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Ausbildungsstart für knapp 600 Lehrlinge

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»Frittaten« machen und Kresse schneiden: Anton Hillebrand (links) aus Ramsau und Daniel Engljähringer aus Bischofswiesen haben gestern ihre Lehre als Koch im Hotel »Edelweiß« in Berchtesgaden gestartet. Foto: Anzeiger/Poschinger

Berchtesgadener Land – In einen neuen Lebensabschnitt sind gestern knapp 600 Auszubildende im Landkreis gestartet. Sie alle haben zum 1. September eine Lehrstelle angetreten und werden in den nächsten drei Jahren ihre Berufsausbildung abschließen. Unter ihnen waren auch Daniel Engljähringer (15) aus Bischofswiesen, Anton Hillebrand (16) aus Ramsau, Tabea Behr (16) aus Schönau am Königssee und Fabian Merse (15) aus Berchtesgaden. Sie alle haben das gleiche Berufsziel: Koch. Ihre Ausbildung treten sie in einer der größten Küchen der Region an, im Hotel »Edelweiß« im Herzen von Berchtesgaden.


»Nervös war ich schon ziemlich«, verrät Fabian im Gespräch mit dem »Anzeiger«. Währenddessen schneidet er mit großer Konzentration weiter Karotten und Sellerie für das Suppengemüse klein. Wenige Meter weiter macht der gleichaltrige Daniel einen Schwung neuer »Frittaten« aus Pfannkuchenteig und Anton bereitet die Kresse für die Suppen vor.

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In den Bereich der Patisserie hat es Tabea am ersten Arbeitstag verschlagen. Die 16-Jährige schneidet Toastwürfel für eine englische Puddingvariation. Die Handgriffe bei der Schönauerin laufen schnell und geübt ab. Nervosität hat sie keine gespürt, schließlich kenne sie das Team bereits von ihren Praktika. Zur Probe gearbeitet haben alle der vier Koch-Azubis in den letzten Monaten und sich so bereits einen Einblick in den Beruf verschafft.

Mit Hilfe von Praktika können Jugendliche erste Missverständnisse über den Beruf gleich im Vorfeld aus dem Weg räumen, raten Experten der Handwerkskammer. Außerdem lernten sich so zukünftige Arbeitskollegen gleich kennen. Für die vier Koch-Azubis wurde so schnell klar, dass es »normale« Arbeitszeiten in der Gastronomie nicht gibt. Am ersten Ausbildungstag gestern wurde um 9 Uhr begonnen und bis 14 Uhr gearbeitet. Danach folgte eine vierstündige Pause, ehe die vier Jugendlichen von 18 bis 22 Uhr noch einmal beim Abendessen gefordert waren.

Neben den vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die gestern gestartet sind, gibt es noch 50 Bewerber im Landkreis, die bisher noch keine Lehrstelle gefunden haben. Dabei wäre das Angebot sehr groß. Über 200 Lehrstellen im Landkreis Berchtesgadener Land wurden bisher nicht besetzt, da sich kein geeigneter Bewerber gefunden hatte.

Betroffen sind davon so gut wie alle Branchen. Probleme macht unter anderem der anhaltende Trend zur Akademisierung. Dabei vergessen viele, dass man als Handwerksmeister oft mindestens genauso viel oder noch mehr verdient wie mancher Akademiker. Andrea Poschinger