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Bienenhonig in Handarbeit

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Peter Mayrhofer ist seit 25 Jahren Imker. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Peter Mayrhofer hat in Loipl das landkreisweit erste Wirtschaftsgebäude für Honigproduktion eröffnet. Dort finden nicht nur länderübergreifende Imkertreffen statt. Im »Honig Häusl« in Loipl stellt der gebürtige Österreicher jenen Honig her, den er mit seinen aktuell 40 Bienen-Völkern produziert. Ausgelegt ist das Gebäude für bis zu 100 Völker.


Peter Mayrhofer ist Wanderimker. Das bedeutet, dass er seine Bienenvölker nicht alle an einem Platz vereint hat. »Ich fahre der Tracht in verschiedenen Höhenlagen nach«, sagt er. Die Tracht ist der Honig, den die Honigbienen in den heimischen Bienenstock eintragen und nicht selbst verbrauchen, sodass dieser Anteil durch den Imker geerntet werden kann. »Ich habe mehrere Stellen im Talkessel, wo ich meine Völker hinbringe, die von dort aus dann ausfliegen«, sagt er. Diese vier Außenstände sind bei heimischen Bauern untergebracht, dort, wo Mayrhofer den größten Ertrag vermutet.

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Auch wenn die Bienensaison schon vorbei ist, eröffnet der Hobbyimker nun sein »Honig Häusl«, das direkt neben dem Wohngebäude entstanden ist: Neben einem Schleuderraum mit Anlieferung beinhaltet das Wirtschaftsgebäude einen Verkaufsraum sowie einen großen Kühlraum zum Lagern von Honig und Wabenmaterial. Viele Eimer stehen dort mit dem »süßen Gold« der vergangenen Saison. Im großen Dachboden erwartet den Besucher ein Lagerraum für die Beutensysteme mit Leerwaben und Holzmaterial für Außenstände.

»Die vergangene Saison war für heimische Imker eine gute«, sagt Mayrhofer. Von der Witterung her sei es optimal gewesen. Dadurch sei auch die Honigernte ertragreich gewesen. Jedes Volk zählt in guten Jahren zwischen 50 000 und 60 000 Bienen, die gemeinsam mit der Königin in einem Stock leben und von dort aus ihre Arbeit verrichten. Weil Mayrhofer und einige weitere Imker im Talkessel auch Königinnen züchten, zeigen sie sich auch mit dem diesjährigen Ergebnis zufrieden. Ohne Königinnenzucht und Völkervermehrung funktioniere es in der Imkerei kaum mehr. Daher wird es auch im nächsten Jahr im »Honig Häusl« wieder Kurse geben für Imker und Neueinsteiger.

Positive Nachrichten gebe es hinsichtlich der Varroa-Milbe zu vermelden, die in den vergangenen Jahren bei vielen Imkern für Frust gesorgt hatte, da ganze Völker ausgelöscht worden waren. »Die Varroa war nicht so stark wie im Vorjahr, aber trotzdem ist Vorsicht geboten vor einer Reinfektion.« Neben der Milbe seien es aber vor allem die vielen Pflanzenschutzmittel, die den Bienen das Überleben erschweren. Auch wenn der Einsatz in der hiesigen Region noch überschaubar sei. Als leidenschaftlicher Imker, »dem unsere Umwelt sehr am Herzen liegt«, freue er sich darüber, dass die Molkerei Piding für die eigenen Lieferanten ein Verbot des Einsatzes von Glyphosat ausgesprochen hat. Das Problem des zunehmenden Insektensterbens beobachtet Peter Mayrhofer seit langer Zeit und zeigt sich besorgt: Denn natürlich seien auch die Bienen betroffen. »Man kann nur hoffen, dass der Einsatz von Gift auf den Wiesen verboten wird«, sagt er.

Dass sich Mayrhofer mit so großer Leidenschaft dem Honigthema widmet, liegt auch in seiner Familie begründet. »Ich bin seit 25 Jahren Imker. Das Imkern zieht sich wie ein rotes Band durch unsere Familie.« Die Großväter seien bereits Imker gewesen, zwei seiner Onkel ebenso. Noch stärker sei Mayrhofers Bruder infiziert worden. Er ist einer der wenigen hauptberuflichen Imker im Land Salzburg und hat auch den Meisterbrief für die Imkerei absolviert. Dass die Imkerei sehr zeitintensiv sei, wird meist unterschätzt, »viel Gefühl und Fachwissen wird benötigt«, sagt Mayrhofer, der pro Volk etwa 20 Kilogramm Honig im Jahr herstellt. In besonders guten Jahren seien es bis zu 50 Kilogramm. Aktuell fliegen die Bienen zwar noch immer aus, aber nur noch vereinzelt. Wer einen Blick in einen Stock wirft, erkennt schnell, dass der Winter naht und die Bienen kaum mehr aktiv sind. Nun gelte es, die nächste Saison vorzubereiten, »als Imker gibt es immer viel zu tun«. Kilian Pfeiffer