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Bis die Socken qualmen

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Erschöpft, aber glücklich: Die ersten kamen am Samstagabend ins Ziel. (Fotos: Tessnow)
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Nach dieser Anstrengung erst mal eine Brotzeit.
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Diese Gruppe ging bei der Zwölf-Stunden-Wanderung auf den Untersberg. (Foto: Ankas Photoecke)

Berchtesgaden – 350 Wanderer haben am Wochenende bei der »24-Stunden-Trophy« anstrengende Touren in der Berchtesgadener Bergwelt bewältigt. Der »Berchtesgadener Anzeiger war bei den gut gelaunten Startern am Samstagmorgen dabei und wollte natürlich wissen, wie es zwölf beziehungsweise 24 Stunden später um die Stimmung stand.


Bereits um 6 Uhr morgens standen am Samstag die ersten Wanderer im Kurgarten, um sich noch schnell registrieren zu lassen. Das Organisationsteam überreichte jedem Teilnehmer ein Starterpaket inklusive Rucksackverpflegung und Getränke. Je nach Tour gehörte zur Grundausstattung unter anderem auch Info- und Kartenmaterial sowie ein Teilnehmergeschenk. Eine Packliste mit den wichtigsten Utensilien hatte der Veranstalter bereits im Vorfeld per Infobüchlein verfasst.

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Veranstaltungsleiter Toni Grassl war direkt aus Südtirol angereist, um zusammen mit Geschäftsführer der BGLT Peter Nagel und AlpenCongress-Chef Sepp Wenig das Startband für die ersten Touren zu zerschneiden. Mit einem gemeinsamen Countdown-Anzählen wurden insgesamt 350 Langzeitwanderer in die Berge geschickt.

Vorfreude auf ein kühles Weißbier

Da lagen sie nun: Wanderstöcke, Rucksäcke, Trekkingschuhe und Wasserflaschen. Am Samstagabend gegen 20 Uhr kamen bereits die ersten Zwölf-Stunden-Wanderer wieder in den Kurgarten zurück. Einige davon nahmen an der »12h-Jenner-Gipfelglück« -Route teil. »Auf das kühle Weißbier habe ich mich schon seit Stunden gefreut«, ruft Thomas aus Niederbayern herüber, und zaubert eine Dose aus seinem Rucksack. Er war aus Deggendorf angereist, um an der Veranstaltung teilzunehmen.

Nach der Zwölf-Stunden-Wanderung prägten überwiegend fröhliche aber auch leicht erschöpfte Gesichter die Final-Szenerie. Mancher Tourengeher langte erst jetzt kräftig in die Tupperdose und holte sich seinen Vitaminnachschub. Ein paar Bananen vom Start waren noch übrig geblieben, andere hatten auch noch einen Müsliriegel in der Tasche. Dass sich die Teilnehmer daran satt essen, war aber nicht nötig, denn der Veranstalter hatte eine Gemüsepfanne mit Putenbruststreifen im Wok. Für die Herren gab es kühles Bier und für die Damen Sekt. Der DJ und Moderator Bernd Cernin stimmten sogar einen kleinen Partyabend an, während die Urkunden überreicht wurden.

Wanderer aus Fulda, Finnland und Mannheim

»Miteinander und Qualität – Kennenlernen statt Wettbewerb«, so lautet das Motto der Erlebniswanderung. Bei der Veranstaltung liegen die Attraktionen der Strecke im Vordergrund und nicht der Wettbewerb. So sahen das auch Karin und Hannes aus Fulda. Er im klassischen Outfit, sie dafür in pink und orangefarbenem Neonröckchen. Karin und Patrick waren extra aus Mannheim angereist, um dabei zu sein, und vier junge Studentinnen aus München hatten sich spontan entschieden, mal wieder nach Berchtesgaden zu reisen. Sogar ein kleiner Wandertrupp aus Finnland trug sich ein.

Ansonsten kamen die Teilnehmer überwiegend aus dem süddeutschen Raum, Österreich und der Schweiz. Auch Wanderer aus dem Berchtesgadener Land waren dabei. Gespannt konnte man auf den Sonntagmorgen sein. Da kehrten die Gruppen der »24h-Watzmann extrem/alpin« wieder in den Kurgarten zurück. Die waren die ganze Nacht in den Bergen herumgestiefelt. Eine Tour mit hohem Anspruch. Da mussten die Tourengeher schon sportlich fit sein und Bergsteiger-Kenntnisse mitbringen. Alle freuten sich umso mehr auf das »Finisher Frühstück«.

63 Kilometer und rund 3 000 Höhenmeter

Peu à peu bildeten sich Grüppchen, um gemeinsame Erlebnisse bei Brezen und Weißwürsten Revue passieren zu lassen oder warteten auf die Urkundenverleihung. Die Tour hatte sie geschlaucht. Die Muskeln machten dicht. Einige waren fix und fertig. Immerhin hatten sie 63 Kilometer und rund 3 000 Meter Höhenunterschied hinter sich. Veranstaltungsleiter Toni Grassl zeigte sich kurz vor Veranstaltungsschluss zufrieden und resümierte: »Das Wetter spielte mit, besondere Vorkommnisse gab es auch nicht zu vermelden und lediglich eine Handvoll 24 Stunden-Wanderer haben abgebrochen. Für die stand ein Shuttle-Point bereit.«

Jörg Tessnow