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Bedarfsplan für zwei Feuerwehren

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Schönau am Königssee - Berchtesgaden hat es kürzlich vorgemacht, Schönau am Königssee zieht nun nach. »Ich bin der Ansicht, dass wir für unsere Feuerwehren in Schönau und in Königssee einen Feuerwehrbedarfsplan brauchen«, sagte Bürgermeister Stefan Kurz in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das Gremium gab grünes Licht. Interessant ist die Entwicklung auch deshalb, weil die Freiwillige Feuerwehr Königssee, untergebracht in der Realschule in Schwöb, wahrscheinlich schon bald eine neue Unterkunft braucht.


Das Feuerwehrwesen ist teuer - aber eben kommunale Pflichtaufgabe. So sieht das auch Bürgermeister Stefan Kurz. Allerdings muss auch seine Gemeinde auf die Finanzen achten. Deshalb wurde ein Antrag der Feuerwehr Schönau auf Erwerb eines neuen Fahrzeugs zunächst zurückgestellt. »Wir benötigen erst einen Feuerwehrbedarfsplan«, sagte Kurz. Dort soll geregelt sein, was die örtlichen Feuerwehren für die kommenden Jahre benötigen.

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Berchtesgaden hat bereits einen solchen. »Ich habe ihn mir durchgelesen«, so der Bürgermeister. Gut gefallen habe ihm dieser - und irgendwie auch imponiert. »Das haben die Berchtesgadener komplett selbst gemacht«, schwärmte Kurz. Mit Berchtesgadens Gemeindechef Franz Rasp hat er bereits gesprochen. Die Idee, einen Plan für Schönau am Königssee zu erstellen, war schnell geboren. Denn Gründe dafür gebe es mehrere.

Ein wesentlicher ist die Zukunft der derzeitigen Realschule in Schwöb, in der die Feuerwehr Königssee untergebracht ist. Noch in diesem Jahr starten die Bauarbeiten für das neue Realschulgebäude in Schneewinkl, das bereits 2013 fertiggestellt werden soll. Was mit dem alten geschehen wird, steht bislang in den Sternen. »Uns wäre am liebsten, wir könnten da drin bleiben«, so Kurz, der die Grunddienstbarkeit für die Feuerwehrräume innehat.

Doch scheint der Eigentümer, das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD), anderes damit vorzuhaben. Eigenbedarf gibt es beim CJD keinen. Am wahrscheinlichsten: ein Verkauf. Laut Kurz ist ein Komplettabriss denkbar, eine Neuerrichtung des Gebäudes mit zahlreichen Wohneinheiten - dann aber unter einem privaten Investor. Zunächst werde das Gebäude zum Verkauf ausgeschrieben, inklusive der Nutzung der Freiwilligen Feuerwehr Königssee. Für diese dürfte dann aber kaum mehr Platz sein.

Bürgermeister Kurz: »Ich befürchte, dass die Feuerwehr einer anderen Nutzung im Wege stehen wird.« Deshalb müsse sich die Gemeindeverwaltung schon jetzt Gedanken machen, wo die Königsseer Feuerwehr in Zukunft untergebracht werden kann. Und da kommt der Feuerwehrbedarfsplan ins Spiel. Dieser dürfte vieles klären: Etwa, ob es überhaupt notwendig ist, dass die Feuerwehrler aus Königssee eigene Räumlichkeiten zur Verfügung haben. »Mit dem Plan wird vieles anders - und das wird nicht jedem gut gefallen«, betonte ein Schönauer Feuerwehrkamerad.

Der Feuerwehrbedarfsplan wird zudem klären, welche Anschaffungen überhaupt noch notwendig sind. Die Feuerwehren Königssee und Schönau werden ihre Rollen als Bittsteller zwar verlieren. Trotzdem: Neue Fahrzeuge werden nur noch dann angeschafft, wenn der Feuerwehrbedarfsplan es vorgibt und ein Fahrzeugkauf gerechtfertigt werden kann. Den Antrag der Feuerwehr Schönau auf ein neues Fahrzeug hat Bürgermeister Kurz zunächst zurückstellen lassen. Darüber entschieden soll erst werden, wenn der Bedarfsplan steht. Dieser wird nicht, wie in Berchtesgaden, eigenständig erstellt. Ein Büro wird beauftragt. »Das kostet die Gemeinde etwa 10 000 Euro«, weiß Kurz. Der Hauptausschuss der Gemeinde befürwortet das Projekt. Und auch die Kommandanten der beiden Freiwilligen Feuerwehren, die sich Schönau am Königssee leistet, sind der Überzeugung, dass ein Bedarfsplan notwendig ist. Trotzdem sieht Stefan Graßl, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schönau, Gefahren: »Der Weg ist sinnvoll, aber das Ergebnis kann negativ ausfallen«, warnte er den Gemeinderat. Bis spätestens März soll der Feuerwehrbedarfsplan stehen. kp