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Bienen und Bauern

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Bei einem Gegeneinander würden nur die Falschen profitieren: Dr. Bernhard Zimmer will Insekten und bäuerliche Strukturen schützen. (Foto: privat)

Berchtesgadener Land – Mitten im Winter hatten die Wählerinnen und Wähler in Bayern die Gelegenheit das Thema Artenvielfalt ganz oben auf die Agenda der Landespolitik zu setzen und sie haben es in beeindruckender Weise getan. Tausende von Menschen haben sich in den letzten Wochen für direkte Demokratie eingesetzt, haben für das Mitmachen geworben und sie hatten Erfolg.


In ganz Bayern, auch in den ländlichen Regionen mit viel Landwirtschaft ist der Erfolg zu sehen. Auch im Berchtesgadener Land ist das Volksbegehren erfolgreich. Die Verunsicherung aufgrund der bäuerlichen Strukturen ist dennoch groß.

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Ein Blick auf die Zahlen der letzten 15 Jahre zeigt, dass neben den Bienen vor allem die bäuerlichen Familienbetriebe gefährdet und vom Aussterben bedroht sind. Laut Kreisrat Dr. Bernhard Zimmer sei besonders die Betriebsgröße zwischen 10 und 30 Hektar betroffen. Dies bedeute, dass der Landkreis monatlich einen Vollerwerbsbetrieb verlieren würde. Die anderen Bauern hätte darüber hinaus ständig Angst um ihre Existenz. Die Stimmung in den letzten beiden Wochen war dementsprechend geladen. Wissenschaftlich erwiesen sei längst, dass kleinräumige Strukturen schon aufgrund der Randeffekte eine höhere Artenvielfalt zulassen würden. Es brauche keine weitere Studie mehr, um zu belegen, dass die Bewirtschaftung kleinerer Strukturen deutlich mehr Aufwand verursacht und damit auch mehr kostet.

Neu ist hingegen, dass die Bevölkerung der Politik mit sehr großer Deutlichkeit sagt, dass Vielfalt gewollt ist und die Politik der Aufgabe nachkommen und die Rahmenbedingung anpassen soll. Für Zimmer steht fest, dass gesellschaftliche Ziele durch neue Bedingungen ersetzt werden müssen, wenn sie mit Freiwilligkeit nicht erreicht werden können.

Bäuerliche Landwirtschaft mit großer Artenvielfalt sei möglich, wenn diejenigen gefördert werden, die dies zur Grundlage machen würden und Leistung erbringen. Das koste mehr Geld, sei aber gut investiert in die Zukunft. »Vor allem schafft es Sicherheit bei den Familien, die täglich um ihr Einkommen bangen müssen, nur weil irgendwo auf der Welt Milch noch billiger erzeugt werden kann«, so Zimmer weiter. Die Schöpfung zu bewahren sei die Aufgabe der Menschen. In die Pflicht genommen werden sollten diejenigen, die für die Misere verantwortlich seien. »Die Verlierer waren bislang die Familienbetriebe, aber wer waren eigentlich die Gewinner?« fb