weather-image
28°

Beppo Maltan bleibt Vorsitzender

5.0
5.0
Bildtext einblenden
75 Jahre ist Hans Zeitter aus Berchtesgaden (l.) Mitglied beim DAV. Vorsitzender Beppo Maltan freut sich. Fotos: privat
Bildtext einblenden
Der Vorstand der DAV-Sektion Berchtesgaden (v.l.): Stefan Schmid (Schatzmeister), Gabi Schieder-Moderegger (Jugend), Max Holzmann (Schriftführer), Wolfgang Feldbauer (Fachbereich Hütten und Wege), Christl Zembsch (2. Vorsitzende), Beppo Maltan (1. Vorsitzender), Bernadette Thielen (Fachbereich Bergsport), Hans Sleik (Naturschutz).

Schönau am Königssee – Stimmungsvolle Filmaufnahmen der Berchtesgadener Berge eröffneten am Freitag die Jahreshauptversammlung der DAV-Sektion Berchtesgaden. Gleich zu Beginn präsentierte 1. Vorsitzender Beppo Maltan einige erfreuliche Fakten: Die Besucherzahlen auf den Hütten des DAV steigen stetig, ebenso die Mitgliederzahlen des Vereins. Maltan zeigte sich optimistisch, dass in diesem Jahr die 9 000er-Marke geknackt werden könne. 15 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt der Verein im Bistro und den Kletterhallen.


Bereits zum neunten Mal konnte dieses Jahr der Jennerstier als deutsche Meisterschaft ausgetragen werden. Das Rennen fand aufgrund der Witterung unter erschwerten Bedingungen und mit rund 200 Höhenmetern weniger als geplant statt. Es gewann Lokalmatador Toni Palzer.

Anzeige

Die sportlichen Erfolge des Vereins können sich sehen lassen: Neben Aushängeschild Palzer hat der Verein mehrere bayerische und deutsche Meister im Klettern in seinen Reihen. Der Verein setzt sich dafür ein, dass Bergsportarten wie Klettern oder Skibergsteigen olympisch werden – eine Haltung, die, so Maltan, nicht zu der Ablehnung der Münchner Olympiabewerbung passt. Wie er ausführte, war der DAV beim ersten Anlauf für die Bewerbung, weil er in die Planung einbezogen wurde, beim zweiten Mal habe sich der DAV-Hauptverein aus Gründen des Umweltschutzes gegen die Bewerbung ausgesprochen. Die Sektion Berchtesgaden hätte es vorgezogen, so der Vorsitzende, aktiv mitzuarbeiten. Auch Stefan Kurz, Bürgermeister von Schönau am Königssee, sagte, er verstehe die Ablehnung nicht, da die Münchner Bewerbung diejenige mit den geringsten Eingriffen in die Umwelt gewesen sei.

Bewährt habe sich, so Maltan, die alpine Auskunft, die täglich von 16 bis 18 Uhr für alle Fragen rund ums Bergsteigen telefonisch erreichbar sei. Erfreut zeigte sich Maltan auch über die gute Zusammenarbeit mit dem Nationalpark. Die Wegepatengruppe des DAV kümmert sich um ein rund 120 Kilometer langes Wegenetz außerhalb des Nationalparks. Größere Wegebauarbeiten waren im Jahr 2013 nicht nötig. Dieses Jahr soll mit den Sanierungsmaßnahmen am Rauhen Kopf fortgefahren werden. Das jährliche Wegewartetreffen ist für den 27. März anberaumt. Zusammen mit dem Nationalpark gab es im vergangenen Jahr auch eine große Pflanzaktion, wie Umweltreferent Hans Sleik berichtete.

Fast 40 000 Eintritte in die Kletterhalle

Kräftig investiert wurde vergangenes Jahr in der Kletterhalle, wie Gerhard Benischke erzählte. So sei unter anderem ein dämpfender Boden verlegt worden, der die Schwere von Unfällen mindern solle. Zumindest teilweise werden die Investitionen durch die steigenden Besucherzahlen aufgefangen: Fast 40 000 Eintritte seien 2013 zu verzeichnen gewesen, so Benischke. Klettern boomt, das belegen auch die Zahlen, die Jugendleiterin Gabi Moderegger vorstellte: Rund 300 Kinder trainieren in zwölf Gruppen im Kletterzentrum, betreut von 30 ausgebildeten Trainern. Wie Moderegger ausführte, arbeite der DAV erfolgreich inklusiv, ohne die gehandicapten Kinder speziell zu fördern. Für dieses Jahr sei auch wieder ein Kletterwettkampf geplant.

