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»Bayerisches Handwerk ist fit für die Zukunft«

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Erklärten auf der Pressekonferenz in Berchtesgaden die Zukunftbeschlüsse für das Handwerk in Bayern und nahmen Stellung zur Flüchtlingsproblematik (v.l.): Michaela Kaniber, Manfred Weber, Ilse Aigner und Dr. Angelika Niebler. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Der Vorstand der CSU Oberbayern hatte für das Wochenende zu seiner Klausurtagung nach Berchtesgaden eingeladen. Im Mittelpunkt der Gespräche, an denen auch die Bezirksvorsitzende und stellvertretende bayerische Ministerpräsidentin Ilse Aigner teilnahm, standen die Zukunft des bayerischen Handwerks und die aktuelle Flüchtlingsproblematik.


»Das bayerische Handwerk ist fit für die Zukunft«, so das Motto der Einladung der CSU Oberbayern am Freitag und Samstag im Kleinen Saal des Kongresshauses. Aktuelle Themenkernpunkte und Herausforderungen wurden umfangreich analysiert und entsprechende Beschlüsse gefasst. So stand die Sicherung der Fachkräfteversorgung im Wege der Berufsausbildung ganz oben auf der Tagungsliste der CSU Oberbayern. Ende Oktober lag die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im bayerischen Handwerk mit 28 071 auf dem Vorjahresniveau. Die Förderung umfasst heuer 31,6 Millionen Euro. Das Handwerk mit seinem großen Spektrum an Berufen bildet rund ein Drittel aller Auszubildenden in Bayern aus. Die Unternehmen des bayerischen Handwerks stehen für einen Anteil von neun Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Mit einem Anteil von 13 Prozent an allen Erwerbstätigen in Bayern trägt es weit überdurchschnittlich zur Beschäftigung bei.

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Damit Bayerns Handwerk weiterhin fit bleibt, legt die CSU die Schwerpunkte auf Sicherung der Fachkräfteversorgung im Wege der Berufsausbildung und den Erhalt des bewährten Systems der dualen Berufsausbildung in Verbindung mit dem Meistervorbehalt. Als wichtigste Maßnahme gilt es laut CSU, die Förderungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu stabilisieren. Denn beim Meister-BAföG steht man in Deutschland auf Platz 1. Insgesamt wurden 2014 in Bayern gut 52 000 Personen mit dem »Meister-BAföG« gefördert.

Die aktuelle Situation erfordert auch eine schnelle Berufsausbildung für junge Flüchtlinge. So ist das Ziel das Gewinnen von Auszubildenden und die Integration durch Erwerbsbeteiligung. Dabei müsse der Weg besonders über eine qualifizierte Ausbildung Vorrang haben. So begrüßt die CSU den Pakt »Integration durch Ausbildung und Arbeit«, der unter anderem von der bayerischen Staatsregierung eingerichtet wurde. 20 000 junge Leute sollen bis 2016 ein Praktikum, eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz erhalten. Bis 2019 sollen 60 000 Flüchtlinge integriert werden. Der Meistervorbehalt sei ein Garant für Qualität, hieß es. Ziel sei daher die nachhaltige Absicherung des Erhalts. Dafür setzt sich die Partei in Brüssel ein.

Weitere Tagungsthemen in Berchtesgaden waren: die Absicherung von Unternehmensnachfolge und Existenzgründungen, die Gestaltung mittelstands- und handwerksfreundlicher Rahmenbedingungen, die Anbindung der Handwerksbetriebe an den technologischen Fortschritt im Bereich der Digitalisierung und die Wettbewerbsfähigkeit bei der Vergabe öffentlicher Aufträge.

In der anschließenden Pressekonferenz fassten die CSU-Bezirksvorsitzende und Staatsministerin Ilse Aigner, der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber, die Europa-Abgeordnete und Vorsitzende der CSU-Europagruppe, Dr. Angelika Niebler, sowie die CSU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber die Klausurergebnisse nochmals zusammen. Dabei überwog das Thema Erfassung von Flüchtlingen und Integration. Ilse Aigner erörterte die wichtigsten Beschlüsse zur Position und Förderung des bayerischen Handwerks und vermittelte auch ihre Betroffenheit über den aktuellen Terroranschlag in Paris: »Wir alle sind sehr erschüttert über das, was in Frankreich geschehen ist.«

Dem schloss sich Manfred Weber an und erklärte: »Besonders die Barbarei im Konzertsaal ist menschlich nicht mehr nachvollziehbar. Dennoch werben wir auch für Besonnenheit.« Der Fraktionsvorsitzende weiter: »Die Flüchtlingsproblematik kommt mittlerweile in jedem bayerischen Dorf an. Ich plädiere besonders für eine gerechte Lastenverteilung innerhalb der EU.«

»Die Klausur war für uns alle ein guter Interessenaustausch«, unterstützte ihn Michaela Kaniber. »Alle oberbayerischen Mandatsträger auf allen politischen Ebenen konnten sich über die Aktualitäten austauschen.« Freilassing und das Berchtesgadener Land seien zum »Hotspot« in Europa geworden. Die extreme Belastung durch unkontrollierte Mengen von Einwanderern sei daher auch ihr Themenschwerpunkt. »Wir haben ehrliche und klare Worte gefunden und hoffen bei der Kanzlerin auf ein umsetzendes Signal«, so die Landtagsabgeordnete.

»Wir erwarten Vorschläge zur Quotenbegrenzung und klare Zeichen über kontrollierte Verfahren«, ergänzte Dr. Angelika Niebler. »Auch gilt es die Regelungen unter anderem an der türkisch-griechischen Grenze zu verbessern und zu stärken«, so die Vorsitzende der Europagruppe weiter. Ilse Aigner betonte daraufhin, dass der Schengenraum nur dann funktioniere, wenn an den Außengrenzen ebenfalls Kontrollen durchgeführt werden. »Wir in Bayern müssen natürlich sicherheitspolitische Aspekte besonders beachten. Die Bürger machen sich Sorgen, wer bei uns im Land ist und wo sich die Flüchtlinge aufhalten.« Jörg Tessnow

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