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»Bischofswiesen muss politisch bunt bleiben«

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Für ein soziales Miteinander und gegen Flächenfraß sprechen sich die Kandidatinnen und Kandidaten der Bischofswieser SPD aus. Foto: privat

Bischofswiesen – »Miteinander reden und bürgernah handeln« – das sind für Bürgermeisterkandidat Josef Angerer keine leeren Parolen, sondern die Basis erfolgreicher Kommunalpolitik. Er setzt auf eine faire Zusammenarbeit aller politischen Kräfte im Gemeinderat und auf den regen und frühzeitigen Informationsaustausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Besonders die konstruktive Zusammenarbeit mit den anderen Talkesselgemeinden, aber auch das konfliktfreie Verhältnis zum Landratsamt ist ihm ein besonderes Anliegen.


Nur mit einer starken SPD werde es auch weiterhin gelingen, Bischofswiesen spekulationsfrei weiterzuentwickeln, die Zersiedelung der Landschaft vor der Bauwut anderer ernsthaft zu stoppen, Humanität und Mitmenschlichkeit vor gewerbliche Interessen zu stellen und für Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche durch zeitgemäße schulische und vorschulische Einrichtungen zu sorgen, so das Resümee des Fraktionssprechers Hans Metzenleitner auf der jüngsten Wahlveranstaltung der SPD.

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»Gesprächsbereitschaft, Offenheit, Ehrlichkeit und größtmögliche Transparenz bei politischen Entscheidungen stehen für mich im Zentrum des Handelns«, so umschrieb der Bürgermeisterkandidat Josef Angerer seine auf festen politischen Werten basierende Einstellung zur Kommunalpolitik. Er werde daher auch keine unbezahlbaren Wahlversprechen abgeben, andererseits aber werde es mit ihm als Bürgermeister auch kein »Kaputtsparen Bischofswiesens« geben. Bischofswiesens Haushaltssituation gebe keinen Anlass für Panikreaktionen, sondern bedürfe einer maßvollen Weiterentwicklung in notwendige Investitionen in die Zukunft der Gemeinde. Für ihn stehe außer Zweifel, dass in den kommenden Jahren das Ortszentrum mit dem alten Feuerwehrhaus aufgepeppt werden müsse, die leidige Bahnhofssituation samt Brückenzufahrt und eines verkehrssicheren Straßenübergangs dringend saniert werden müsse und schließlich auch das Rathaus zeitgemäß saniert und erweitert gehört. Angerer schwärmte von einem künftigen Ortszentrum, das von der Schule über einen neu gestalteten zentralen »Dorfplatz«, das Rathaus, das Feuerwehrhaus, bis zu den beiden Kirchen sowie weiteren Angeboten für die Gemeindebürger fast alle wichtigen Einrichtungen in nächster Entfernung anbieten könne.

Daneben setzt der SPD-Bürgermeisterkandidat vor allem aber auch auf »weiche« Standortfaktoren. Als vierfacher Familienvater schätze er eine konstruktive Gesprächskultur und werde eine solche auch als Rathauschef hegen und pflegen. Feste Zeiten für Bürgersprechstunden, das Gespräch mit der Jugend sowie eine viel stärkere Zusammenarbeit der fünf Gemeinden im Talkessel zählen für Angerer zu den weiteren wichtigen Zielsetzungen.

Der SPD-Fraktionssprecher im Gemeinderat und im Kreistag, Hans Metzenleitner, lud seine Zuhörer zunächst zu einer kleinen Zeitreise 50 Jahre zurück ein. »Stellt euch vor, ihr hättet damals vom Rauhen Kopf aus auf Bischofswiesen heruntergeschaut? Was hättet ihr gesehen?«, fragte er seine Zuhörer und bestätigte deren Antworten: »Sehr viel mehr Grünflächen, sehr viel weniger überbaute Flächen, sehr viel mehr Bischofs›wiesen‹ im eigentlichen Wortsinn.« Gerne räumte er ein, dass vieles an dieser Bauentwicklung notwendig war, andererseits aber müsse jedem heute klar sein, dass bei gleich bleibender Entwicklungsgeschwindigkeit in 50 Jahren Bischofswiesen gänzlich überbaut wäre – und dies gelte für den gesamten Talkessel. Umso wichtiger sei es darum, die künftige Ortsentwicklung zu entschleunigen und viel sensibler mit den wertvollen unbebauten Restflächen umzugehen.

»Dies ist leider auch nach dem eindrucksvollen Votum der Bischofswieser gegen die Überbauung des Kressenfeldes und gegen die Geschäftemacherei mit unserer Landschaft noch nicht in den Köpfen der Gemeinderäte von CSU und Freien Wählern.« Bedenkenlos sei in der letzten Gemeinderatssitzung in einer landschaftsökologisch besonders sensiblen Lage am Kälberstein im absoluten Außenbereich Bauland für fünf weitere Gebäude geschaffen worden.

Metzenleitner warb um die Sichtweise der SPD für eine angemessene Generationengerechtigkeit, die auch nachfolgenden Generationen noch Entwicklungsmöglichkeiten lasse. Ein wenig stolz sei er auch, dass es der SPD in den vergangenen Jahren mehrfach gelungen ist, Spekulationen und Fehlentwicklungen (Kurklinik Stanggaß, Hotel Geiger, Kressenfeld) zu verhindern und eine verträgliche Ortsentwicklung einzuleiten. Metzenleitner sprach sich klar für einen Hotelstandort Geiger aus, auch für eine angepasste Mischnutzung im Bereich der ehemaligen Kurklinik, wies aber auf eine konstruktiv-kritische Begleitung der Projekte hin.

Froh sei er auch, dass die SPD Entscheidungen stets nach festen gesellschaftlichen Grundwerten ausgerichtet habe: Es gehe um Generationengerechtigkeit (»nicht alles jetzt verbraten«), um Chancengerechtigkeit (bedarfsgerechte Kindertagesstätten, Schulen am Ort) und um die soziale Gerechtigkeit (»für ein spekulationsfreies Bischofswiesen«, »für ein flüchtlingsfreundliches, weltoffenes Bischofswiesen«). »Bischofswiesen muss politisch bunt bleiben«, forderte der Fraktionschef.