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Beim größten Berchtesgadener Sportverein stimmt's

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Langjährige Mitglieder freuten sich über eine Auszeichnung, die sie bei der Versammlung im »Goldenen Bär« entgegennehmen durften.
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Vorstand Werner Böhnlein ehrt den langjährigen Tischtennisspieler Uwe Käppel.
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Geehrt wurden nicht nur Mitglieder, sondern auch Übungsleiter, die seit Jahrzehnten unterrichten. Fotos: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – Bei der Mitgliederversammlung des TSV 1883 Berchtesgaden im Gasthaus »Goldener Bär« spiegelte sich das gute Vereinsklima in allen Beiträgen der Vereinsmitglieder wider. Trotzdem gibt es schlechte Nachrichten: Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp konnte noch keine Zusage machen, wann die geplante Dreifach-Turnhalle sowie Laufbahnen und ein neues Spielfeld an der »Breitwiese« kommen werden. Die Kosten werden auf rund 6 Millionen Euro geschätzt.


Bei einem Haushalt von 100 000 Euro habe man mit einem Verlust von gerade einmal 1 000 Euro gut gewirtschaftet, erklärte 1. Vorsitzender Werner Böhnlein in seinem Bericht. Er sei stolz darauf, was alles in seinem nun schon 14. Jahr als Vorstand von den vielen Ehrenamtlichen im Verein geleistet worden sei. Der Vereinskaser habe sich zu einem beliebten Treff der Fußballer entwickelt. Der Vorstand rief dazu auf, dass auch die weiteren TSV-Mitglieder die Einrichtung nutzen können. Bürgermeister Rasp freute sich, dass zuletzt keine Klagen mehr im Zusammenhang mit dem Vereinskaser gekommen seien.

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Kein guter Sportplatz

Die »Breitwiese« sei trotz des neuen Kunstrasenplatzes für ein Mittelzentrum schon lange nicht mehr vorzeigewürdig, erklärte Böhnlein in aller Deutlichkeit. Mit Freude konstatierte der Vorstand den Rückgang von Vereinsaustritten. So verfüge der TSV Berchtesgaden jetzt wieder über rund 1 500 Mitglieder. Hier richtete der Vorsitzende ein großes Lob an Organisationsleiterin Claudia Renoth. Böhnlein machte aber ebenso deutlich, dass sich der Verein in Zukunft nach einem neuen Vorsitzenden umsehen müsse. Bürgermeister Franz Rasp konnte keine Jahreszahl für den Turnhallenbau und auch eine neue Breitwiese nennen, weil dies von mehreren Komponenten und der Finanzierung abhänge. Gleichwohl sprach Rasp von einer neuen Flutlichtanlage und einer Verbesserung der alten Duschen in den Turnhallen.

Rege Tätigkeiten in den Abteilungen

In Abwesenheit des Abteilungsleiters Trampolin verlas Böhnlein dessen Ausführungen. So haben sich vier Kinder mit Erfolg an den oberbayerischen Meisterschaften beteiligt. Im laufenden Vereinsjahr möchte man wieder mehrere Kinder für das Trampolinturnen gewinnen und ihnen den Wettkampfsport näherbringen, plant Ernst Stocker.

Von schönen Erfolgen der Nachwuchsjudoka sprach Stephan Sunkler, der mit seiner Gruppe auch im Chiemgau und in Hallein an Wettkämpfen teilgenommen hat. Bei 58 Aktiven verzeichnete die Abteilung zuletzt einen geringen Rückgang in der Mitgliederzahl, berichtete Sunkler.

Leichtathletik und Nordic Walking

Franz Gollinger von der Leichtathletikabteilung hofft auf einen Übungsleiter für die Kinderleichtathletik und sprach von fehlenden Hallenzeiten. Gut laufe die Sparte Volleyball, während Basketball darunter leide, dass sich keine Mannschaft im Punktspielbetrieb befinde. Das Nordic Walking werde von Marlies Ramesberger und Norbert Schrimpf sehr gut betreut, freute sich Gollinger.

Einen kurzen, mit Humor versehenen Abriss zu den Aktivitäten in der Reha-Sportgruppe gab Hans Pastötter. 64 Damen und Herren treffen sich einmal in der Woche zum Dreikampf in der Turnhalle, in der Watzmann Therme und anschließend in einem Berchtesgadener Wirtshaus. Da könne man natürlich keine sportlichen Erfolge feiern. Dafür jedoch benötige die Gruppe auch keine finanzielle Unterstützung seitens des Vereins. Und weil die Reha-Gruppe auch keinerlei Wünsche und Anträge stelle, sei das Verhältnis zur Vereinsleitung bestens, schloss Pastötter.

Erfolge beim Ringen

Mit großer Zufriedenheit hielt Hans Labacher Rückschau auf die Leistungen seiner Ringsportabteilung. Die junge Mannschaft habe zuletzt in der Landesliga Süd einen dritten Platz erkämpft und in der eigenen Halle keinen einzigen Kampf verloren. Berchtesgaden komme als einzige Mannschaft ohne bezahlte Ringer aus, erklärte Labacher.

Ein Problem bedeute allerdings die Nachwuchsarbeit. Dennoch schlug sich die Schülerstaffel in der Grenzlandliga recht wacker. Schließlich erwähnte Labacher auch die Erfolge von TSV-Ringern bei Meisterschaften. Lukas Laue und Marius Mackamul qualifizierten sich für die deutschen Meisterschaften in Berlin.

Manfred Hupfer referierte von schönen Erfolgen der Tischtennismannschaften. Zu den Übungsleitern Tanja Hupfer, Manfred Weyand und Markus Kugler habe sich mit dem erst 16-jährigen Florian Brandner ein neuer Trainer hinzugesellt, was Hupfer besonders lobte. Abschließend ehrten Hupfer und Böhnlein die langjährige Stütze der ersten Mannschaft, Uwe Käppel, der bereits seit 40 Jahren aktiv Tischtennis-Leistungssport betreibt und seit 25 Jahren den TSV Berchtesgaden verstärkt.

Silke Kurz, Leiterin der Turnabteilung, erwähnte die große Besucherresonanz bei Veranstaltungen. So verzeichne das Schauturnen in allen Kinderturngruppen einen starken Zulauf.

Mehr Fußballer-Nachwuchs

Abschließend trug Hans Klegraefe die Situation bei den Fußballern vor. Die Seniorenmannschaften spielten eine gute Saison. Zum ersten Mal seit Jahren befinden sich auch wieder rund 50 Kinder im Nachwuchsbereich in Juniorenteams.

Das Vereinsstüberl werde von den Fußballern rege genützt, stehe aber allen anderen Abteilungen zur Verfügung. Klegraefe schloss mit einem Dank an Sportplatz-Referent Werner Hajek, dessen Hartnäckigkeit es zu verdanken sei, dass nun eine neue Flutlichtanlage installiert werde.

Geordnete Finanzen und viele Ehrungen

Den Berichten der Abteilungen schlossen sich die Ausführungen von Organisationsleiterin Claudia Renoth an, die sowohl den Jahresabschluss 2013 vortrug wie auch den Haushaltsplan 2014. Nach ihrem Bericht erteilte die Versammlung der Vorstandschaft des TSV Berchtesgaden einstimmig Entlastung. Zum Schluss der Vereinsversammlung folgten Ehrungen verdienter Sportler, Funktionäre und Mitglieder (siehe Kasten). Christian Wechslinger