourismusvereine im ständigen Dialog und näher zusammengerückt. Ein Megatrend bei den Gästen sei weiterhin das Wandern und auch das Radfahren, immer mehr mit dem E-Bike. Um die Vorlieben der Gäste besser auszuloten, seien Umfragen gemacht worden, die den Gästeanspruch auf guten und gehobenen Komfort widerspiegelten. Dabei spiele exklusiver Komfort in den Beherbergungsbetrieben nur eine untergeordnete Rolle.

Bei der Frage, was den Gästen am wichtigsten sei, wurden an der Spitze Bettwäsche und Handtücher (89 Prozent) genannt. Es folgten ein separates Schlafzimmer (87 Prozent), ein Fernseher im Wohnzimmer (79 Prozent), eine Verdunklungsmöglichkeit (79 Prozent), WLAN (53 Prozent) und ein Geschirrspüler (52 Prozent).

Nach mehreren Bränden in jüngster Vergangenheit werde verstärkt auf Brandschutz geachtet. So seien ab 1. Januar 2018 Rauchmelder in allen Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren bindend. Empfohlen würden Brandmelder in Treppenräumen, da es sich hier um den ersten und zweiten Fluchtweg handle. Auf unnötige brennbare Dekoration in den Fluren solle verzichtet werden.

Begeisterung für das Bergsteigerdorf

Der Geschäftsführer der Tourist-Info Ramsau, Fritz Rasp, sprach von einem Gästeplus über zehn Prozent und erinnerte wie Gschoßmann, dass die Weltlage mit terroristischer Bedrohung dem heimischen Tourismus in die Karten spiele. Gleichwohl müsse man neuen Entwicklungen wie dem Onlinegeschäft Rechnung tragen. Da sehr viele Buchungen via Internet liefen, müsse der Vermieter dem Gast auch verstärkt die Möglichkeit zur Onlinebuchung geben. Als Rasp vom Bergsteigerdorf Ramsau sprach, merkte man ihm die Begeisterung für dieses Prädikat an: »Wir Ramsauer wissen, was wir für eine herrliche Landschaft haben, leben wir das Bergsteigerdorf.«

Mit Spannung warteten die Versammelten darauf, was TRBK-Vorsitzender Franz Rasp zum Markenprozess sagen würde. Und Rasp enttäuschte die Ramsauer mit seinen Ausführungen nicht. Als im Saal auf einmal »Kinder-Schokolade« verteilt wurde, mag sich noch mancher gewundert haben. Nachdem jedoch Rasp erklärt hatte, was Marke bedeute, war klar, warum jeder im Saal irgendein Produkt aus dem reichhaltigen Repertoire der italienischen Firma »Ferrero« bekommen hat. Jeder assoziiert mit den verschiedensten Produkten dieser Firma den Begriff »Kinder-Schokolade«. Eine Marke muss nämlich zwei Dinge besitzen: Bekanntheit und Begehrlichkeit, so der Berchtesgadener »Markenstratege«, der mit seinem eingeleiteten Markenprozess im gesamten Landkreis großen Zuspruch erhält.

Nachdem Birgit Gschoßmann einen Ausblick auf die Vorhaben dieses Jahres gegeben hatte, folgte die emotionale Verabschiedung von Martha Graf-Frick, die über 27 Jahre die gute Seele der Ramsauer Tourist-Info gewesen ist.

Schließlich trat der Geschäftsführer der Hochschwarzeck-Bergbahn, Christian Riel, ans Rednerpult und machte erneut deutlich, wie wichtig das Hochschwarzeck für die Ramsau, aber auch für die gesamte Region sei. »Helft alle mit, das Hochschwarzeck zu erhalten«, appellierte Riel an die Versammlung. Christian Wechslinger