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Beten und Tanzen in St. Bartholomä

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Die festliche Messe leitete Pfarrer Herwig Hoffmann. Kozelebranten waren Christian Schreilechner und Pater Kajetan.
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Beim Fischer freute man sich aufs Ehrenständchen der Kapelle.
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Die Königsseer Weihnachtsschützen hatten ihre Schaftböller dabei.
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Die Musikkapelle Maria Alm ließ die Wallfahrt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufleben. Beim Kirchweihfest in St. Bartholomä nahmen die Musiker eine wichtige Rolle ein. Unter ihnen marschierte Bürgermeister Hannes Rasp mit. Fotos: Anzeiger/B. Stanggassinger
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Die neue Bartholomä-Wirtin Heidi Amann dirigierte die Almer.
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Zur Kranzniederlegung ruderten Veronika Zechmeister und Helmut Kurz.
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Auch die »Senioren« plattelten auf der Bühne.
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Die Almer Marketenderinnen sorgten für Stimmung.

Schönau am Königssee – Nach drei Salven der Königsseer Weihnachtsschützen am Reitl nahm die Musikkapelle Maria Alm vor der Gaststätte St. Bartholomä Aufstellung und marschierte zum aufgebauten Altar in der Wiese von St. Bartholomä. Nachdem langen Marsch übers Gebirge bei der Wallfahrt am Samstag (wir berichteten) konnte man sich beim Kirchweihfest am Sonntag ein wenig von den Strapazen erholen.


Der Musikkapelle folgten Ehrengäste, Bürgermeister, Gemeinderäte, Gemeindevertreter aus Schönau am Königssee und Maria Alm, Geistlichkeit, Ministranten, Wallfahrer, Einheimische, Bergknappen aus dem Bergwerk Berchtesgaden und Kurgäste. Ein Grußwort gab es von Bürgermeister Hannes Rasp, der sich freute, dass trotz der schlechten Wetterlage so viele auf die Halbinsel St. Bartholomä gekommen waren, um gemeinsam mit den Freunden aus Maria Alm das Kirchweihfest und das Lobamt der Bergknappen zu feiern.

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Rasp erinnerte in einem Grußwort an die Ursprünge der Almer Wallfahrt. Es war die Zeit der großen Pest, die in 300 Jahren 14 mal über den Pinzgau hereingebrochen ist. In dieser Zeit herrschte große Not und ganze Ortschaften wurden von der Pest förmlich ausgerottet. Andere wurden wie ein Wunder verschont. So machten sich die ersten Wallfahrer auf zum Dürrnberg um der Muttergottes für das Überleben zu danken. Genau dieses Gelöbnis zu Ehren der Muttergottes am Dürrnberg ist der Ursprung der Wallfahrt von Maria Alm im Bundesland Salzburg nach St. Bartholomä am Königssee. Die Musikkapelle Maria Alm hat diese alte Tradition nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ins Leben gerufen und die Wallfahrt organisiert. »Es war eine große Leistung, alle Instrumente, von der Flöte bis zur Tuba über das Steinerne Meer zu tragen, hiefür mein besonderer Dank«, so der Bürgermeister.

Die festliche Feldmesse leitete Pfarrer Herwig Hoffmann in Konzelebration mit Wallfahrtspfarrer Christian Schreilechner und Pater Kajetan. »Es ist ein gesegnetes Zusammentreffen« – mit diesen Worten begrüßte der Untersteiner Pfarrer alle Gläubigen und forderte sie auf, sich einmal umzudrehen und auf die einmalige Kulisse des Kirchleins von St. Bartholomä und den Königssee zu schauen. In seiner Predigt erzählte der Pfarrer unter anderem vom Heiligen Bartholomäus, der den Märtyrertod starb, indem ihm die Haut abgezogen wurde.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Musikkapelle Maria Alm gestaltet. In den Fürbitten betete man für die Christen im Irak und Syrien. Zur heiligen Wandlung schossen die Weihnachtsschützen und nach dem Schlusssegen ging es musikalisch zu den Wirtsleuten von St. Bartholomä und zum Fischer. Beide bekamen ein Ehrenständchen.

Während des Festzugs schossen die Weihnachtsschützen Schnell-, Salven- und Einzelfeuer. Anschließend setzten sie vom Reitl auf die Halbinsel über und schossen den Wirtsleuten noch eine Ehrensalve. Eine knappe Stunde spielte die Musikkapelle Maria Alm auf der Bühne vor der Gaststätte ein Mittagskonzert, und man genoss unter den Kastanienbäumen das Mittagsmahl, als plötzlich aus Richtung Ostwand ein heftiger Wind blies und Regen mitbrachte. So wechselte man im Eiltempo in die Säle der historischen Gaststätte. Hier wurde das Konzert fortgesetzt. Im Anschluss gab es von Bürgermeister Alois Gadenstätter aus Maria Alm Ehrungen für Berchtesgadener, die am Trachten- und Pferdeschlittenfest in Zell am See teilgenommen hatten. Die Musikkapelle Maria Alm hatte bei diesem Fest die Wallfahrt dargestellt.

Die Gerer Musikanten spielten zum Kirchweihtanz auf. Es wurde fleißig getanzt und geplattelt. Gegen 16.30 Uhr verabschiedeten sich die Almer und fuhren mit einem Sonderboot zur Falkensteiner Wand. Helmut Kurz übernahm vom Wallfahrerschiff einen Kranz und Veronika Zechmeister ruderte einen Landauer zur Felsenwand. Kurz befestigte den Kranz neben dem roten Kreuz, die Musiker spielten einen Trauermarsch und Pfarrer Christian Schreilechner betete für die Verstorbenen. Anschließend segnete Pater Kajetan alle im Boot.

Abschiedsworte gab es von Hannes Rasp und Alois Gadenstätter. Letzterer freute sich, dass trotz Wechsel bei den Wirtsleuten von St. Bartholomä und bei der Geschäftsführung der Schifffahrt Königssee wieder alles so reibungslos und freundschaftlich abgelaufen sei. Bernhard Stanggassinger