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»Aus« für 15-Euro-Jahresparkschein

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Die vielen Dauercamper auf dem Parkplatz Königssee sind dem Gemeinderat ein Dorn im Auge. Mit dem 15-Euro-Jahresparkschein können zudem viele Camper hier einen extrem günstigen Urlaub verbringen. Zum 1. Januar wird der Jahresparkschein abgeschafft. (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Den 15-Euro-Jahresparkschein für den Parkplatz Königssee wird es ab dem 1. Januar nicht mehr geben. Das beschloss der Gemeinderat Schönau am Königssee am Dienstag einstimmig. Der Jahresparkschein war in den letzten Monaten zunehmend von Campern, Sportlern und Wanderern missbraucht worden. Die Einheimischen, für die er in erster Linie gedacht war, holen sich dagegen fast ausschließlich den 30-Euro-Jahresschein für alle Wanderparkplätze im Berchtesgadener Talkessel.


Der Jahresparkschein war nach den Worten von Bürgermeister Hannes Rasp im Jahr 2009 eingeführt worden. Kostenlos parken bislang lediglich die Beschäftigten, die im Bereich der Seestraße/Fußgängerzone arbeiten. Für die anderen Vielparker war die neue 15-Euro-Karte gedacht. »Die Situation hat sich in letzter Zeit aber anders entwickelt als gedacht«, stellte Bürgermeister Rasp fest. So hatte man im letzten Jahr bereits 1 422 Parkscheine für den Parkplatz Königssee ausgestellt. Und heuer seien es bis zum 22. September bereits 2 068 Parkscheine gewesen, sagte Rasp. Nur 60 davon gingen an Autos mit BGL-Zeichen.

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Hintergrund ist, dass sich zuletzt immer mehr Camper, Tourengeher und Langzeiturlauber diese Karte gekauft haben, weil sie sich bei einer Tagesparkgebühr von 5 Euro bereits nach drei Parktagen amortisiert. »Außerdem ist der Verkauf der Jahreskarte auch noch ein großer Aufwand«, sagte Hannes Rasp. Er schlug deshalb vor, die 15-Euro-Karte ab Januar abzuschaffen. »Vielparker können dann halt nur noch auf den Jahresparkschein für alle Wanderparkplätze zurückgreifen«, sagte Rasp. Für die Beschäftigten rund um den Parkplatz soll es aber einen Sonderparkausweis für 15 Euro geben. Beschäftigte im Bereich der Fußgängerzone parken weiterhin kostenlos.

Nach der rechtlichen Situation wegen der Vergünstigung für Arbeitnehmer erkundigte sich Sepp Springl (CSU). Hier sah Bürgermeister Rasp kein Problem, weil es sich ja nur um eine Personengruppe handele. Hintergrund der Anfrage war eine noch laufende Popularklage. Dabei geht es um eine mögliche Benachteiligung der Einheimischen auf dem Parkplatz Königssee, wo Gäste ja über die Kurkarte eine Ermäßigung erhalten. »Bis Ende Oktober müssen wir unsere Stellungnahme abgeben«, sagte Hannes Rasp.

Thomas Janzen (Freie Wähler) thematisierte die Problematik des Dauercampens auf dem Parkplatz. »Es ist schwierig, hier einzugreifen, wenn in der Hochsaison die Campingplätze im Berchtesgadener Land voll sind«, sagte Hannes Rasp. Denn schließlich wolle man ja Urlauber hier haben. Zudem dürfe jeder Camper einmal übernachten, um seine Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Es sei schwierig, den Campern etwas anderes zu beweisen.

Allerdings ist auch Bürgermeister Hannes Rasp der Überzeugung, dass man hier künftig eine andere Regelung schaffen müsse. Das sah auch 2. Bürgermeister Richard Lenz, selbst Betreiber eines Campingplatzes, so: »Niemand hat etwas dagegen, wenn auf dem Parkplatz einmal genächtigt wird. Gegen das Dauercampen müssen wir aber etwas unternehmen.« Ulli Kastner