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»Bildungsort für alle«

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In den ersten beiden Monaten haben 800 Schüler und Schülerinnen das Schülerforschungszentrum besucht. Foto: Anzeiger-Archiv/Pfeiffer

Berchtesgaden - Das erste Jahr im Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land ist vorbei. 1 200 Teilnehmer haben die Einrichtung besucht. Die Zahl klingt nicht schlecht. Trotzdem gibt es laut der neuen Direktorin, Prof. Dr. Claudia Kugelmann, noch Nachholbedarf. Seit Oktober leitet sie das Zentrum, in den ersten beiden Monaten konnten bereits 800 forschende Teilnehmer gezählt werden. Mit großen Schritten soll es nun weitergehen.


Kugelmann, die in München und Erlangen an den dortigen Universitäten Sportpädagogik gelehrt hat, sagt, dass das Schülerforschungszentrum bislang zu wenig bekannt war. »Im Norden des Landkreises weiß so mancher nicht einmal, dass es uns gibt.« Ändern müsse sich das, sagt sie. Vor allem müsse die falsche Meinung über die Einrichtung aus den Köpfen der Menschen verschwinden. »Es gibt einige, die denken, im Forschungszentrum würden nur Hochbegabte unterrichtet oder man würde an Schülern forschen.«

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Dass dem nicht so ist, dafür setzt sich Kugelmann nun ein: »Wir sind ein Bildungsort für alle.« Vom Grund- über den Mittel-, den Real- bis hin zum Gymnasialschüler sei jeder angesprochen. Mit dem Schulamtsdirektor, den Schulleitern, aber auch einzelnen Fachbetreuern habe Kugelmann bereits Kontakt aufgenommen, erste Gespräche hat es zwischenzeitlich gegeben. Mit dem Forschercafé bemühen sich die Verantwortlichen mit interessanten Referenten einmal im Monat Publikum von außen zu locken.

Kugelmann wird nur gelegentlich in Berchtesgaden sein. »Führen aus der Distanz« nennt sie das. Das ist nur mit einem guten Team möglich, das ihr zur Verfügung steht. In Zukunft soll es einen Geschäftsführer geben, der sich um Verwaltung, Marketing und Gesamtkonzept kümmert. Derzeit werden Kurskonzepte definiert, um weitere Schüler aus dem gesamten Landkreis nach Berchtesgaden zu holen. »Wir wollen Themen anbieten, die in den Schulen nicht ausreichend umgesetzt werden können, etwa das Mikroskopieren. Das Ziel sei, Nachwuchs in den technischen Bereichen zu gewinnen, weiß die Direktorin. Vonseiten des Kultusministeriums erwarte man sich, den Wettbewerb »Jugend forscht« enger mit Berchtesgaden und dem dortigen Schülerforschungszentrum zu verknüpfen.

Auch in Zukunft soll es Ferienkurse geben, die Einrichtung begleitet derzeit schon W- und P-Seminare am Gymnasium Berchtesgaden. Kugelmanns Aufgaben sind vielfältig: Von der Organisation bis hin zur Einrichtungsausstattung muss sie sich auch darum kümmern, dass notwendige finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Etwa von der Technischen Universität München, die als Dacheinrichtung für das ambitionierten Projekt verantwortlich ist. Vom Landkreis gibt es ein klares Bekenntnis zum Schülerforschungszentrum. Deshalb geht Kugelmann auch davon aus, dass es mit einer Personalaufstockung in Zukunft klappen wird. »Wir brauchen einfach Experten, die uns etwa auf Honorarbasis bei unseren Angeboten unterstützen.« So wird momentan eine Werkstatt für Holz- und Metallverarbeitung im Forschungszentrum eingerichtet. »Da können wir dann keinen Biologen reinstecken, der dem Nachwuchs etwas beibringen soll - da brauchen wir einen ausgewiesenen Fachmann.« Kilian Pfeiffer