weather-image
14°

Bischofswiesen als Lieblingsstandort

2.2
2.2

Ramsau – Das derzeit viel diskutierte Thema Mittelschulstandort war auch im Gemeinderat Ramsau am Dienstagabend auf der Tagesordnung. Bürgermeister Herbert Gschoßmann hat unter dem Punkt »Bekanntgaben« einen nicht-öffentlichen Beschluss vom 4. Oktober öffentlich gemacht: »Damals haben wir uns klar für den Standort Bischofswiesen ausgesprochen«, so der Bürgermeister.


Gschoßmann sitzt für seine Gemeinde im Mittelschulverband. Er hat ein sogenanntes »imperatives Mandat«, was bedeutet, er kann nur für einen Punkt stimmen, wenn der Gemeinderat dieselbe Meinung vertritt. Das heißt, er darf nicht einfach alleine für seine Gemeinde entscheiden.

Anzeige

Warum bevorzugt Ramsau den Standort Bischofswiesen? Dafür zählt Gschoßmann einige Gründe auf: Zum einen werde die Qualität des Unterrichts nicht schlechter oder besser, da das Kollegium gleich bleibt. Zum anderen sind beide Standorte für Ramsauer Schüler sehr gut erreichbar.

Die Mittelschule Bischofswiesen hat eine Mensa, Berchtesgaden nicht. Alles in allem sei Bischofswiesen wirtschaftlicher gegenüber Berchtesgaden: »Bischofswiesen kostet die Gemeinde 2 530 Euro pro Jahr und Schüler, inklusive dem Abriss des Gebäudes in Berchtesgaden, und Berchtesgaden kostet ohne Mensa 2 805 Euro pro Schüler und Jahr.«

Gschoßmann hatte noch ein weiteres Argument: Sollte es Ende November zur Entscheidung für Bischofswiesen kommen, und sollten dann tatsächlich Wohnungen in der Bacheifeldschule in Berchtesgaden entstehen, wie eine Idee in der öffentlichen Diskussion lautete, wäre das bei der angespannten Wohnsituation auch nicht schlecht.

Schließlich kam er auf die interkommunale Zusammenarbeit zu sprechen. Man solle sich »offen und objektiv den Herausforderungen stellen«. Das sei wesentlich für diese Kooperation. »Eine objektive und sachliche Betrachtung und Bewertung der Situation unter Abwägung aller Faktoren, das war auch der Weg zum einstimmigen Beschluss des Gemeinderats zur Mittelschule«, so Gschoßmann.

Interkommunales Denken sei eine Sache, interkommunales Handeln und die nötigen Kompromisse eingehen, sei eine andere. »Aber daran wird man sich messen lassen müssen, vor allem diejenigen, die interkommunale Zusammenarbeit immer wieder berechtigterweise einfordern.«

Gschoßmann betonte abschließend, dass die Entscheidung für Bischofswiesen für die Kinder eine gute Lösung sei. Annabelle Voss