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Automatischer Nudelkocher und Blitzlichtschattenwände

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Maria Lenz und Antonia Gschoßmann (r.) vom Gymnasium Berchtesgaden wurden mit ihren Exponaten zur »MINTbegeistert«-Ausstellung Dritte.
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Dr. Claudia Kugelmann, Leiterin des Schülerforschungszentrums Berchtesgadener Land, mit der Zweitplatzierten Sonja Hölscher vom CJD Berchtesgaden. Sie untersuchte Doping im Sport.
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Dr. Claudia Kugelmann und Landrat Georg Grabner (l.) mit allen Teilnehmern und Siegern der 2. Schülerkonferenz. Fotos: Anzeiger/kb

Berchtesgaden - Die zweite Schülerkonferenz des Landkreises fand am Montag in Berchtesgaden statt. Dabei wurden die besten Seminararbeiten von Gymnasiasten aus dem Berchtesgadener Land ausgezeichnet. Schüler der 10. Klassen fungierten als Jury und kürten Moritz Meinecke vom Rottmayr Gymnasium in Laufen zum Sieger. Er beschäftigte sich mit der Wirtschaft Indiens und den beiden Ballungszentren Mumbai und Bangalore. Den zweiten Platz sicherte sich Sonja Hölscher vom CJD Berchtesgaden mit ihrer Arbeit »Sport und Doping«. Maria Lenz und Antonia Gschoßmann vom Gymnasium Berchtesgaden wurden mit der Arbeit »MINTbegeistert« Dritte.


Moritz Meinecke ist 17 Jahre alt, kommt aus Leobendorf, besucht die zwölfte Klasse am Laufener Rottmayr Gymnasium und will nach dem Abitur am liebsten Medizin studieren. Gemeinsam mit neun anderen Schulkollegen der vier Gymnasien im Landkreis präsentierte Moritz am Montagvormittag seine Seminararbeit im Schülerforschungszentrum Berchtesgaden. Jüngere Schüler aus den 10. Klassen schauten sich alle Arbeiten genau an und entschieden dann, welche die drei Besten sind. Die wurden am Nachmittag in der Aula des Gymnasiums Berchtesgaden vor großem Publikum vorgestellt.

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Moritz Meinecke überzeugte die junge Jury mit seiner Untersuchung über die wirtschaftliche Entwicklung der Städte Mumbai und Bangalore. Sie sind zwei der treibenden Wirtschaftskräfte in einem Land, das größtenteils durch Armut geprägt ist und Meinecke ging der Frage nach, wie sich beide Städte zu Wirtschaftsmächten entwickeln konnten und welche Rolle sie für Indien und seine Bevölkerung spielen. Wie er auf das Thema gekommen ist? »Wir hatten im Wissenschaftsseminar Geographie das Thema städtische Räume und ich habe mir gedacht, dass asiatische Städte sehr interessant sind. Außerdem habe ich den Film Slumdog Millionär gesehen, der ja in Mumbai spielt.«

Alle wichtigen Unterlagen, Zahlen und Quellen hat sich Moritz Meinecke in der Universitätsbibliothek Salzburg beschafft, am zeitintensivsten sei die Durcharbeitung des gesammelten Materials gewesen. »Das Schreiben und die Umsetzung war weniger das Problem.« Überraschende Erkenntnis sei für ihn gewesen, dass nur wenig Menschen in Indien von den Wirtschaftszentren profitieren, »obwohl man die Möglichkeit hätte, viele zu fördern und auf ein höheres Lebensniveau zu bringen«. 300 Euro Preisgeld hat Moritz von Landrat Georg Grabner bekommen, was er damit machen will, weiß der 17-Jährige noch nicht. »Vielleicht mal nach Indien reisen.«

Mit dem zweiten Platz und 200 Euro Preisgeld wurde Sonja Hölscher vom CJD Gymnasium ausgezeichnet. Sie beschäftigte sich mit der Problematik des Dopings bei der Sportart Strongman, bei der es weder ein festgelegtes Antidoping-Reglement noch Kontrollen gibt. Sonja Hölscher hinterfragte in ihrer Arbeit auch die ethischen Aspekte des Dopings und stellte die verschiedenen Wirkstoffe vor.

Maria Lenz und Antonia Gschoßmann haben für das Praxis-Seminar »MINTbegeistert« die Exponate »Blitzlichtschattenwand«, »Zylinderanamorphosen« und »Pendelwellen« entwickelt und gebaut. MINTbegeistert ist eine mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Mitmachausstellung. Durch das Be-Greifen der Exponate sollen MINT-Fächer aus einem ganz anderen Blickwinkel als in der Schule wahrgenommen werden. Die beiden Schülerinnen vom Gymnasium Berchtesgaden landeten mit ihrer Arbeit auf dem dritten Platz und bekamen 100 Euro Preisgeld vom Landrat überreicht.

Urkunden gingen an Elisabeth Birnbacher für ihren automatischen Tic-Tac-Toe-Spieler und an Vinvent Kadavanich für seinen automatischen Nudelkocher. Beide kommen vom Reichenhaller Karlsgymnasium.

Den Sonderpreis »Interessant für uns« bekam Katharina Brüderl (Karlsgymnasium) für ihren ultimativen Wecker, der nicht nur Schlafende weckt, sondern noch ein Lied abspielt und Kaffee kocht. In der Kategorie »Bedeutung für die Welt« gewann Linda Kropp vom Gymnasium Berchtesgaden, die der Frage nachging, was ein EKG mit Mathematik zu tun hat. Die Kategorie »Poster Layout« gewann Alexander Luckner vom Rottmayr Gymnasium für seinen Paintball und den Sonderpreis »Beratung« sicherte sich Tobias Fellner (Karlsgymnasium) für seinen automatischen Torwart.

Landrat Georg Grabner würdigte die Leistung aller Teilnehmer und das Engagement der jungen Jury. »Unsere Priorität im Landkreis ist es, Bildung zu fördern und junge Menschen für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern.«

Dr. Claudia Kugelmann, Leiterin des Schülerforschungszentrums Berchtesgadener Land, zog aus der 2. Schülerkonferenz ein positives Resümee. Man habe sich für ein neues Format entschieden, um die Zehntklässler aktiv in die Veranstaltung einzubinden. »Der Grund ist der, dass die Abiturienten bereits Seminare mit präsentablen Ergebnissen hinter sich haben und den Mitschülern auf Augenhöhe zeigen können, was es alles Interessantes gibt.«

Die Schülerkonferenz sei ursprünglich für die Präsentation von Forschungsergebnissen aus dem Schülerforschungszentrum gedacht gewesen. »Weil das aber erst in den Kinderschuhen steckt, haben wir uns schon letztes Jahr überlegt, stattdessen Arbeiten aus den Schulen vorzustellen«, so Kugelmann. Mitgemacht haben bei der 2. Schülerkonferenz alle vier Gymnasien aus dem Landkreis, die in einer eigenen Vorauswahl insgesamt zehn Kandidaten in die Endrunde geschickt haben. kb