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Bei Schnee ist man am Mehlweg schnell weg

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Marktschellenberg – Der Winter ist unübersehbar da. Mit Schnee, Wind, Eis und Kälte. Expertentipps zum richtigen Autofahren in der kalten Jahreszeit gibt es viele. Der »Berchtesgadener Anzeiger« hat lieber jemanden gefragt, der sich damit auskennen muss: Edeltraud Golser wohnt im Schmidlehen am Mehlweg. Das abgelegene Anwesen liegt etwa auf 800 Metern Höhe.


Frau Golser, haben Sie einen Geländewagen?

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Edeltraud Golser: Mein Mann hat einen Geländewagen. Ich fahre einen Suzuki Swift, natürlich mit Allrad. Mir taugt der Geländewagen nicht, weil er bergab so schiebt. Wobei da auch das Allrad nichts hilft (lacht).

Wird denn der Mehlweg ordentlich geräumt?

Golser: Ja, das funktioniert perfekt. Gegen 5.45 Uhr ist geräumt. Zusätzlich wird mit Salz gestreut. Zur Not kommt der Räumdienst noch ein zweites Mal. Da muss ich die Gemeinde loben.

Wann wird's gefährlich?

Golser: Bei Wind und Verwehungen. Da ist es wichtig, dass man die gefährlichen Stellen genau kennt. Bergauf fahre ich dann immer Schuss blind durch. Sonst denke ich mir: Runter geht's immer (lacht).

Gab es schon mal Probleme?

Golser: Kaum. Einmal bin ich vor der Garage stecken geblieben. Mein Mann muss ja täglich die Milch zur Abholstelle bringen. Wenn da mit dem Geländewagen nichts mehr geht, nimmt er eben den Traktor.

Sie arbeiten in Freilassing. Sind sie im Winter immer pünktlich?

Golser: Ich habe einen guten Arbeitgeber. Wenn es wirklich schlimm schneit, bleibe ich zur Not zu Hause. Ich habe genügend Vorräte da. Das Problem ist nämlich in der Regel nicht der Weg zur Autobahn, sondern die Autobahn selbst. Einmal bin ich wieder heimgefahren, weil nichts mehr ging.

Sie müssen erst einmal von Ihrem Hof runter kommen. Wer muss denn in Ihrer Familie Schneeschaufeln?

Golser: Inzwischen haben wir einen Traktor mit Frontschaufel und Schneeketten. Früher habe ich das per Hand oder mit der Schneehexe gemacht. da war ich oft den halben Tag beschäftigt. Außerdem sind die Winter eh nicht mehr so schlimm wie früher.

Welche Tipps haben Sie für winterunerfahrene Autofahrer?

Golser: Ich sage: Der Schnee ist nicht das Problem. Sondern das Blitzeis, das ist sehr gefährlich. Deshalb muss man immer vorausschauend fahren. Und auch auf die Auswärtigen und Urlauber Rücksicht nehmen. Auf gar keinen Fall sollte man an den Winterreifen sparen. Gute Winterreifen sind jetzt Pflicht. Ich hatte doch tatsächlich mal ein Ehepaar im Winter zu Gast, die gesagt haben: Ach, wegen der einen Woche kaufen wir uns doch keine Winterreifen. Und noch ein Tipp: Schneeketten können im Extremfall sehr hilfreich sein. Die sind inzwischen relativ leicht aufzuziehen. Sollte man halt vorher erst ausprobieren.

Haben Sie momentan Angst, wenn sie mit dem Auto fahren?

Golser: Ich habe ein mulmiges Gefühl, aber keine Angst. Christian Fischer