Schriftführer Roman Kurz erklärte, ein Jahresbericht sei in der aktuellen, schnelllebigen Zeit fast nur noch eine Rückschau. Um die Mitglieder mit aktuellen Informationen zu versorgen, habe der Verein seine Internetpräsenz verstärkt, unter anderem auch auf Facebook.

Christl Zembsch wies auf die neue »Mittwochsgruppe« hin, die allwöchentlich eine gebührenfreie Tour unternimmt. Die jeweiligen Touren würden jeweils einen Tag vorher telefonisch abgesprochen, so Zembsch.

Bei der Blaueishütte ist dieses Jahr die Verbesserung der Wasserversorgung das größte Thema. Zudem soll die Treppe zur Toilette mit einem Geländer versehen werden. Im Stöhrhaus wurde eine Küchensanierung durchgeführt, um den Auflagen des Gesundheitsamtes Genüge zu tun. Zudem wurde die Sanierung des Funtenseeweges in Angriff genommen. Auch die Wasseralm soll in Zukunft eine offizielle Bewirtschaftung bekommen, wofür jedoch eine Investition von etwa 300 000 Euro nötig sein wird – der Verein will hier gemeinsam mit dem Nationalpark eine Lösung finden. Beim Franz-Eder-Steig zur Marktschellenberger Eishöhle wird wegen Sicherheitsbedenken ein geologisches Gutachten nötig, im Zweifelsfall muss der Steig gesperrt werden.

Haushalt einstimmig abgesegnet

Schatzmeister Stefan Schmid erklärte, ab kommendem Jahr sei der Kassenbericht für Mitglieder auf Anfrage vorab erhältlich. Im vergangenen Jahr sei ein Vereinsergebnis von 28 396 Euro erzielt worden, was eine positive Abweichung von der Planung von rund 52 000 Euro bedeute. Beim Ostwandlager etwa konnte man ein größeres Plus erzielen als erwartet, auch bei der Blaueishütte lag das Ergebnis wegen verschobener Maßnahmen über der Erwartung. Beim »Bergsteigerhaus Ganz« fiel das Minus um rund 26 000 Euro größer aus als erwartet. Die Vorstandschaft wurde einstimmig entlastet. Die Haushaltsplanung für das laufende Jahr sieht ein Vereinsergebnis von 21 600 Euro, also ein Minus von 6 796 Euro zum vergangenen Jahr, und ein Finanzergebnis von -38 000 Euro vor. Der Verein schreibt also rote Zahlen, wie Maltan auf Nachfrage bestätigte. Ein bis zwei schlechte Sommer könne man aber durchaus verkraften, meinte Schatzmeister Schmid. Der Haushalt wurde von der Versammlung einstimmig abgesegnet. Auf Nachfrage erklärte Schmid, auch der Haushaltsplan solle künftig schon vor der Jahreshauptversammlung einsehbar sein.

Turnusgemäß standen beim DAV Neuwahlen an. Die drei Vorstände Beppo Maltan, Christl Zembsch und Gerhard Benischke wurden jeweils einstimmig wiedergewählt, ebenso Stefan Schmid als Schatzmeister, Wolfgang Feldbauer als Vertreter des Fachausschusses I, Bernadette Thielen als Vertreterin des Fachausschusses II und Gabi Moderegger als Jugendleiterin. Mit einer Enthaltung wiedergewählt wurde Umweltreferent Hans Sleik. Roman Kurz, der für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde, hat sein Amt als Schriftführer niedergelegt. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig Maximilian Holzmann gewählt. Niedergelegt hat sein Amt auch Rechnungsprüfer Dieter Brasin, der für seine Verdienste mit der großen Kederbacher-Medaille ausgezeichnet wurde. Als Rechnungsprüferinnen wieder- beziehungsweise neu gewählt wurden jeweils ohne Gegenstimme Luise Petry und Birgit Mündel. In den Ehrenrat wurden Werner d'Oleire-Oltmanns einstimmig wieder- und Rudi Ernst einstimmig neu gewählt. Das dritte Mitglied des Ehrenrates wird von der Vorstandschaft bestimmt. Das Vorstandsteam der DAV-Sektion Berchtesgaden geht also fast unverändert in die kommenden drei Jahre. Markus Schüssler