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Besserer Brandschutz für die Wimbachgrieshütte

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Der Gemeinderat Ramsau hat dem Antrag der Naturfreunde, die Brandschutzmaßnahmen in der Wimbachgrieshütte zu erneuern, einstimmig grünes Licht gegeben. (Foto: Naturfreunde)

Ramsau – Die Brandkatastrophe im »Pfarrbauernhof« in Schneizlreuth Pfingsten 2015, die sechs Menschenleben gefordert hat, wirft ihre Schatten auch in die Gemeinde Ramsau. Dort möchten Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung alles dafür tun, um ein ähnliches Unglück zu verhindern. So beschloss der Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig umfassende Brandschutzmaßnahmen in der Wimbachgrieshütte.


So etwas wie in Schneizlreuth soll in Ramsau nicht passieren. Da sind sich in Ramsau alle einig. Bürgermeister Herbert Gschoßmann wies in der Gemeinderatssitzung am Dienstag darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft im Fall der Brandkatastrophe nun auch Ermittlungen gegen den Ex-Bürgermeister der Gemeinde Schneizlreuth und den früheren Geschäftsleiter eingeleitet hat (wir berichteten). Der Vorwurf: Unterlassung.

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Auch in der Wimbachgrieshütte übernachten jährlich Tausende Bergsteiger. Auch dort gibt es im oberen Stock Bettenlager, und auch dort kann es zu einem Brand kommen. Das Haus wurde 1919 erbaut und immer wieder modernisiert. Was den Brandschutz betrifft, so gibt es zwar eine Leiter, die vor Kurzem angebracht wurde und aus dem ersten Stock in die Freiheit führt. Allerdings ist das noch nicht genug.

Geschäftsleiter Martin Willeitner erklärte den Anwesenden, wie der Bestand aussieht und was es in der Hütte der Naturfreunde noch zu tun gibt. Im unteren Gebäudeteil der Wimbachgrieshütte ist die Wirtschaft untergebracht, oben befinden sich die Schlafräume. »Wenn es in dem Objekt brennt, sind alle auf die Selbsthilfe angewiesen. Die Feuerwehr braucht zu lange. Die Leute müssen also sofort rauskönnen«, fährt Willeitner fort. In den Wassertanks der Hütte befinden sich 18 000 Liter, die im Notfall zum Löschen genutzt werden können, merkt der Geschäftsleiter an.

Damit die Menschen aus dem oberen Stock möglichst schnell flüchten können, muss das Treppenhaus abgeschottet sein. Die Wände müssen feuersicher gemacht werden, damit das Treppenhaus feuerbeständig ist, erklärt Willeitner weiter. In jedem Raum müssen Brandmelder installiert werden. Das Flüchten übers Dach ist dank der Feuerleiter bereits möglich, aber noch nicht für alle Räume ideal. In Zukunft muss darum ein Zimmer im Obergeschoss als Fluchtweg immer frei bleiben. Obendrein sei Einiges an technischem Aufwand nötig. Zum Beispiel müssen die grünen Schilder, die den Notausgang kennzeichnen, auch bei Stromausfall funktionieren. »Der Antrag steht aber heute deshalb auf der Tagesordnung, weil auch einige kleine Umbaumaßnahmen nötig sind. Da die Wimbachgrieshütte ein Sonderbau ist, müssen wir diese genehmigen. Sonst wird es zum Schwarzbau«, fügt der Geschäftsleiter an.

Nach den Ausführungen von Martin Willeitner gab es keinen einzigen Kommentar vonseiten des Plenums. Alle stimmten für die Erneuerung des Brandschutzes. Zum Abschluss der Sitzung ging Bürgermeister Herbert Gschoßmann noch einmal auf diesen Punkt ein. Er erinnerte an die Angehörigen der Opfer des Brandes in der Nachbargemeinde und berichtete, dass sich der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Schneizlreuth große Vorwürfe macht. Annabelle Voss

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