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Bald Urlaub in Stanggaßer Luxus-Oase?

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Noch befindet sich das alte Hotel »Geiger« im Dornröschenschlaf. Doch schon bald könnte hier mit dem luxuriösen Regent Hotelprojekt eine Rieseninvestition in den heimischen Tourismus realisiert werden. Foto: Anzeiger/Kastner
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Die ehemalige Kurklinik Stanggaß befindet sich seit Kurzem im Besitz von Martin Harlander und Peter Kreuzberger von der Bayern Wohnbau GmbH. Auf dem Gelände sollen ebenfalls Einrichtungen für das neue Regent Hotel entstehen. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Bischofswiesen – Luxussuiten in Chalets, spektakuläre Alpenterrasse mit Außenkaminen und Lounges inklusive Blick zum Watzmann, mehrere Außenpools und Wasserlandschaften, auf denen man im Winter Schlittschuh laufen kann, hauseigene Bibliothek, historisches Musikzimmer und großzügiger Spa-Bereich – es klingt wie ein Märchen, was in den nächsten drei bis vier Jahren in der Stanggaß entstehen könnte. Die Regent Hotelgruppe plant auf dem Grundstück des ehemaligen Hotels »Geiger« ein »exklusives Hotel mit internationaler Ausstrahlung«. Dabei will man mit den neuen Eigentümern des nicht weit entfernten Kurklinik-Grundstücks, wo ebenfalls Hoteleinrichtungen vorgesehen sind, kooperieren. Ihre Idee stellten die potenziellen Investoren den Bischofswieser Gemeinderäten in der Sitzung am Dienstag vor. Wenngleich noch kein Beschluss zu fassen war, so zeigten sich die Kommunalpolitiker schon einmal sehr angetan von dieser ersten Präsentation.


René Wilms ist Direktor der Regent-Geschäftsfeldentwicklung in Europa und schließt in diesen Wochen nach vierjähriger Planungs- und Bauphase ein Hotelbauprojekt in Montenegro ab. Seit rund zwei Jahren sieht sich der Berliner in Berchtesgaden und der Region um und prüft die Voraussetzungen für den Bau eines weiteren Regent-Hotels. Auch Ralf Ohletz Count von Plettenberg, Präsident von Regent Hotels and Resorts, ist regelmäßig in Berchtesgaden. Die beiden haben bereits vor einiger Zeit den Standort des ehemaligen Hotels »Geiger« ins Auge gefasst, wo sie ein Projekt entwickeln wollen, das denen an Luxusstandorten rund um die Welt in nichts nachsteht. Mit der Regent-Zentrale in Taiwan werden es vor allem gut betuchte Asiaten sein, die in der Stanggaß ihren Urlaub verbringen.

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René Wilms war am Dienstag zusammen mit dem Projektentwickler Martin Harlander aus St. Johann und dem Salzburger Bauunternehmer Peter Kreuzberger zur Gemeinderatssitzung gekommen, um die Pläne vorzustellen. Harlander ist im Berchtesgadener Land als Gesellschafter des Schönauer Heizkraftwerks (Bioenergie Berchtesgadener Land GmbH) bekannt, außerdem ist er mit Kreuzberger Gesellschafter der Bayern Wohnbau GmbH mit Sitz in Schönau am Königssee. Die beiden haben kürzlich das Gelände der ehemaligen Kurklinik Stanggaß erworben und wollen jetzt mit den Planern des Regent-Hotels auf dem »Geiger«-Grundstück kooperieren. Auf dem ehemaligen Kurklinik-Gelände könnten Betriebsgebäude, eine Klinik, Wellness-Einrichtungen und Personalwohnungen für das Regent-Hotel sowie Wohnungen entstehen. »Wir wollen die beiden Standorte Geiger und Kurklinik gemeinsam abwickeln und Synergien nutzen«, so Harlander bei der Projektvorstellung.

Chalets für das »Geiger«-Grundstück

Ein 15-minütiger Imagefilm, den René Wilms den Volksvertretern und zahlreichen Zuschauern vorstellte, zeigte in groben Zügen, was in der Stanggaß in den nächsten drei bis vier Jahren realisiert werden könnte. Das Hotel soll den neuesten internationalen Standards und nach dem Motto »Green Eco« auch allen ökologischen Anforderungen entsprechen. Jedes Regent Hotel zählt zu den führenden Häusern der Welt – und das soll auch die Vorgabe für das Ressort in der Stanggaß sein. Sämtliche Ausstattungsteile wie Möbel und Accessoires sollen eigens für dieses Hotel kreiert werden, die Gastronomie wird höchstes Niveau erreichen. Beim Bau sollen historische Materialen wie altes Holz mit moderner Architektur kombiniert werden. »Wir wollen hier nichts Schweres schaffen, sondern denken an Chaletbauweise und Architektur mit Türmen«, so René Wilms. Der deutete an, dass man auf die Nachbarn Rücksicht nehmen wolle. So will man auf dem Kurklinik-Gelände nur da bauen, wo auch jetzt schon Gebäude stehen. »Was jetzt frei ist, wird auch frei bleiben«, versicherte Wilms.

Auf dem »Geiger«-Grundstück wird die Einfahrt vermutlich da bleiben, wo sie jetzt ist. Allerdings scheint es möglich, dass der Investor die unterhalb liegende Staatsstraße überbauen will, um mehr Platz für das Hotelgelände zu schaffen. Nähere Pläne stellte Wilms dazu aber nicht vor, zumal es auch zu den geplanten Hotelbauten noch keine Detailpläne gibt. Doch eines weiß Wilms, der als Gast zumeist im Hotel »Edelweiß« absteigt, über das er sich sehr lobend äußerte: »Wir werden internationaler sein als das ›Edelweiß‹ und werden auch preislich darüber liegen«. Vor allem den »kultivierten Touristen aus Asien« müsse man etwas ganz Besonderes bieten. »Die wollen kein Remmidemmi, die wollen lieber ihre Ruhe«.

»Hohes Maß an Transparenz«

Ausschließlich positive Äußerungen gab es in der anschließenden Diskussion. Hans Metzenleitner (SPD) ist nach eigenen Worten »leicht optimistisch«, dass aus den Plänen Realität werden könnte. Er bescheinigte den Investoren ein »hohes Maß an Transparenz«. Thomas Resch (Freie Wähler) gefiel es, dass bei der Architektur historisches Baumaterial verwendet werde, »das sieht ja teilweise aus wie im alten Geiger«. Für Oliver Schmidt (CSU) entsprechen die Pläne »genau dem, was man sich im Gemeinderat seit Langem vorgestellt hat«. Und Bernhard Heitauer (CSU) lobte das Versprechen, dass keine neuen Flächen überbaut würden. Der 2. Bürgermeister: »Ich hoffe, dass die Projektanten auch die Nachbarn ins Boot holen.«

Auch Brigitte Kurz (SPD) äußerte sich positiv zu den Plänen. Sie hält es aber für notwendig, dass es vor einer Abstimmung noch einen weiteren Infotermin im Gemeinderat gibt. »Klasse statt Masse« – mit diesen Worten formulierte Paul Grafwallner (UBB) seinen Eindruck und sprach sich für eine konstruktive Begleitung dieses Projekts aus. Seine Bitte an die Investoren war, ein Modell inklusive Nachbarbebauung vorzulegen. Dann könnten sich auch die Nachbarn ein besseres Bild von den Plänen machen. Das sicherte René Wilms zu. Ulli Kastner