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Bessere Beschneiung und attraktivere Kicker

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So soll es nach den Plänen von Bernhard Heitauer schon bald wieder am Götschen aussehen. Der Bischofswieser Unternehmer hat die Skilifte am Götschen erworben und will möglichst früh in die Saison starten. (Foto: Archiv Wechslinger)
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Bernhard und Theresia Heitauer wollen mit ihren Mitarbeitern den Götschen als Skizentrum erhalten. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Als der Familienbetrieb Heitauer kürzlich ihr 30-jähriges Bestehen feierte, wusste man noch nicht, dass man in Kürze selbst Seilbahner sein würde. Seit dem 15. September, als die Bischofswieser die beiden Skilifte und den Sessellift am Götschen von Sebastian Helliel erwarben (wir berichteten kurz), ist es jedenfalls Tatsache. Für Bernhard Heitauer steht fest, dass die Trainingsmöglichkeiten ausgebaut werden sollen. An Großveranstaltungen wie Weltcups und Weltmeisterschaften denkt er allerdings nicht mehr.


Die Geschichte der Götschen-Skiarena reicht ins Jahr 1974 zurück, als der große Schlepplift durch Sebastian Helliel, German Heiduczek und Helmut Moderegger gebaut wurde. Bereits im Jahr darauf stellte man den kleinen Schlepplift fertig. 1998 entstand schließlich noch der zunächst umstrittene, aber heute von Einheimischen und Gästen gut angenommene Dreier-Sessellift zum Götschenkopf. Die Grundstücke, auf denen die Lifte und Skiabfahrten verlaufen, sind zum Großteil in privater Hand. Nur die Bergstation und ein kleiner Teil der Abfahrt zur FIS-Strecke gehören der Marktgemeinde Berchtesgaden.

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Bernhard Heitauer formuliert seine Pläne so: »Ich habe den Götschen nicht gerettet, aber meine Intention ist es, den Skibetrieb wie bisher aufrecht zu erhalten. Wir wollen gewisse Dinge forcieren und haben zunächst einmal vor, die Beschneiung zu verbessern. Des Weiteren möchten wir für den Sport und den Tourismus gute Möglichkeiten schaffen«. Es sollen für die Snowboarder und Freestyler die vorhandenen Kicker mit einigen Rails ergänzt werden, soweit dafür Platz ist. »Wir müssen etwas in dieser Richtung unternehmen, um die Jugend zu uns zu bringen oder zu halten«, sagt Heitauer.

Ein Anliegen ist es dem Bischofswieser Unternehmer, die Trainingsmöglichkeiten für den Deutschen Skiverband, die Skivereine und auch die Skischulen aufrecht zu erhalten. Mit der Schule in Bischofswiesen besteht ein sehr enger Kontakt für die Maßnahme »Sport nach eins«, aus dem immer wieder Talente hervorkommen. Ferner werden am Götschen wie bisher FIS- und Master-Rennen sowie Wettbewerbe für verschiedene Institutionen wie Bundeswehr und Vereine organisiert.

Für die Organisation von Großereignisse hat Bernhard Heitauer keine Ambitionen mehr, »weil sich da die touristische und politische Leiste weitaus mehr einbringen müsste als zuletzt«. Man möchte auch nicht mit den etablierten Bob, Skeleton- und Rennrodelveranstaltungen in Konkurrenz treten. Der letzte Weltcup im Skicross bedeutete mit einem Budget von weit über 400 000 Euro eine Riesenherausforderung für den veranstaltenden WSV Bischofswiesen. »Diese Kategorie sprengt unseren Rahmen«, so Liftbetreiber, Unternehmer und Gemeinderat Bernhard Heitauer.

Auf die Problematik des kleinen Schneeteiches angesprochen, meinte der neue Liftbetreiber, dass dieses Problem mittelfristig gelöst werden müsse. Aus ökologischer und wasserwirtschaftlicher Sicht wäre es notwendig, das benötigte Wasser ausreichend in einer Zeit zu speichern, in der mehr Wasser im Fließgewässer vorhanden ist. Denn gerade wenn im November und Dezember die Wassermengen der Bäche zurückgehen, wird für die Beschneiung das meiste Wasser gebraucht.

Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Skiverband soll über die nächsten Jahrzehnte weitergeführt werden. Die Aufträge wurden stets per Handschlag erteilt, was laut Heitauer »gut funktioniert und auch so bleiben kann«. Die Planungen für die bevorstehende Wintersaison sehen vor, so bald wie möglich die Anlagen für einen Trainingsbetrieb und dann für den öffentlichen Skibetrieb zu öffnen. »Der Trend der Wintersportler geht zum früheren Saisonbeginn, denn ab Mitte März werden schon wieder die Sommersportarten ausgeübt«, weiß Heitauer. Christian Wechslinger