weather-image
18°

Benimmregeln-Piktogramme als Exportschlager?

1.9
1.9
Bildtext einblenden
Mit diesen Piktogrammen weist die Stadt seit Sommer 2016 im Hallenbad und in Freibädern alle Gäste darauf hin, was nicht erlaubt ist. (Grafiken: Stadt Salzburg)

Salzburg – Wie sich Flüchtlinge – und im Übrigen auch alle anderen – in Frei- und Hallenbädern verhalten sollen, zeigen Piktogramme, welche die Stadt Salzburg im Sommer vergangenen Jahres entwickeln ließ. Auch die salzburger Polizei verwendet diese Schaubilder bei Info-Veranstaltungen in Asylunterkünften und hat damit so positive Erfahrungen gemacht, dass sie die Piktogramme nun nach eigener Aussage auch der bayerischen Polizei weitergegeben hat. Dort weiß man allerdings nichts davon.


»Immer schön, wenn wir Bayern helfen können«, schreibt die Stadt Salzburg auf ihrer Facebook-Seite. Und meint damit die Weitergabe der Piktogramme »an die Bayerische Polizei«, ohne allerdings konkreter zu werden. Zitiert wird der für die städtischen Bäder zuständige Vizebürgermeister Harry Preuner, der nach der »höchst erfolgreichen Verwendung der städtischen Piktogramme durch die österreichische Polizei« nun davon berichtet, »dass diese nun auch von der bayerischen Polizei übernommen werden«. Ein Salzburger Beamter habe sie den bayerischen Kollegen vorgestellt. Tatsächlich teilt Robert Meikl vom Landeskriminalamt Salzburg dem Vizebürgermeister in einem Schreiben mit, dass er die Piktogramme in einem Vortrag über »Fremdendialoge« vorgestellt habe. »Die Kollegen aus Bayern haben jetzt angefragt, ob sie die Piktogramme ebenfalls offiziell zur Abhaltung derartiger Veranstaltungen verwenden dürfen«, so Meikl.

Anzeige

Die Recherche bei der Polizei Salzburg ergibt, dass Meikl die Schilder mit den Benimmregeln nur in der Polizeischule in Ainring bayerischen Kollegen vorgestellt hat und diese von der Einfachheit begeistert gewesen seien. Ob die Piktogramme der Stadt allerdings tatsächlich von der bayerischen Polizei eingesetzt würden, sei unklar. Der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd in Rosenheim sind Piktogramme aus Salzburg nicht bekannt, eine Anfrage an das Bayerische Innenministerium blieb unbeantwortet.

Zum Hintergrund: Im April häuften sich Beschwerden im Salzburger Hallenbad, Frauen fühlten sich beobachtet und belästigt. Der zuständige Stadtrat, Harry Preuner, stellte zwar damals klar, dass es keine strafbaren Handlungen wie zum Beispiel sexuelle Belästigung gegeben habe, trotzdem sorgte ein eigener Sicherheitsdienst für einige Wochen dafür, dass vor allem Flüchtlinge die heimischen Regeln verstehen und einhalten. »Beschwerden über das Fehlverhalten einzelner gibt es in jedem Bad, nicht erst seit Flüchtlinge zu den Gästen zählen«, so Preuner damals. Damit sich im Sommer in den Freibädern nicht die Beschwerden über betrunkene Männer, die zum Beispiel Badeschuhe verstecken und diese dann nach den Frauen werfen, wiederholen, hatte die Stadt bildliche Benimmregeln ausarbeiten lassen. Man habe bewusst darauf verzichtet, Plakate mit schriftlichen Regeln in zahlreichen Sprachen aufzuhängen. Michael Hudelist