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Baurecht geschaffen

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Bischofswiesen – Der Bischofswieser Gemeinderat hatte in der Sitzung am 12. November vergangenen Jahres die Entscheidung über eine Baurechtschaffung im Gebiet Stanggaß/Vogelthenn vorläufig vertagt. Ein Münchner, der ursprünglich aus dem Berchtesgadener Land stammt, hatte in dem Gebiet ein Grundstück geerbt und am 20. Dezember erneut einen Antrag vorgelegt. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag wurde darüber entschieden.


Matthias Irlinger vom Bauamt erklärte, dass auf dem Gebiet derzeit keine Wohnbebauung »von einigem Gewicht« vorhanden sei. Als solche werde juristisch ein Ensemble von mindestens acht bis zehn Häusern bezeichnet. Irlinger verlas zudem eine per E-Mail eingegangene Stellungnahme der Nachbarn des Grundstückseigentümers, welche ankündigten, im Genehmigungsfall ebenfalls einen Baurechtsantrag zu stellen. Dieser beträfe eine Fläche von mindestens 7 000 Quadratmetern.

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In der Diskussion erklärte die CSU-Fraktion, sie halte den Abstand zwischen den beiden Grundstücken für zu groß, um sich von dieser Drohkulisse beeindrucken zu lassen – sie wolle dem Antrag zustimmen und sehe dadurch keinen Präzedenzfall gegeben. Bernhard Heitauer, 2. Bürgermeister der Gemeinde, setzte hinzu, wenn jeder Bauantrag abgelehnt werde, müssten Bischofswieser aus dem Ort wegziehen.

Auch Johann Plenk von den Freien Wählern wollte dem Antrag zustimmen: Die von Irlinger geforderten acht bis zehn Häuser seien bereits vorhanden, es könne also von einer Wohnbebauung »von einigem Gewicht« gesprochen werden.

Ablehnend zeigte sich die SPD-Fraktion: Zum einen habe sich der Antrag zu dem im November vorgelegten nicht wesentlich geändert, zum anderen wolle man eine disharmonische Bebauung im Außenbereich vermeiden. Brigitte Kurz wies Heitauers Äußerung als unsachlich zurück und entgegnete, eine weitere Verdichtung im Ortszentrum sei durchaus möglich.

Dem von der Verwaltung vorgelegten Vorschlag, den Baurechtschaffungsantrag abzulehnen, stimmten bei der namentlichen Abstimmung neun Wahlberechtigte, darunter Bürgermeister Toni Altkofer und die Vertreter der SPD, zu, elf Wahlberechtigte stimmten dagegen. Dem Antrag wurde also stattgegeben. Markus Schüssler