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Begeisterung bei der ganzen Schulfamilie

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Voll motiviert, gaben diese Fünfklässlerinnen ihr Bestes. (Foto: Mergenthal)

Bad Reichenhall – »Mädels, weiter geht’s, saustark!« – »Hey Markus, Laurin, Tim!« – »Super, klasse, weiter so! Jawohl! Luca, genial!«. Unermüdlich feuerten die Lehrerinnen Martina Leis und Isabel Jakob die Buben und Mädels beim Spendenlauf des AK Karakorum am Karlsgymnasium an – erstere als Zuschauerin, letztere als Teil des Wertungsteams, das die Runden zählt.


Etwa 600 Schüler und 20 Lehrkräfte erliefen im Karlspark neben der Schule eine fünfstellige Summe für den Verein Himalaya-Karakorum-Hilfe zum Bau einer neuen Schule.

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Für diese Schule in einem abgelegenen Tal in einer der ärmsten Regionen der Welt, die durch die BR-Benefizaktion »Sternstunden« teilfinanziert wird, wurde bereits ein Grundstück erworben. »Die Begeisterung und Solidarität der gesamten Schulfamilie war überwältigend«, staunte Vorsitzende Bärbel Hirschbichler, Lehrerin und Extrembergsteigerin aus Schönau am Königssee.

Die Teilnehmer hatten sich vorher Sponsoren gesucht, die ihnen pro 500-Meter-Runde einen Fixbetrag zahlen, und liefen in mindestens einer Stunde so viele Runden wie möglich. Um einander zu pushen, liefen manche paarweise, in Gruppen oder mit ihrer Lehrerin. Drei Neuntklässler schafften jeweils 52 Runden, also 26 Kilometer. Eine Fünftklässlerin bewältigte 34 Runden und die konditionsstärkste Lehrerin, Miriam Fuchs, 39 Runden. Sogar ein stark gehbehinderter Schüler marschierte stolz eine Runde mit. Die maximale gelaufene Rundenzahl war 55.

Insgesamt wohl über 8 000 Runden

Wie viele Runden insgesamt zusammen kamen, steht noch gar nicht fest. Hirschbichler: »Wir sind noch beim Auszählen.« Gestern schätzte Barbara Hirschbichler die Zahl der gelaufenen Runden auf 7 000 bis 8 000. Zudem hat die Begeisterung alle so angesteckt, dass die zehnten Klassen, die am Tag des Spendenlaufs nicht da waren, und Freiwillige der Q 11 heute auch noch für die Karakorum-Hilfe laufen wollen.

Die ganze Schulfamilie und viele Privatleute und Firmen trugen zum Gelingen bei: Ein Elternpaar teilte zum Beispiel den ganzen Vormittag Startnummern aus. Ein Discounter stellte Getränke und Bananen zur Verfügung. Unter Federführung von Julia Mayer (9 d) und Mona Ohm (9 c), die schon ganz lange im AK Karakorum sind, wurde alles organisiert. Lehrer und Helfer aus der Schülerschaft, vor allem der Q 11, notierten zum Beispiel an den Tischen der Zählstation, wo die Teilnehmer im Gänsemarsch langsam durchtraben mussten, die Runden der einzelnen Läufer.

Auch Hildegard Schütz-Popp, Klassleiterin der 6b, machte bei den Fünftklässlern fleißig Stricherl neben den Namen. »Wenn die alle 15 Runden schaffen und ich sponsere meine Schüler mit 10 Cent pro Runde, werd’ ich ganz schön arm«, scherzte sie. Ihrer etwas später gegen 10 Uhr startenden Klasse 6 b drückte sie natürlich ganz fest die Daumen und gab die Spende für das Projekt gerne.

Unter begeisterten Zurufen liefen auch die Lehrer Martin Mergel, Johannes Mag und David Haigermoser eine Runde im Karlspark und bogen dann Richtung Au ab für einen Halbmarathon, also 22 Kilometer. Dafür bekamen sie Spendengelder in Höhe von insgesamt 500 Euro.

Woty Gollwitzer-Voll, die Evangelische Religionslehre unterrichtet, meinte nach 15 gelaufenen Runden: »Das tut total gut. Das müsste man eigentlich einführen. Dann würde man fitter in den Unterricht gehen.« Sie war im Pulk mit ihren Fünftklässlern unterwegs. »Die mögen das gern, wenn man mitläuft.« Diese Erfahrung machte auch Nicolina Pullmann, die mit der 5 b joggte, die sie in Englisch und Latein hat. »Wir haben uns gegenseitig motiviert.« Da sie kürzlich in Traunstein an einem Zwölf-Kilometer-Lauf teilnahm, ist sie gut im Training und konnte 20 Runden beitragen. Die Zehnte, die auf Besinnungstag war, sponserte ihre Klassleiterin Pullmann und unterschrieb auf dem von einem weiteren Sponsor geschenkten schwarzen T-Shirt. »Da hab ich gesagt, ich laufe für sie.«

42 Cent pro Runde

Allein durch etwa zehn Gesamtsponsoren konnten 42 Cent für jede einzelne gelaufene Runde gesichert werden. Und etliche Schüler waren extrem fleißig beim Sammeln eigener Sponsoren. Die Geschwister Maxi (14) und Katharina Schiller (12) hatten bei sehr vielen Geschäften in Bad Reichenhall und Teisendorf Klinken geputzt und wurde pro Runde miteinander mit fast 100 Euro gefördert.

Für Marie-Theres Rettenbacher aus Salzburg war es sofort klar, dass sie den Sohn ihrer Freundin zugunsten der neuen Schule sponsert, als sie gefragt wurde. »Das ist ein guter Gedanke. Bei uns ist es selbstverständlich, dass es Schulen gibt.« Sie vermisste ein wenig weitere anfeuernde Sponsoren.

»Ich habe sehr viel positive Rückmeldung bekommen, von Schülern und Lehrern, die sagten, dass die Atmosphäre so angenehm war in diesem schönen Park – ruhig, unaufgeregt, ohne dröhnende Musik oder Lautsprecheransagen«, erzählt Bärbel Hirschbichler begeistert. »Viele Schüler haben wirklich ihr Bestes gegeben.« Veronika Mergenthal

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