weather-image
19°

Bis zu 100 Asylbewerber in den »Tauernhof«?

3.3
3.3
Bildtext einblenden
Derzeit sieht alles danach aus, dass im »Alpenhotel Tauernhof« bis zu 100 Asylbewerber untergebracht werden könnten. (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Von der Regierung von Oberbayern war gestern keine Bestätigung zu erhalten. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass im »Alpenhotel Tauernhof« in Schönau am Königssee eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber entstehen könnte. Dort könnten bis zu 100 Asylbewerber eine vorübergehende Bleibe finden.


Bürgermeister Hannes Rasp hatte nach eigenen Worten »schon vor längerer Zeit« von den Plänen der Regierung von Oberbayern erfahren, ohne dass die Unterbringung der Asylbewerber im Hotel »Tauernhof« als beschlossene Sache dargestellt worden sei. Nach einer Anfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« telefonierte Rasp gestern mit Regierungsvizepräsidentin Maria Els. »Die Pläne werden nun ernsthafter«, so der Rathauschef. Allerdings seien entsprechende Verträge mit den Eigentümern seines Wissens noch nicht unterzeichnet.

Anzeige

Der Bürgermeister hat in dem Gespräch nach eigener Aussage gefordert, dass die Bürgerinnen und Bürger umfassend über die Pläne der Regierung informiert werden müssten, wenn die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber beschlossene Sache ist. »Hier muss es unbedingt eine große Informationsveranstaltung geben«, so Hannes Rasp.

Weiterhin habe er gegenüber der Regierung gefordert, dass in dem Haus nicht mehr als 100 Asylbewerber untergebracht werden sollen. Angeblich war bei den ersten entsprechenden Überlegungen eine Zahl von weit über 100 Asylbewerbern angedacht worden. »Dass es nun maximal 100 werden, hat man mir bereits zugesagt«, betonte der Bürgermeister, der seine Gemeinde hier in der Pflicht sieht: »Wenn man sich die Not der Menschen anschaut, dann hat doch jede Gemeinde eine moralische Verpflichtung, diese Leute aufzunehmen.«

Die Regierung von Oberbayern zeigte sich gestern auf Anfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« nicht sehr auskunftsfreudig. Man sei aufgrund des weiterhin hohen Zustroms von Flüchtlingen bestrebt, neue Unterkünfte für Asylbewerber zu eröffnen, so Pressesprecherin Ines Schantz. Und weiter: »Wir prüfen viele Objekte in Oberbayern, die von verschiedenen Seiten an uns herangetragen werden, so auch im Landkreis Berchtesgadener Land und in Schönau am Königssee. Dabei kommt es uns auf weitest mögliche Transparenz an.« Dennoch gab es konkret zum »Alpenhotel Tauernhof« keine Auskunft.

Man informiere aber Presse und Öffentlichkeit, »sobald wir einen Standort mit den Beteiligten diskutiert und dabei die wesentlichen Rahmenbedingungen abgesteckt haben«, betonte die Pressesprecherin. Bevor die Projekte konkret würden, informiere die Regierung von Oberbayern insbesondere die kommunalen Mandatsträger und die Anwohner.

Bis in den Herbst hinein war der »Tauernhof« als Hotel mit 38 Zimmern und rund 75 Betten noch touristisch genutzt worden. Eigentümer ist ein Münchner Architekturbüro.

Die Gemeinde Schönau am Königssee beherbergte von 1982 bis 2003 schon einmal eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Sie befand sich am Königssee und bot teilweise über 200 Asylbewerbern Quartier. Ulli Kastner