BGL-Tourismus aus Solidarität TOM-Mitglied

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Der Verein »Tourismus Oberbayern München« vertritt die mit 35 Millionen Übernachtungen größte Urlaubsregion Deutschlands. (Foto: Messe München)

Berchtesgadener Land – Der Landkreis ist im November 2013 dem neuen Verein »Tourismus Oberbayern München« (TOM) beigetreten, die Grundmitgliedschaft beträgt 7 000 Euro pro Jahr. Zusätzlich bietet der Verein auch eine »Plus-Mitgliedschaft« an, die für zusätzlich 1 000 Euro im Jahr die Mitglieder zum Beispiel bei Messeauftritten unterstützt. Bisher war der Landkreis Mitglied und hat die Kosten für die Grundmitgliedschaft übernommen, die Berchtesgadener Land Tourismus Gesellschaft (BGLT) hatte die zusätzlichen 1 000 Euro übernommen. Das passte dem Verein aber nicht wirklich, daher übernimmt nun die BGLT die volle Mitgliedschaft inklusive der zusätzlichen Kosten, tritt also offiziell als Mitglied auf. Intern verrechnet die BGLT die Basiskosten in Höhe von 7 000 Euro jedoch dem Landkreis weiter, der Kreisausschuss stimmte diesem Wechsel in seiner jüngsten Sitzung auch zu.


Interessanter als die Frage, wer am Ende zahlt, ist die Frage, warum ein Tourismusverband beim Verein TOM Mitglied sein muss. Die Antwort von BGLT-Chef Stephan Köhl: »Aus Solidarität ist das fast ein Muss, außerdem ist es sinnvoll, wenn sich die oberbayerischen Regionen und Orte in einem Netzwerk zusammentun.«

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Offiziell wird der Tourismus in den sieben Regierungsbezirken durch die Bayern Tourismus Marketing Gesellschaft, kurz BayTM, vertreten. Die Gesellschafter sind neben sechs Tourismusverbänden wie zum Beispiel TOM auch die Messe München, der Flughafen München, der Bayerische Brauerbund und andere Interessensvertretungen. Die Bayern Tourismus Marketing ist in erster Linie für das Auslandsmarketing der Marke »Bayern« zuständig und ist Teil der Deutschen Zentrale für Tourismus mit Sitz in Frankfurt.

Der Verein TOM ist vor allem für drei Aufgaben zuständig. Erstens für die Ausbildung der Mitarbeiter in gastronomischen Betrieben und Hotels, wobei kleinere Hotel aus Angst vor Abwerbung eher ungern Mitarbeiter in die Schulungen schicken. Die zweite Aufgabe ist die Lobbyarbeit, also die klassische Interessensvertretung. »Hier geht es zum Beispiel um Förderungen, aber auch um Hilfe bei Abmahnwellen«, erklärt Köhl. Der dritte Aufgabenbereich umfasst das gemeinsame Marketing, also zum Beispiel das Bestücken eines Gemeinschaftsstandes bei großen Messen wie zum Beispiel der ITB in Berlin.

Für den Gast spielt »Oberbayern« keine Rolle, er macht entweder Urlaub in Bayern oder eben in einer bestimmten Region, zum Beispiel in Berchtesgaden. Das bestätigt auch Stephan Köhl: »Die stärkste Marke ist zweifellos Bayern, denn für Japaner, Brasilianer und andere gibt es nur Bayern.« Oberbayern würden die Ausländer nicht kennen. »Wenn Gäste auf einer Messe Oberbayern sehen, haben wir den großen Vorteil, dass die Gäste das mit Bayern gleichsetzen«, weiß Köhl. Andere Regionen wie zum Beispiel Franken hätten diesen Vorteil nicht. hud

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