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Betrüger wollen 5000 Euro und drohen Rentnerin mit türkischem Gefängnis

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Vorsicht bei Anrufen von vermeintlichen Polizisten
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Vorsicht bei Anrufen von vermeintlichen Polizisten Foto: Montage; l. Patrick Seeger; r. Jan-Philipp Strobel

Freilassing – Einer skrupellosen und gleichzeitig professionellen Betrugsmasche fiel eine einheimische Rentnerin zum Opfer. Die Polizei Freilassing ermittelte in dem Fall und bringt Licht ins Dunkle.


Am Dienstag erstattete eine 68-jährige Frau bei der Polizeiinspektion Freilassing eine Anzeige, nachdem sie einen betrügerischen Anruf von einem angeblichen Polizeibeamten erhalten hatte. Für die ermittelnden Polizeibeamten stellte sich der Sacherhalt wie folgt dar:

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Die Dame erhielt am gleichen Vormittag einen Anruf, bei dem sich der Mann in akzentfreier deutscher Sprache als Oberinspektor von der Polizeiinspektion Freilassing vorstellte. Trickreich und wohl dem ersten Eindruck folgend auch glaubhaft erläuterte er, dass gegen die Frau in der Türkei ein Haftbefehl bestehe. Sie müsse deshalb umgehend bei einem Staatsanwalt anrufen, der ihr das weitere Vorgehen erklären könne. Dazu nannte er ihr eine deutsche Festnetznummer, an der sich bei ihrem Rückruf ein Mann als Staatsanwalt ausgab.

Er erklärte, dass sie 5000 Euro bezahlen müsste, andernfalls würde man sie in den nächsten Tagen abholen und zur Vollstreckung des angeblichen Haftbefehls in die Türkei bringen. Da die Frau vor einigen Jahren tatsächlich dort Urlaub gemacht hatte, glaubte sie den Anrufern.

Besonders dreist war laut Polizei dann das weitere Vorgehen: auf ihre Einlassung, dass sie nicht so viel Geld zu Hause habe, wurde ihr geraten, den Betrag von ihrem Konto abzuheben und dann wieder anzurufen. Dies machte die Frau dann auch und bei ihrem nächsten Rückruf wurde ihr aufgetragen, den Betrag in die Türkei zu transferieren. Nach Erklärung der Modalitäten für einen Bargeldtransfer per Western Union ging die Frau zur nächsten Postfiliale, um die Zahlung zu veranlassen. Dort fragte sie jedoch ein aufmerksamer Bediensteter nach dem Grund für diesen ungewöhnlichen Transfer und erkannte sofort, dass es sich um einen Betrugsfall handelte. Er riet der Frau die Zahlung nicht zu leisten und sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Einzig der Aufmerksamkeit des Postbediensteten hatte die Frau es zu verdanken, dass ihr kein finanzieller Schaden entstanden ist. Bei Western Union handelt es sich um einen eigentlich seriösen Dienstleister von Bargeldtransfers, der aber in vielen Fällen auch von Betrügern genutzt wird. Hätte die Frau die Zahlung durchgeführt, wäre das Geld unwiderruflich verloren gewesen.

Bei der geschilderten Betrugsmasche handelt es sich um ein Kriminalitätsphänomen, das in Polizeikreisen bestens bekannt ist, von den Betrügern aber bereits seit Jahren immer wieder erfolgreich angewandt wird.

Erste Ermittlungen der Polizeiinspektion Freilassing ergaben, dass die Nummer des angeblichen Staatsanwaltes unter falschen Personalien erstellt wurde und die Anrufe über das Internet erfolgten. Hinter dieser Betrugsmasche dürfte eine hochprofessionelle, meist im Ausland angesiedelte Struktur stehen, welche es durch psychologisch geschulte und im Ton überzeugende Anrufer immer wieder schafft, arglose Menschen zum Überweisen größerer Geldbeträge zu überreden. 

Polizei Freilassing mahnt zur Vorsicht:

Zu beachten ist auch, dass die Vorgehensweise der Täter variiert und sehr vielfältig ist. Die erste Kontaktaufnahme kann – wie oben geschildert – durch einen Telefonanruf oder auch per Brief von einer angeblichen Polizeibehörde oder Staatsanwaltschaft erfolgen.

Die Polizeiinspektion Freilassing kann nur immer wieder vor allen möglichen Arten des Betruges warnen, denn die Täter sehen es auf das Geld der Bürger ab. Die Polizei rät deshalb: Seien Sie äußerst vorsichtig und misstrauisch, wenn es telefonisch um Geld geht, welches sie bezahlen sollen oder gewonnen haben. Teilen Sie keine persönlichen Daten wie Kontonummer oder Bankverbindung mit.

Informieren sie sich im Internet unter www.polizeiberatung.de bzw. www.polizei.bayern.de oder wählen sie im Verdachtsfall unter der Rufnummer 110 sofort den Notruf.