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Aufwendige Rettungsaktion am Königssee

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Da die beiden Hubschrauber nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr weiterfliegen konnten, wurden zwei weitere, nachtflugtaugliche Polizeihubschrauber (Edelweiß 7 und 8) nachgefordert, die den Aufenthaltsort der Frau bestätigten und sie dann gegen 0.20 Uhr mit der Bergwacht per Winde aus der Wand retteten. Der zweite Hubschrauber leuchtete die Einsatzstelle während der Rettungsaktion per Scheinwerfer aus. Foto: BRK BGL

Schönau am Königssee – Plötzlich kam die Frau nicht mehr voran, sie wusste nicht mehr, wo sie sich befand. Auf jeden Fall irgendwo am Königssee musste es sein. Deshalb verständigte sie am Mittwoch gegen 17 Uhr ihren Vermieter. Der wiederum setzte bei der Bergwacht Berchtesgaden einen Notruf ab.


Die Urlauberin aus dem asiatischen Raum hatte dem Vermieter mitgeteilt, dass sie im Bereich des Königssees vom Weg abgekommen sei und Hilfe benötige, da sie weder vor noch zurückkäme. Da sie weder ihr Ziel noch ihren Standort mitteilen konnte, gestaltete sich die Eingrenzung sehr schwierig. Die Wasserwacht Berchtesgaden unterstützte die Bergwacht mit der Durchführung von Transporten der Einsatzkräfte und der Absuche des Uferbereiches.

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Da die Telefonverbindung mit der verstiegenen Person immer wieder abriss und eine Lokalisierung aufgrund ihrer sich widersprechenden Beschreibungen unmöglich war, wurde der Rettungshubschrauber Christoph 14 aus Traunstein und der Polizeihubschrauber Edelweiß 1 zur Unterstützung angefordert. Während die beiden Hubschrauber mit Bergwachtmännern an Bord systematisch das Einsatzgebiet absuchten, durchkämmten vier Suchmannschaften der Bergwacht Berchtesgaden sämtliche Steige rund um den Königssee – ohne Erfolg.

Gegen 20.40 Uhr kam eine kurze Telefonverbindung zu der verstiegenen Person zustande, in der sie mitteilte, dass sich der Hubschrauber genau über ihr befände. Danach brach die Verbindung abermals ab. Problematisch war, dass sich zu dieser Zeit beide Hubschrauber an unterschiedlichen Orten befanden. Da sie nicht mehr mitteilen konnte, welchen der beiden Hubschrauber sie gesehen hatte, war ihr Standort erneut nicht festzustellen.

Nach Einbruch der Dämmerung wurde durch Zufall das Handylicht der Verstiegenen entdeckt. Die Bergwacht-Einsatzkräfte machten den Aufenthaltsort aus, die Röthwand oberhalb der Fischunkelalm. Da der Einbruch der Dunkelheit den Abbruch des Einsatzes für Christoph 14 und den Polizeihubschrauber erzwang, wurde eine nachtflugtaugliche Polizeimaschine nachgefordert. Diese sollte den Ort verifizieren und gegebenenfalls einen zweiten Hubschrauber nachfordern. Die widrigen Wetterbedingungen mit Regen, Kälte und Dunkelheit setzten der Verstiegenen körperlich und psychisch immens zu.

Letztendlich wurde die stark unterkühlte Frau gegen 0.20 Uhr durch den Luftretter der Bergwacht Berchtesgaden und den Polizeihubschrauber Edelweiß 7 und 8 per Rettungswinde gerettet. Zur Behandlung wurde sie ins Krankenhaus Berchtesgaden gebracht.

Bereits am Dienstag gegen 14 Uhr waren die Bergwacht Berchtesgaden und der Traunsteiner Rettungshubschrauber zum Röthbach-Wasserfall unterwegs, wo seit einer Stunde ein Bergsteiger vermisst wurde. Gerade als die Suchaktion anlief, tauchte der Mann aber wieder auf. Der Röthfall gilt als der höchste Wasserfall Deutschlands. Gegen 16 Uhr musste die Bergwacht ein elfjähriges Mädchen mit einer Sprunggelenksverletzung an der Grünsteinhütte versorgen und per Geländewagen zum Hammerstiel-Parkplatz bringen. Eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes lieferte das Kind dann in die Kreisklinik Berchtesgaden ein. bw/ml