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Begeisterte Hundeführer mit braven Vierbeinern

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Die Teilnehmer des Seminars mit Ausbildungswart Michael Schröer (l.) und seinen Helfern Kathi Grassl (3.v.l.), Sabine Beitz (4.v.l.), Vereinsvorstand Hans Walch (Mitte) und Lydia Mark (r.).
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Geduldiger Patient: Dr. Barbara Euler demonstrierte bei ihrer Hündin, wie Erste Hilfe beim Hund aussehen kann. Fotos: privat

Bischofswiesen – Der Schäferhundeverein Berchtesgaden veranstaltete im Juli seinen alljährlichen Erziehungskurs für »Hunde aller Rassen und Mischlinge«. Seit 1986 ist der Kurs ein fester und dem Verein sehr wichtiger Bestandteil in der Ausbildungssaison.


Vereinsausbildungswart Michael Schröer begann den diesjährigen Kurs wie schon in den vergangenen Jahren mit einem Informationsabend. An diesem Abend vermittelte er den Teilnehmern die für die Praxis nötigen Basics der Hundeerziehung.

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Der erste Wochenendblock stand im Zeichen der Zusammenführung der Gruppe. Das ruhig nebeneinander im Kreis Sitzen ist für Hund und Halter die erste schwierige Übung. So manch einer war schon hier überrascht, was für einen braven Hund er doch an der Leine hat. Zudem zeigte Michael Schröer den Teilnehmern, wie Hunde untereinander Respekt einfordern und wie der Mensch dieses Verhalten nachahmen kann. Für jeden Teilnehmer bestand nach jedem Übungstag die Möglichkeit, mit dem Ausbildungswart eine kurze Gassirunde ohne Leine zu gehen. Für viele ein völlig neues Gefühl.

Im Zuge des Erziehungskurses fand bereits zum vierten Mal ein Erste-Hilfe-Kurs mit der Tierärztin Dr. Barbara Euler aus Marzoll statt. Zu Beginn zeigte und erklärte die Tierärztin an mitgebrachten Utensilien, was in einem Erste-Hilfe-Koffer für Hunde sein sollte. An ihrer Labradorhündin demonstrierte sie die notwendigen Handgriffe und Kniffe bei den unterschiedlichsten Verletzungen und plötzlich auftretenden Beschwerden.

Die Tierärztin zeigte, wie die Zeitspanne bis zur Übernahme durch den Tierarzt überbrückt und dem Hund kompetent geholfen werden kann. Die Zuhörer lernten im dritten Teil des Vortrages welche lebensrettenden Maßnahmen bei Insektenstichen, Hitzschlag, Vergiftungen, Magendrehung oder Schlangenbiss sofort eingeleitet werden müssen. Darüber hinaus wurden auch Themen von alltäglichen Beschwerden besprochen wie Durchfall, Erbrechen oder Zeckenbiss.

Am zweiten Wochenende konnten die Teilnehmer in mehreren kleinen Gruppen das am ersten Wochenende Gelernte vertiefen. Weiterhin stand das Clickertraining auf dem Programm. Der Clicker ist ein Hilfsmittel, welches dem Hundeführer ein sehr exaktes Bestätigen des Hundes ermöglicht und das Ausführen eines gewünschten Verhaltens verstärkt.

Am dritten Wochenende führte Michael Schröer den Hundeführern eine weitere bindungs- und kommunikationsfördernde Übung vor: das Longieren. Beim Longieren mit Hund stehen zunächst die Körpersprache und das Timing des Menschen im Fokus des Trainings. Das gesamte Longiertraining erfolgt ohne Motivationshilfen wie Futter.

Der Hund wird am Anfang an der Leine oder Schleppleine außerhalb eines Kreises geführt. Das Kreisinnere ist phasenweise eine Tabu-Zone für den Hund, das heißt der Hund darf den Kreis nur nach Einladung durch den Menschen betreten. Der Mensch entscheidet also situativ, über Nähe und Distanz sowie über etwaige Grenzen.

Nach und nach entfernt sich der Mensch immer weiter vom Hund zur Mitte des Longierkreises. Die Schleppleine wird abgenommen, wenn der Hund unmittelbar auf die Körpersprache des Menschen reagiert und auch die vom Menschen vorgegebenen Distanzen einhält. Auf Distanz können dann Richtungswechsel, Sitz, Platz, Steh und weitere Kommandos vom Hund eingefordert werden. Ebenso können Tempoveränderung und Richtungswechsel körpersprachlich angezeigt werden. Lediglich zur Unterstützung können verbale Kommandos erteilt werden.

Schon am ersten Wochenende war die Begeisterung der Teilnehmer, dass schon kleine Veränderungen im Umgang mit dem Hund eine so große Wirkung zeigen, zu spüren. Sichtlich stolz und glücklich, viel erreicht zu haben, wurden am letzten Übungstag die Urkunden aus der Hand von Michael Schröer entgegengenommen. SB