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Bis zum letzten Kuchenkrümel

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Für den Verkauf am Flohmarkt hatten einige junge Verkäuferinnen ihre Kinderzimmer »ausgemistet«. Foto: Anzeiger/Marschner
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Bürgermeister Hannes Rasp (M.), 3. Bürgermeisterin Elisabeth Rasp und Gemeinderatmitglied Franz Graßl (r.) halfen zwischenzeitlich beim Verkauf. Foto: privat

Schönau am Königssee – Bummeln, stöbern, tauschen hieß es am Samstag rund um das Rathaus in Unterstein. Zum 4. Mal ging dort der vom Verein Jugendtreff.5 organisierte Flohmarkt über die Bühne – und zahlreiche Menschen kamen nach Unterstein.


Pünktlich um 13 Uhr hörte der Regen auf, die Wolken machten Platz für die Sonne und die Standbetreiber konnten ihre vielseitige Ware zum Verkauf herrichten. Jugendtreff.5-Vorsitzende Heike Mechelhoff war sichtlich erleichtert über die Wetteränderung und hatte viel zu organisieren. Insgesamt hofften 16 Jugendliche und 26 Erwachsene auf gute Kundschaft.

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Stolz ist Heike Mechelhoff vor allem auf die Kinderstände, an denen die Kleinen stets selber verkaufen und ihren Stand auch eigenhändig herrichten. »Wie die Augen der Kinder leuchten, wenn sie ihre Sachen verkaufen und auch den Sinn dahinter verstehen, das ist einfach spitze. Dafür lohnt sich jede Minute ehrenamtlicher Arbeit«, zeigt sich Heike Mechelhoff gerührt. Für die Kinder hieß das im Vorfeld natürlich auch »Kinderzimmer ausmisten«. Schließlich musste alles, was nicht mehr gebraucht wird, zum Verkauf hergerichtet werden. Heike Mechelhoff erklärt den Sinn: »Dadurch wollen wir den sozialen Gedanken wecken. Die Botschaft lautet: Ich bin nicht alleine auf der Welt, ich kann etwas weitergeben.« Die Kinder waren voller Eifer dabei, man sah viele liebevoll hergerichtete Verkaufsstände mit kleinen und großen Lieblingsteilchen. Ob Teddybär, Gesellschaftsspiele, Baustellenfahrzeuge, Playmobil oder Bücher – jedes kleine Kinderherz schlug beim Anblick dieser Schätze schneller. »Die Bücher verkaufen sich bei mir am besten«, verriet eine kleine Verkäuferin und freute sich über ihr verdientes Taschengeld.

Auch bei den Ständen der Erwachsenen gab es das eine oder andere zu ergattern. Vom Bilderrahmen bis zum Kofferset war alles dabei, was den Flohmarktbesucher erfreut. Einige Standbetreiber sind vom ersten Jahr an dabei. »Selbst wenn es heute in Strömen geregnet hätte – ich wäre hier gestanden. Die Organisatoren müssen ja auch da sein, ob Sonne oder Regen«, beschrieb eine Dame ihre Solidarität.

Heike Mechelhoff ist vor allem auch froh über die intensive Unterstützung durch die Gemeinde Schönau am Königssee. Bürgermeister Hannes Rasp und 3. Bürgermeisterin Elisabeth Rasp waren mit den Gemeinderatsmitgliedern stundenweise im Einsatz, unter anderem am Kuchen- und Hendlbuffet. Auch der Gemeindehausmeister und die Mitarbeiter vom Bauhof halfen mit. Gemeinde-Jugendreferentin Katja Springl sowie der 2. Bürgermeister und Jugendreferent von Marktschellenberg, Volkhard Geiger, unterstützten den Verein ebenfalls durch ihre Mithilfe.

»Am Ende der Veranstaltung war bis auf den letzten Kuchenkrümel alles ausverkauft. Ein voller Erfolg«, so Heike Mechelhoff. Bei der Tombola waren die Lose bereits nach zwei Stunden vergeben. Die dafür benötigten Preise und Gutscheine waren von regionalen Geschäften und Betrieben zur Verfügung gestellt worden. Über 165 Preise kamen dabei zusammen. Die Sparkasse stockte die Gewinne noch auf, und war bei der Betreuung des Tombola-Standes dabei. »Der große Renner waren auch die liebevoll selbst gebackenen Cantuccini-Kekse von Calvis Café«, erzählte die Vorsitzende.

Nach der Veranstaltung packten alle ihre wenigen übrig geblieben Sachen zusammen und waren sich einig: »Nächstes Jahr kommen wir wieder, das war eine durchwegs gut organisierte Veranstaltung mit viel Spaß und gut gelaunten Besuchern.« Auch bei Heike Mechelhoff machte sich schnell Erleichterung breit. Jetzt ist die Vorsitzende glücklich über einen erfolgreichen Samstagnachmittag. Vor allem aber ist sie stolz auf ihre »Kinderstandler«, die voller Eifer und Engagement dabei waren und jetzt mit ihrem verdienten Taschengeld wieder die Kinderzimmer mit neuen Spielsachen füllen können. Susann Marschner