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Bayerisch ist Amtssprache für den Landrat

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Die Laudatio hielt Franz Rehrl (v.l.) auf Landrat Georg Grabner, der den »Dialektpreis 2014« vom Landesverband Rupertiwinkel des »Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte« mit Vorsitzendem Heinz Schober erhielt. (Foto: Albrecht)

Teisendorf – Seine Verdienste um Erhaltung und Förderung des heimischen Dialekts wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Landschaftsverbandes Rupertiwinkel des »Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte« ausgiebig gewürdigt. Landrat Georg Grabner wurde dabei mit dem »Dialektpreis 2014« des Landschaftsverbandes ausgezeichnet. Daneben gab es weitere Beiträge von Mundartbarden wie Karl Robel und Sigi Ramstötter im Dialekt des Rupertiwinkels, der eigentlich auch der ursprüngliche der Stadt Salzburg und des Salzburger Flachgaues ist. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die »Haas-Stubnmusi«.


Der Vorstand des Landschaftsverbandes Rupertiwinkel, Heinz Schober, wies auf die vielen Aktivitäten, sowohl in Schulen, wo Michi Ofensberger Bairisch-Unterricht gab, als auch mit Ständen auf Märkten und Festen hin. »Mia ham an Haufa do«, beteuerte er. Der Kassenbericht von Schatzmeister Peter Veiglhuber wies eine gute finanzielle Basis für den Verein aus.

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In seiner Laudatio an Grabner wies der zweite Vorsitzende des Vereins im Rupertiwinkel, Franz Rehrl, auf all die Organisationen hin, die sich für den Erhalt der botanischen und zoologischen und gegen die Verarmung der landschaftlichen Vielfalt einsetzen. Weitere schützenswerte Objekte, wie die menschliche Kultur und Sprache, würden aber oft geflissentlich übersehen bei den globalen Bemühungen um Pflegemaßnahmen. »Des hoaßt«, meinte Rehrl, »mia miassn uns seiba auf d' Fiaß stelln.«

Eine Antwort auf das Defizit sei der »Förderverein Bairische Sprache und Dialekte«. Gerade durch die zunehmende »Globalisierung« und der damit zusammenhängenden Vereinheitlichung menschlicher Kultur seien Wesensmerkmale ganzer Volksgruppen gefährdet. Dabei seien diese Merkmale etwas Wertvolles, denn nur dadurch könnten Menschen noch einem Land oder einer Region zugeordnet werden. Dies sei aber maßgebend für die Vielfalt und Eigenheiten der menschlichen Gesellschaften.

Voraussetzung sei auch die Anwendung dieser sprachlichen Originalität in der Öffentlichkeit. Dazu brauche es Vorbilder, die sich nicht scheuten, diese Originalität im täglichen Leben zu zeigen. Eines dieser inzwischen rar gewordenen Vorbilder sei Landrat Georg Grabner, der trotz seines Amtes in seiner täglichen Arbeit stets seinen Dialekt verwende und pflege. Auch in seiner Zeit als Abgeordneter des bayerischen Landtages habe Grabner bewiesen, ein gepflegter Dialekt sei nichts Primitives oder Minderwertiges. Er sei damit seiner sprachlichen Herkunft treu geblieben. »Jeda woaß glei wia a dro is, wenn da Landrat sagt, des kriagn ma hi, oder do moan i, geht gar nix«, sagte Rehrl. Das bringe Dinge auf den Punkt und zeige den Charakter, die Direktheit und die Authentizität des Dialekts sehr deutlich.

Besonders hob Rehrl auch die ohne jegliches Zögern gegebene Zustimmung des Landrats hervor, die dieser dem Ansinnen des Fördervereins gab, den Dialekt auch in den Schulen im Landkreis zu fördern. Eine Zustimmung, die dem Dialekt wichtige Unterstützung gebe und auf seinen unschätzbaren Wert hinweise.

Dank dieser Gesinnung sei Grabner auch schon seit dem Jahr 2000 Mitglied im Förderverein. Seinen Beitritt begründete Grabner damals dem jetzigen Ehrenmitglied Maria Hafner gegenüber mit einem Schreiben, in dem er sagte: »Wie du weißt, lege ich großen Wert auf den Erhalt unserer bayerischen Kultur, unseres Brauchtums und unserer Tradition, deshalb bin ich gerne bereit, Mitglied beim 'Förderverein bairische Sprache und Dialekte e. V.' zu werden«. »Soiche Mitglieder kinna ma braucha«, sagte Rehrl, als der den Preis an Grabner überreichte.

Wie Schriftführerin Maria Anna Hauser in ihrem Rückblick auf das Jahr feststellte, habe die Zusage des Landrats, den Dialekt in Schulen zu fördern, große Wirkung bis in die nationalen Medien des Fernsehens und der Presse gezeigt. So hätten sich mehrere Tausend Menschen am Sprachtest des »Spiegel-Online« versucht. Hauser wies auch auf die immer sehr zahlreichen Teilnahmen bei Sprach-Tests auf Festen und Märkten hin.

In seiner Dankesrede wies Landrat Grabner darauf hin, wie vielfältig Dialekt sogar in einem verhältnismäßig begrenzten Gebiet sein kann. Selbst im Landkreis gebe es Unterschiede zwischen der nördlichen Region um Laufen und den Gebirgstälern im Süden um Berchtesgaden. Das hohe Gut, diese sprachlichen Eigenheiten zu pflegen, falle dem Verein zu und deshalb sei es wichtig, den Verein zu fördern, meinte Grabner.

Ehrenvorstand Michi Ofensberger erklärte einige Redewendungen im Dialekt und aus dem Hochdeutschen. So sei der Ausdruck »blau machen« den Textilfärbern zu verdanken. Denn diese hätten besonders beim Färben von Textilstücken mit blauer Farbe während der Trockenphase nichts zu tun gehabt und deshalb »blau gemacht«. Der Ausdruck »Heidenarbeit« stamme aus der Zeit, als Ungläubige die niedrigsten und härtesten Arbeiten zu verrichten hatten. Karl Robel pflichtete bei, viele der Ausdrücke, besonders im Bairischen, seien sehr effizient – es könne mit wenigen Worten viel gesagt werden. al