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Bischofswiesen: Informationsaustausch zum Bau der neuen Schießanlage

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Bischofswiesen Budneswehr Gemeinde
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Ein Spezialistenquintett ging am Donnerstagabend in der Mittelschule Bischofswiesen auf die Sorgen und Nöte ein, welche die betroffenen Nachbarn durch den Neubau der Schießanlage beim Böcklweiher hegen (v.l.): Klaus Peter Reichert, Oberst Stefan Leonhard, Major Jörg Winter, Michael Oehlerking und Bürgermeister Thomas Weber. (Foto: Wechslinger)

Bischofswiesen – Das Staatliche Bauamt und die Bundeswehr hatten die Nachbarn der Schießanlage der Bundeswehr beim Böcklweiher zu einer Infoveranstaltung über die geplanten Abrissarbeiten der alten Schießanlage und die Bauarbeiten für die neue Schießanlage eingeladen. Wie groß die Sorgen und Bedenken vieler Nachbarn sind, zeigte ein voller Saal von Interessierten in der Mittelschule von Bischofswiesen. Über 150 Minuten lang wurden die Bauvorhaben und die zu erwartende Lärmbelästigung vorgestellt.


Dazu waren zwei absolute Spezialisten der Ingenieurgesellschaft für Akustik, Messungen und technische Planungen aus Hannover angereist, die zum einen vorgetragen haben und im Weiteren für jedwede Fragen bereit standen. Oberst Stefan Leonhard, selbst gebürtiger Berchtesgadener, beantwortete die vielen Wortmeldungen besorgter Nachbarn wie folgt: »Es wird alles besser. Und es steht fest, dass es einen Bundeswehr-Standort nur mit einer Schießanlage geben kann.« Mit den Abrissarbeiten der alten Anlage soll im Frühjahr 2019 begonnen werden, die Fertigstellung ist für das Jahr 2023 terminiert.

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Bürgermeister Thomas Weber freute sich bei seiner Begrüßung darüber, dass so viele Nachbarn der Schießanlage am Böcklweiher zur Informationsveranstaltung gekommen seien. Zu Beginn der Informationsveranstaltung trug Diplomingenieur Hannes Frauenschuh aus Bad Reichenhall anhand von Grundrissen und Skizzen die geplanten Bauvorhaben an der neuen Schießanlage vor. So bleiben die Ausmaße der im Jahr 1938 in Dienst gestellten Schießanlage gleich. Neu integriert wird in die Schießstände A I mit 250 Metern und A II mit 150 Metern auf der kürzeren Bahn die Schießhalle D für Maschinengewehr und Pistole. Dieser Stand war bisher am Silberg und wird dort abgebaut. Aus dieser neuen Schießhalle dringt so gut wie kein Lärm, war zu erfahren.

Auf die Frage aus dem Plenum, dass an 365 Tagen im Jahr von 6 bis 22 Uhr geschossen werden darf, antwortete Oberst Leonhard, dass die Bundeswehr an Sonntagen überhaupt nicht schießt. Auch könnten logistisch 30 000 Schuss pro Tag gar nicht verschossen werden: »Dazu bräuchten wir nicht eines, sondern zwölf Gebirgsjägerbataillone«, gab der stellvertretende Brigadekommandeur zu bedenken, der weiß, wovon er spricht. Schließlich verbrachte er zu Beginn seiner militärischen Laufbahn viel Zeit am Standort und führte das Bataillon Anfang des neuen Jahrtausends als Kommandeur.

Auch die Sorge um die Lärmbelästigung bei An- und Abfahrt zur Schießanlage mit dem gepanzerten Geländetransportfahrzeug Hägglund entkräftete Oberst Leonhard. »Die Truppe wird mit Bussen angefahren oder erreicht die Schießanlage zu Fuß.«

Nach den Ausführungen von Hannes Frauenschuh vom Ingenieurbüro »BPR Dr. Schäpertöns Consult«, das in einem Firmenverbund in den Bereichen Gebäude, Verkehr, Energie, Wasser und Umwelt deutschlandweit an über 25 Standorten mit 600 Mitarbeitern regional, national und international agiert, ging es mit Michael Oehlerking von der »AMT Ingenieurgesellschaft« aus Hannover um die erlaubten Lärmbelästigungen an verschiedenen Messpunkten. Mit großem Sachverstand wurden die berechtigten Sorgen und Nöte der betroffenen Nachbarn erörtert. Es war möglich, während des Fachvortrags von Firmeninhaber Michael Oehlerking und dessen paritätischem Mitarbeiter Klaus Peter Reichert jederzeit Zwischenfragen zu stellen, wenn etwas unklar war.

Einige bestens vorbereitete Schießanlagen-Nachbarn machten mehrmals davon Gebrauch und stellten fundierte Fragen, die von den Spezialisten für Akustik, Messungen und technische Planungen so weit als möglich verständlich beantwortet wurden. Auf spezifische Fragen die Truppe und deren Schießübungen betreffend ging Major Jörg Winter vom Gebirgsjägerbataillon 232 ein. Zum Thema Kanalneubau an der Schießanlage informierte der Bischofswieser Bürgermeister Thomas Weber darüber, dass die Kosten dafür von der Gemeinde, dem Staatlichen Bauamt und dem Bund getragen werden. Christian Wechslinger