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Erlebnistag mit Taufe des Holzsalamanders lockte viele Besucher am Freitag nach Marktschellenberg – »Klamm«-Sanierung bis 2016 abgeschlossen

»Berti« begrüßt die Besucher in der »neuen« Almbachklamm

Bürgermeister Franz Halmich, Dr. Ewald Langenscheidt und Holzbildhauer Mario Guggenberger (v.l.) erkundeten die Klamm.
Die Marktschellenberger Grundschüler und Kindergartenkinder mit den fünf besten Namensvorschlägen für den Holzsalamander wurden für ihre Ideen mit Preisen ausgezeichnet. Der Name »Berti« stammt von Sophia Steindlmüller (l.). Fotos: Anzeiger/Marschner
Richtige Fußballfans tragen ihre Fanfarben auch im Gesicht zur Schau.

Marktschellenberg – Der riesige Holzsalamander am Eingang der Almbachklamm in Marktschellenberg hat seit Freitag einen Namen: »Berti«. Holzbildhauer Mario Guggenberger hatte das 600 Kilo schwere und aus Eiche geschnitzte Maskottchen in liebevoller Handarbeit angefertigt. Drei volle Wochen brauchte er für sein Tier.


Grundschul- und Kindergartenkinder aus Marktschellenberg hatten bei der Namenswahl des Salamanders tatkräftig mitgeholfen, so waren viele Namensvorschläge bei der Gemeinde eingegangen. Die besten Fünf davon hatte schließlich der Gemeinderat in einer Sitzung ausgewählt. Am Freitag zog Mario Guggenberger den Umschlag des Gewinnernamens. Anschließend taufte er gemeinsam mit der Gewinnerin, Grundschülerin Sophia Steindlmüller, den »Holzkrabbler« auf den Namen »Berti«. Sophia erhielt für ihren Einfall ein großes Geschenk, aber auch die anderen vier Kinder erhielten Präsente für ihre Vorschläge. Zur Auswahl standen noch »Klammander«, »Almi«, »Salamandra« und »Jockerl«.

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Die Namenstaufe war nur ein Höhepunkt am Erlebnistag, auf dem Programm stand bei schönstem Herbstwetter noch so einiges an Unterhaltung für die zahlreichen Besucher der Klamm. Hoch hinauf ging es mit der Bergwacht Marktschellenberg beim Klettern, bunte Schmetterlinge, Blumen oder Fußball-Gesichter konnte man sich beim katholischen Frauenbund schminken lassen. Auch sorgte der Gebirgstrachtenerhaltungsverein »D‘Schellenberger« für Tanz und Stimmung. Wer dabei Hunger bekam, konnte sich beim »Gasthaus zur Kugelmühle« verwöhnen lassen.

Nachdem die Klamm im Jahr 2013 durch ein großes Unwetter zerstört wurde, sind neue Attraktionen geplant, um sie noch interessanter für die Besucher zu gestalten. Unterstützt wird die Gemeinde dabei von Dr. Ewald Langenscheid. Er kennt das Berchtesgadener Land, insbesondere den Talkessel, seit Jahrzehnten. Sein Projekt »Almbachklamm« beschäftigt sich mit dem Thema »Natur besser Verstehen und Erleben«. Dafür gibt es bald sieben Stationen durch die Almbachklamm, wo geforscht, gespielt und entdeckt werden darf. Nicht nur für die Kleinsten ein Erlebnis, auch für die Erwachsenen gibt es viel zu erfahren rund um das Thema Natur, Flora und Fauna. »Es soll kein Freizeitpark aus der Klamm werden. Es soll lediglich eine Aufwertung der Gegebenheiten erfolgen. Es werden dabei wichtige Aspekte vermittelt, die in der Klamm eine Rolle spielen«, so Langenscheid.

So kann man gleich am Anfang der Klamm mit ein wenig Glück Gold finden. Ausgerüstet mit einer echten Siebepfanne können die Besucher im Flussbett nach dem begehrten Edelmetall schürfen. Und während es bei den Kleinen für Funkeln in den Augen sorgt, können sich die Erwachsenen auf einer neu errichteten Sitzfläche ausruhen. Erschaffen wurde diese von Landschaftsgärtner und Klammbeauftragten Nikolaus Rußegger. Richtung Wasserfall entdeckt man bereits die nächste Neuheit: Ein großer drehbarer »Würfel« sorgt für Spiel und Spaß und erläutert damit auch die »Kraft des Wassers«. An jeder Station kann man sich zusätzlich an Infotafeln erkundigen. Insgesamt sollen es bis zur Theresienklause sieben Stationen rund um die Themen Wasserkraft, Wasserstände, Gewässergüte, Kalk- und Dolomit und Fließgeschwindigkeit geben. Voraussichtlich sollen im Jahr 2016 die Sanierungsarbeiten komplett abgeschlossen und alle Neuheiten in der Klamm begehbar sein. Ziel ist die Theresienklause, wo eine Holztrift nachgebaut werden soll.

Damit den 60 000 bis 70 000 Besuchern, die jährlich in die Klamm kommen, auch genug Stellplätze zur Verfügung stehen, ist eine Parkplatzvergrößerung geplant, so Bürgermeister Franz Halmich im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Das Gemeindeoberhaupt freut sich sehr über die Fortschritte in der Almbachklamm. »Schließlich war sie ganz schön zerstört. Stolz ist er auch auf Berti, den neuen Bewohner der Klamm: »Jetzt hat unser Klamm-Maskottchen endlich einen schönen Namen erhalten.«

Weitere Fotos vom Erlebnistag in der Almbachklamm finden sich unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. Susann Marschner